Thema: Beste Freundin hat Borderline, wie kann ich helfen?

Eröffnet am 11.04.2018 um 14:56 Uhr

Cassiopeia 11.04.2018 14:56

Hallo, seit einiger Zeit (ca. 3 Monate) habe ich nun meine neue beste freundin, wir haben vorher nur gesnapt aber als wir uns das erste mal getroffen hat die chemie direkt gestimmt und seit dem machen wir fast jeden tag etwas zsm und sind direkt bffs geworden. Bevor ich sie kennenlernte hatte ich schon von anderen gehört das ihre eltern sie und ihre schwester "verhunzt" hätten, da beide eine persönlichkeitsstörung haben. Sie hat tiefe narben am arm und erst vor ein paar tagen habe ich gesehen das sie neue brandnarben an der hand hat (als nh freundin sie darauf angesprochen hat was das is meinte sie sie wäre mit dem rad hingefallen). Sie hat mir erzählt das sie eben diese Borderline Persönlichkeitsstörung hat und zb ihren Kopf an die wand schlägt um klar zu kommen. Gestern hab ich sie gefragt was so geht und sie meinte sie würde cryen und zwei min später stand ich in ihrer tür und dann stand sie dort mit verweinten augen und meinte siewollte gerade ein depression nap machen und ich solle mich verpissen. In ihrem Zimmer dann hat das immer gewechselt von "Hab dich so lieb" zu "Ich hasse dich ( und mich) du hast meinen Tag versaut" etc. Und auf instagram sehe ich immer wie sie borderlinememes liked, die hauptsächlich darüber handeln sich umzubringen. Ich schreibe sie dann immer an das ich für sie da bin aber sie antwortet mir dann nicht merh oder erst am nächsten Tag erst. ICh weiß einfach nicht wie ich ihr helfen kann bzw wie ich mich richtig verhalten soll. Sie geht zwar in den nächsten wochen für drei Monate in stationäre Therapie, jedoch meinte sie schon das würde ihr eh nicht helfen. Sie gibt zudem viel Geld für Drogen aus und ich hab angst um sie, aber auch um mich da ich manchmal merke wie mich mit ihrer art und gedanken selber wieder an Suizidgedanken und meine depressions bringt. Sry für den langen Text xoxo *Unsicher*
Julia B. Peer-Berater(-in) 12.04.2018 12:01

Hallo Cassiopeia!

Erstmal herzlich Willkommen bei der Beratung4kids. Schön, dass du hierher gefunden hast. Ich bin Julia, Bewerberin, und möchte dich gerne bei deinem Anliegen unterstützen, wenn das für dich in Ordnung ist.

Ich würde dir gerne ein paar Fragen stellen, um dich und deine Situation ein bisschen besser verstehen zu können. Wichtig ist dabei vielleicht noch, dass du natürlich nur auf die Fragen zu antworten brauchst, bei denen du es möchtest:
Wie alt seid ihr beide – also du und deine beste Freundin?
Und wie sieht es mit deiner und ihrer Lebenssituation aus? – Also wohnst du bei deinen Eltern, in einer WG, alleine, gehst du zu Schule oder machst eine Ausbildung? Wenn du magst, erzähle gerne etwas von dir! Hier ist Platz für alles, was dich beschäftigt.

Es ist doch schön, dass du eine beste Freundin gefunden hast. Sie scheint dir sehr viel zu bedeuten und es ist immer gut, wenn man jemanden hat, mit dem man sich so richtig gut versteht. – Und das scheint bei ihr ja der Fall zu sein:) Ich finde es auch toll, dass du dir ein eigenes Bild von ihr gemacht hast. Andere Leute reden viel, wenn der Tag lang ist. Und „nur“ weil ein Mensch eine Persönlichkeitsstörung oder andere psychische Schwierigkeiten hat, ist er ja auch nicht weniger wert. Du hast dich davon distanziert und eine eigene Entscheidung getroffen Daumen hoch Wie sehen denn dir nahe stehende Personen eure Freundschaft? Ist das für sie okay oder gibt es da Probleme?

– Nur scheint da manchmal ihre Borderline-Erkrankung einen Schatten über eure sonst so gute Beziehung zu werfen, hm? Ihre Stimmungsschwankungen sind für dich nicht so leicht auszuhalten und verunsichern dich, oder?
Ich kann dich da gut verstehen und glaube, dass ich das auch nicht leicht fände… Aber insgesamt zeigt sie ziemlich großes Vertrauen in dich zu haben. Sie hat dir erzählt, was wirklich los ist und wie es ihr geht. Und das erzählt man schließlich nicht irgendjemandem, sondern nur Personen, die man wirklich mag und zu denen man absolutes Vertrauen hat. Und so eine Person scheinst du für sie zu sein!! Ich glaube nicht, dass du ihre – starken – Stimmungsschwankungen auf dich beziehen solltest. Sie sind auch ein Teil der Borderlinestörung – und ich stelle mal die Hypothese auf, dass es nichts mit dir als Person zu tun hat. So schwierig das in dem Moment für dich vielleicht auch sein mag. Und so schwer das zu akzeptieren ist. Ich denke nicht, dass du mehr machen kannst als einfach für sie da sein. Und das ist doch schon viel!! Du unterstützt sie, bist für sie da. Die Gedanken und Gefühle, die da bei ihr sind, kannst du, so blöd das ist, nicht wegzaubern.

Wichtig finde ich auch, dass du dafür nicht verantwortlich bist. Sie bekommt professionelle Hilfe. Du bist als Freundin für sie da, nimmst Anteil. Vielleicht schafft es ja für dich Sicherheit sie in der Klinik in guten Händen zu wissen? Wenn du merkst, dass es dir zu viel wird, probiere auf dich zu achten – denn dann das ist mindestens genauso wichtig!!! Wenn es dir schlecht geht, bringt ihr das auch nichts. Hast du da schon irgendwelche Strategien, wie du abschalten kannst und auf dich achten? Etwas was du gerne machst? Und wie sieht es denn bei dir mit Hilfe und Unterstützung aus? Hast du jemanden, mit dem du über dich und deine Gefühle und Probleme reden kannst? Bei dem du deine Sorgen loswerden kannst? Jemanden der dich in schlechten Situationen auffängt? Erzähle gerne weiter, wie es dir geht.

Soviel in dieser Nachricht von mir. Ich freue mich wieder von dir zu lesen und wünsche dir noch einen schönen Tag!

Alles Gute
Julia

Julia B.
Bewerberin (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
Cassiopeia 12.04.2018 15:13

Hallo Julia,
Vielen Dank für deine lange antwort *cool* Um auf deine Fragen einzugehen: Ich bin männlich, werde im Sommer 18, meine beste Freundin im September ( das macht sie traurig da sie wenn ich geburtstag habe ja gar nicht da ist). Ich mache zurzeit mein Abitur und wohne mit meinen Eltern zsm. Meine beste Freundin wohnt mit ihren Eltern zsm, da ihre Schwester zureit die gleiche Therapie durchmacht die sie auch machen soll. Sie geht auch seit einiger Zeit nicht mehr zur Schule, da sie auf die Nachricht wartet nach HH zu dürfen ( sie hat das so angegeben das wenn die Klinik anruft, sie innerhalb des nächsten Tages da sein muss irgendwie *Erstaunt* ). Dadurch hat sie halt oft einfach nichts zutun was vllt gar nicht mal so gut ist... Wir haben uns gefunden indem sie ihren besten Freund durch mich ersetzt hat, da er ihr zu negativ war und sie zuzeit keine negativität braucht und ich meine beste Freundin durch sie "ersetzt" habe da diese nun einen Freund hat und ihr gesamtes Leben für ihn hingeschmissen hat ( Abitur abgebrochen, jeden Tag mehrmals Kiffen und gar nichts mehr auf die reihe bekommen *Leer* ) und keine Zeit mehr mit niemanden ihrer Freunde verbringt. Also passten meine jetzige beste freundin und ich wie faust aufs auge ahh.
Bei ihren Stimmungsschwankungen ist das problem dass ich auch ein recht sensibler Mensch bin und dann nicht immer weiss wie ich mit dieser abrupten ablehnunng umgehen soll. Schlimmer aber finde ich es wenn ich ihr helfen möchte aber sie das nicht annimt sondern ignoriert etc. Ich finde in einer Freundschaft gehört es auch mal dazu hilfe anzunehmen und so u know? Umgekehrt kann ich gut mit ihr über meine derzeiten lebenslage sprechen, darüber das ich mich in meinen Besten Freund verliebt habe dieser aber eine Freundin hat und mir immer erzählt wie sie miteinander schlafen und mich das zerfrisst und zermürrbt ( aber das gehört in ein anderen Themenbereich haha). Sie gibt mir immer gute Ratschläge mit denen ich auch wirklich was anfangen kann. Ich kann ihr jedoch nur sagen das ich für sie da bin? Hmm :/
Auch noch aufegfallen ist mir das sie immer sehr viele bilder von uns macht und diese dann immer doppelt und dreifach speichert, vllt will sie jz möglichst viele erinnerungen schaffen da wir uns in den drei monaten wohl nicht sehen werden? Das macht ich irgenwie ein wenig sad uff als wenn wir uns niemals wieder sehen würden oder so kommt das rüber.

Ah das wars dann auch mal wieder von mir, freue mich auf deine Antwort *Tschüss*
Julia B. Peer-Berater(-in) 13.04.2018 14:01

Hallo Cassiopeia!

Schön, dass du dich wieder gemeldet hast und danke, dass du meine Fragen so ausführlich beantwortet hast.

Das klingt für mich nach einer schwierigen und komplizierten Situation in der ihr euch kennen gelernt habt. Wie sieht das denn aktuell bei dir aus? Ist deine ehemalige beste Freundin noch ein Thema, das dich belastet oder kommst du mit der Situation gut zurecht?

Ja, ich glaube, ich verstehe, was du meinst. Da es wahrscheinlich noch öfter mal zu den Situationen der „abrupten Ablehnung“, wie du es beschreibst, kommen wird - was meinst du denn, was dir helfen könnte mit ihrer Ablehnung umzugehen? Wie könntest du es schaffen, dass es dir in solchen Situationen besser geht als bis jetzt? Und was genau löst das in dir aus, wenn sie dann deine Hilfe ablehnt?
Gut, finde ich aber, dass du in deiner Freundin eine Vertrauensperson gefunden hast, die dich unterstützt. In welcher Form würdest du sie denn gerne unterstützen?

Es kann sein, dass sie die vielen Bilder als Erinnerungen und Stütze für die Zeit macht in der ihr euch nicht seht und sie in der Klinik ist. Dass dich das jetzt traurig macht, kann ich verstehen. Kannst du dennoch positive Dinge an der Zeit sehen? Auf was freust du dich? Welche Möglichkeiten siehst du, die Zeit für dich angenehm zu gestalten?

Das waren jetzt erst mal ganz schön viele Fragen von meiner Seite… Nimm dir bitte die Zeit, die du brauchst, um das zu beantworten, was du magst. Ich würde mich freuen, wieder von dir zu lesen. Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit!

Viele Grüße
Julia

Julia B.
Peer-Beraterin
Beratung4Kids