Thema: Ist das SVV?

Eröffnet am 01.02.2018 um 16:51 Uhr

CharlotteBranwell 01.02.2018 16:51

Hallo.
Ich bin neu hier und habe ein paar Fragen...
Aus verschiedenen Gründen stehe ich momentan sehr unter Stress und mir geht es oft ziemlich schlecht.
Vor einigen Tagen war ich sehr angespannt und ich habe das erste Mal in meinem Leben ernsthaft den Drang verspürt, mich selbst zu verletzen. Ich wollte das nicht tun, wusste aber auch nicht, wie ich die Anspannung loswerden soll. Ich habe mich in der Situation selber am Bein gekratzt, als würde ich Juckreiz verspüren, sodasss es zwar wehtat, aber keine Wunde entstand. Ist das schon Selbstverletzung?
Und eine andere Situation, ein paar Tage danach: Ich habe mich für den Gedanken, mich selbst zu verletzen verachtet (tue ich immer noch) und war wieder sehr angespannt, hatte aber keine Möglichkeit, etwas zu tun. Deshalb habe ich mir die Fingernägel in die Handfläche gekrallt, sodass Abdrücke entstanden, aber keine Wunden.
Zählt sowas als Selbstverletzung?
Und kann mir jemand etwas gegen diese innere Anspannung/Unruhe sagen?
Wie verhindere ich, dass dieser Drang wiederkommt?
Über Ratschläge würde ich mich freuen!
Mit freundlichen Grüßen
Charlotte

Stay strong! Keep going!
Lysann Peer-Berater(-in) 01.02.2018 18:25

Hallo liebe Charlotte, *Glücklich*
Ich finde es sehr gut, dass du dich mit deinem Thema an Betreut4Kids gewendet hast! Daumen hoch
Ich heiße Lysann und würde dich gerne in deiner Situation unterstützen. *Glücklich*
Du schreibst du stehst unter Stress,
was machr dir denn diesen Stress?
Mich würden die verschiedenen Gründe wirklich interessieren.
Seit kurzem fühlst du dich angespannt, weil dir eventuell alles über den Kopf wächst?
Jeder Mensch hat bestimmt schon mindestens einmal das Empfinden gehabt das einem alles über dem Kopf wächst...das ist ganz normal.
Zu aller erst empfinde ich es sehr gut, dass du dir Gedanken über dein Handeln machst. Daumen hoch

Vorerst ist es wichtig zu verstehen, was dir zurzeit Stress macht, um diesen Stress und diese Anspannung nach und nach abzubauen!
Hast du schonmal darüber nachgedacht, Sport als Ausgleich zum Stress zu machen?
Eventuell machst du ja schon Sport?
Dann hätte ich noch ein paar Ideen:
Ich zum Beispiel bevorzuge zum Ausgleich Yoga, Spaziergänge, Handy ausschalten, mit Freunden Zeit verbringen, Mandalas malen (...)

Vielleicht könnte dir das behilflich sein, deinen Stress/Anspannung und Drang abzubauen.

Aber das aller Wichtigste ist, dass du es akzeptierst das du darüber nachgedacht hast dir selber weh zu tun bzw. dir weh getan hast.
Durch die Akzeptanz kannst du dir selber verzeihen und dich neu ausrichten. Daumen hoch

Wichtig ist das dir klar ist, dass Selbstverletzung nicht die Lösung ist.

Ich würde mich freuen noch einmal von dir zu lesen !

Bis dahin,
Liebe Grüße
Lysann

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
CharlotteBranwell 01.02.2018 22:19

Hi Lysann.
Vielen Dank für deine Antwort!
Der Stress entsteht durch verschiedene Vorfälle in meinem Freundeskreis und zusätzlich Zuhause.
Ich will die Gründe hier nicht ganz genau beschreiben, doch ich habe insgesamt einen sehr problembelasteten Freundeskreis und bin immer eine der ersten Personen gewesen, bei denen Hilfe gesucht wurde - eine Rolle, die ich sehr liebte (und momenten größtenteils aufgegeben habe). Dementsprechend musste ich aber auch viele Lasten tragen, angefangen bei normalen Themen wie Verliebtsein über Selbstzweifel über versuchte Vergewaltigung bis hin zu ernsthaften psychischen Problemen. Zuhause war jetzt auch noch unser Hund sehr krank und an etwas Ähnlichem ist er einmal beinahe gestorben. Mit den Sachen unter meinen Freunden schien ich immer ganz gut klarzukommen, doch inzwischen ist es zu viel gewesen, zumal noch eigene Probleme hinzukommen - ich wurde viele Jahre lang gemobbt und muss selber vermutlich bald zu einem Psychologen gehen.
Es ist nicht das erste Mal, dass ich denke mir wird alles zu viel, doch diesmal ist es extremer und es hält auch länger an... Außerdem geht es mir halt insgesamt schon sehr schlecht und ich verfalle bei vielen Dingen in alte Verhaltensmuster, die ich längst abgelegt hatte.
Ich mache mir immer Gedanken über mein Handeln, normalerweise eher zu viele als zu wenige - spätestens im Nachhinein.

Ich habe vor wenigen Wochen angefangen, Laufen zu gehen und an den Tagen ist die Anspannung auch nicht (so) da, weshalb ich versuche so oft wie möglich Laufen zu gehen. Leider ist das nicht jeden Tag möglich. Ich schalte auch zeitweise mein Handy stumm oder sage, ich bin nur in Notfällen erreichbar, doch wirklich Ruhe habe ich dadurch nicht, weil ich drei kleine Geschwister habe.
Ich verbringe auch relativ viel Zeit mit Freunden und in der Zeit geht es mir eigentlich mit Abstand am besten (so gut geht es mir sonst nur noch in der Kirchengemeinde), doch irgendwann ist auch diese Zeit zuende und gerade danach geht es mir oft schlecht, also wenn ich den ganzen Tag mit Freunden verbracht habe und dann abends alleine bin.
Was ich bräuchte wäre eine Idee für die Tage, an denen ich nicht Laufen gehe und evtl auch sehr wenig Zeit habe... Oder für die Zeiten, wo ich in der Schule das Gefühl habe vor Druck durchzudrehen. Wenn ich im Unterricht gedanklich abschweife und in meinen Gedanken versinke.

Der Rat, diese Gedanken zu akzeptieren ist vermutlich ein guter Ansatz, denn das tue ich nicht wirklich. Ich weiß, dass es so ist, aber ich verachte mich dafür. Ich kann es mir nicht verzeihen.
Ich will mich schon alleine wegen meiner Freunde nicht selbst verletzen, weiß aber eben nicht, ob ich es tatsächlich auf Dauer unterdrücken kann. Ich sehe es eigentlich nicht mal als Option an, doch ich weiß nicht, wie weit meine Selbstbeherrschung geht. Und ich weiß nicht, ob das, was ich eben doch getan habe, nicht vielleicht schon Selbstverletzung ist... Oder jedenfalls sehr nah dran.

Ich freue mich auf weitere Antworten!
Charlotte

Stay strong! Keep going!
Lysann Peer-Berater(-in) 02.02.2018 18:21

Hallo Charlotte,
Schön das du nochmal geschrieben hast! Daumen hoch

Ich hab mir eben deine Nachricht durchgelesen und dabei wollte ich dich gerne fragen, wie du "früher" mit den Themen deiner Freunde umgegangen bist? Denn die Themen hören sich sehr schwerwiegend bzw. sehr belastend an.
Hast du das ganz alleine mit dir ausgemacht oder hattest du eine Person der du ganz sehr vertraust und mit der du über manche Dinge redest?
Wenn ja, gibt es die Person noch in deinem Leben?

Weil oft können andere Menschen einen nur dadurch das Sie zuhören, eine sehr große Unterstützung sein. Das würden deine Freunde bestimmt auch von dir sagen!

Ich finde es zunächst richtig gut, dass du von dir aus Joggen gehst! Du hast dir schon eine sehr gute Option zum Stress abbauen gesucht! Top! Daumen hoch
Das du dein Handy ausschaltet bzw. auf stumm stellst, finde ich auch richtig gut !
Wie finden das deine Freunde?
Verstehen Sie das du auch Zeit für dich brauchst?

Es hört sich für mich an, als ob du einen großen Freundeskreis und auch Menschen um dich herum hast, die dich sehr schätzen! Denn sonst würden Sie dir vieles nicht anvertrauen.
Demnach bist du bestimmt eine sehr vertrauensvolle Person, die viel hilft und unterstützt wo sie kann. Das ist eine wirklich tolle Eigenschaft ! Daumen hoch
Du schreibst, dass du die Rolle sehr liebst, dass kannst du auch! Nur darfst du dich selber bei alldem nicht vergessen!
Denn du bist die wichtigste Person in deinem Leben ! *Heuchlerisch*

Und weil du dir wichtig bist, hast du dir auch schon Alternativen wie Joggen oder hier, dich im Forum mitzuteilen überlegt ! Charlotte ich finde das du wirklich sehr lösungsorientiert bist und wir das jetzt gemeinsam nutzen können. *Umarmen*

Was könnte dir weiterhelfen, an den Tagen an denen du nicht laufen gehen kannst?
Wie z.B. in der Schule, nachts im Bett?
Hast du eventuell eigene Ideen?
Wenn ja, schreib Sie gerne!

Toll das du darüber nachgedacht hast deine Gedanken zu akzeptieren. Heißt ja nicht gleich das du die aktuelle Situation gut heißt, sondern nur das du das was war akzeptierst, um dich neu auszurichten. Daumen hoch

Denn das wichtigste ist was du möchtest. Du sagst du möchtest schon wegen deinen Freunden dich nicht selbst verletzen. Das ist schonmal ein guter Ansatz! Eventuell bist du für sie eine Vorbildfunktion...Und wenn ich mir das ganze so von außen anschaue, empfinde ich auch das du eine große Selbstbeherrschung hast.
Du hast zwar überlegt dich selbst zu verletzen.
Hast zum Stress abbauen, z.B. deine Fingernägel in die Handfläche gekrallt...aber du suchst nach anderen Alternativen!

Selbstbeherrschung meint = die Fähigkeit, die eigenen Gefühle und das eigene Handeln durch den Verstand zu kontrollieren.

Du kontrollierst dein Handeln, in dem du nach eine Alternative suchst und auch Aktivitäten machst (wie z.B. Joggen), die dir helfen.

Um nochmal zurück zum Thema "Selbstverletztendes Verhalten" zu kommen, würde ich dich gerne noch zum Abschluss fragen:
Wie hast du es empfunden, als du z.B. deine Finger in deine Handfläche gekrallt hast?
Fühlte es sich für dich richtig/gut/erleichternd an oder falsch/schlecht/unbefriedigend?

Liebe Grüße,
Lysann

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
CharlotteBranwell 02.02.2018 18:59

Hi Lysann.
So lange existiert dieses früher gar nicht, denn in dieser Gruppe von Freunden bin ich erst seit knapp einem Jahr und das Vertrauen verschiedener Personen wird mir seit etwa Mai/Juni des letzten Jahres entgegengebracht. Auch früher war mein Leben nie leicht, so wurde ich viele Jahre gemobbt und meine Familie ist auch nicht die einfachste, doch es war eben nie so viel. Ich habe durchaus Personen, denen ich voll und ganz vertraue - eine Frau aus unserer Gemeinde und auch der Pfarrer sowie mein Sportlehrer (von dem auch das mit dem Joggen kam, allerdings in anderem Zusammenhang). All diese Personen sind auch jetzt noch in meinem Leben, in erster Linie mit meinem Lehrer spreche ich regelmäßig. Vieles kann ich denen aber nicht erzählen, da ich es entweder versprochen habe oder - bei dem Lehrer - sie meine Freunde selber kennen und ich diese damit "gefährden" würde. Früher hat es mir immer sehr geholfen, mit diesen Personen zu sprechen, auch wegen des Mobbing, doch inzwischen hilft das nicht mehr so wirklich. Auch meinen Freunden vertraue ich vollkommen - doch die haben ja selber genug Probleme.
Ich denke ich sollte hinsichtlich des Joggens und auch insgesamt noch etwas erwähnen: Seit Beginn dieses Jahres habe ich Panikattacken (evtl Angststörung), jedenfalls sagt mein Sportlehrer das anhand der Dinge, die ich ihm erzählt habe. Das werde ich Mitte Februar auch meinem Arzt erzählen, weshalb ich vermutlich zu einem Psychologen gehen werde. Deshalb habe ich mit dem Joggen angefangen - mein Lehrer riet es mir als körperlichen Ausgleich.
Mein Freundeskreis ist eigentlich relativ klein (insgesamt um die 8-10 Personen), Vertrauen bringe ich davon drei bis vier Leuten entgegen - andersrum verhält sich das etwas anders. Meine Freunde verstehen schon, dass ich Raum für mich brauche, unter anderem weil sie alle in ähnlichen Situationen sind - ist ja logisch - und ich denke auch, dass es für sie in Ordnung ist, im Notfall bin ich auch eigentlich immer zu erreichen. Da es aber allen eher schlecht geht bin ich trotzdem noch für die anderen da und komplett will ich das auch nicht aufgeben.
Ich habe inzwischen gelernt, dass ich auch auf mich selbst achten muss und lasse mich deshalb im Moment nicht mehr zusätzlich belasten oder nur so viel, wie ich aushalte - dann sage ich auch stopp. Doch dadurch erledigen sich ja all die Sachen, die ich bereits weiß, auch nicht mehr. Außerdem bekomme ich vieles auch so mit und bei einer Freundin spüre ich meistens sogar dann, wenn wir keinerlei Kontakt haben, wenn es ihr schlecht geht (keine Ahnung wieso oder woher).
Ja, Vertrauen ist mir sehr wichtig und ich bin auch niemand, der Probleme ungelöst lässt - einer der Gründe, weshalb ich hier angemeldet bin. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich mit diesem Drang umgehen soll, wenn ich nicht Laufen gehen kann (kenne mich allerdings mit Entspannungtechniken wie Yoga und PMR und Autogenes Training aus - bringt nicht wirklich was, nicht mehr).
Ich habe Selbstdisziplin, kann aber meine Gefühle oder auch Gedanken nicht unbedingt kontrollieren, zumindest nicht, wenn ich alleine bin.
Ich fand es falsch, mir die Fingernägel in die Hand zu krallen, weil ich mich eben nicht selbstverletzen will und den Eindruck habe, dass das bereits in die Richtung geht, doch gleichzeitig hat es mir die nötige Selbstbeherrschung gegeben. Es war als wüsste ich, dass ich das falsche tue und gleichzeitig fühlt es sich richtig an (gut will ich nicht behaupten).
Was ich jetzt begonnen habe ist Kaugummi kauen, da ich wenn ich angespannt bin sonst auf meine Lippen beiße und das sehr ungünstig ist, weil ich Klarinette spiele. Das hilft zumindest ein bisschen und ist auch abends bzw in der Schule möglich - allerdings vermutlich nicht immer ausreichend und auch nicht immer möglich, weil mein Vorrat endlich ist.

Danke, dass du dir so viel Zeit nimmst, um mir zu antworten!
Charlotte

Stay strong! Keep going!
Lysann Peer-Berater(-in) 03.02.2018 19:30

Guten Abend liebe Charlotte *Heuchlerisch* ,

Ich nehme mir sehr gerne die Zeit dir zu antworten, weshalb ich erst jetzt schreibe. *Glücklich*

Du schreibst du wurdest viele Jahre gemobbt.
Wie hat sich das geäußert? In der Schule, von Mitschülern? Oder von jemanden anderem?
Gibt es diese Menschen noch in deinem Leben?
Wie ist das heute? Wirst du noch gemobbt?

Außerdem hast du geschrieben, dass deine Familie nicht ganz einfach ist. Ist das so, weil du noch drei Geschwister hast?
Musst du auf diese aufpassen? Oder hat es andere Gründe, weshalb es Zuhause nicht ganz leicht ist?

Deine Vertrauenspersonen sind also dein Sportlehrer und die "Kirchengemeinde". Daumen hoch
Ich finde es nach wie vor sehr gut, dass du dich anderen Menschen anvertraust. *Heuchlerisch*
Dein Sportlehrer ist wirklich noch "zu" involviert, da muss ich dir Recht geben.
Aber die Frau in der Kirchengemeinde und der Pfarrer sind bestimmt gute Ansprechpartner, oder?
In der Kirchengemeinde gibt es sicherlich auch viele Jugendliche? Machst du auch ab und zu etwas mit ihnen?

Du schreibst, dass du seit einem guten Jahr deine Freundesgruppe, um dich hast.
Mich würde interessieren, wie du deine Freunde kennengelernt hast? Gehen Sie mit dir in die Schule?

Wie ich schon mal geschrieben habe, ist es sehr gut wenn man sich jemanden anderen anvertraut, der nicht involviert ist.
Deshalb ist die Idee zum Psychologen zu gehen, ein guter Ansatz.
Wenn es sich für dich richtig anfühlt, dann geh zu einem. *Heuchlerisch*

Zu dem Thema "Psychologen" kommt mir das Lied "Grapfruit" von Julia Engelmann in den Sinn.
Kennst du das Lied? Wenn nicht, hör es dir mal an! *Glücklich*

Ich würde gerne nochmal zurück auf die Panikattacken kommen, die du eben erwähnt hast.
Wie äußern sich deine Panikattacke(n)? Wann ist denn deine erste Attacke aufgetreten?
Und unter welchen Umständen und in welcher Situation ist die erste Panikattacke entstanden?
Gerade bei Panikattacken ist es sehr wichtig zu verstehen, was dir genau diese Angst gemacht hat und macht.

Du erwähntest Entspannungtechniken- die aber leider nichts mehr bringen...
Also kann ich schlussfolgern, dass du Yoga und PMR (...) schon ausprobiert hast?
Diese Techniken sind wirklich eine gute Möglichkeit, um z.B. Stress abzubauen und sich/ seinen Körper zu entspannen. Daumen hoch

Ich kann dir den Tipp geben, dass wenn du nächstes Mal das Empfinden hast, das du eine Panikattacke erhälst, du dich einfach auf deine Atmung konzentrieren kannst.
Atme tief ein und aus, solange bis die Attacke worüber ist. Atme sozusagen die Angst weg...
Klingt bestimmt kurzzeitig komisch, aber probier das gerne mal aus.
Vorneweg gesagt, ist das natürlich nicht die Endlösung!
Mit Panikattacken darf man nicht spaßen und sollte sich wirklich Unterstützung von außen holen (wie z.B. einen Psycholgen).

Zu deiner Ausgangsfrage zurückkommend, habe ich mich heute mal zum Thema "selbstverletzendes Verhalten und Alternativen" informiert.
Hierbei habe ich diverse Alternativen gefunden. (wie z.B. Kaugummi kauen Daumen hoch )
Möchtest du diese hören?

Liebe Grüße
Lysann *Glücklich*

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
CharlotteBranwell 03.02.2018 20:36

Hallo Lysann.
Ich wurde von der 3. bis zu 9. Klasse jeweils von meinen Klassenkameraden gemobbt und von der 7. Klasse bis... eigentlich bis jetzt auch noch von den Mitschülern meiner Freundinnen. In meiner Klasse wurde dem ganzen ein Ende gesetzt und seit den Osterferien 2017 ist auch tatsächlich Ruhe, in der Klasse meiner Freunde hat das noch nicht so ganz funktioniert. Ich habe nie wegen Mobbing die Schule gewechselt und bin auch heute noch mit den Mobbern in einer Klasse bzw auf einer Schule.
Meine Verhältnis zu meinen Eltern ist ganz ok, doch ich erzähle ihnen eigentlich nichts. Auf meine Geschwister aufpassen bzw Zuhause viel helfen muss ich nur selten, aber es ist eben nie leise bei uns und zudem hat einer meiner Brüder eine Störung der Affektsteuerung, was ich im Bereich Familie geschrieben habe.
Mein Sportlehrer ist meine Hauptbezugsperson, da das mit der Kirche auch nicht so leicht ist - unsere Kirche hat zwei Pfarrer, meine Mutter ist mit der einen Person befreundet, ich aber vertraue der anderen, die meine Mutter nicht gerne mag. Ich denke nicht, dass mein Lehrer zu sehr involviert ist, doch es gibt halt eine Grenze bei dem, was ich ihm erzählen kann ohne dass er meine Eltern einschalten muss. In unserer Kirchengemeinde gibt es wenige Jugendliche (genauer gesagt quasi keine), also gibt es auch nicht die Möglichkeit mit denen was zu machen.
Meine Freunde (zu denen unter anderem Florentine*) zählt sind auf meiner Schule, aber alle in der Klasse unter mir. Ich kenne sie durch meinen Sportlehrer bzw durch eine Freundin, die früher mal in meiner Klasse war und dann freiwillig wiederholt hat. Mein Sportlehrer riet mir, Zeit mit Florentine zu verbringen, da das Thema Mobbing uns zu dem Zeitpunkt beide extrem betraf und so bin ich in diese Gruppe hineingeraten. Inzwischen sind wir sechs Personen aus 3 Klassen und zwei Stufen.
Ob das mit dem Psychologen tatsächlich richtig ist werde ich ja merken, im Moment erscheint es mir jedenfalls so, da die Situation zu extrem ist. Das Lied kenne ich nicht, aber das lässt sich ja ändern ;)
Die Panikattacken habe ich seit Anfang dieses Jahres (also noch nicht lange) und sie traten bisher immer dann auf, wenn ich auch innerlich zur Ruhe kam - wenn ich gepuzzelt habe, Musik gehört oder eben sonst komplett entspannt war. Ich habe Angst vor irgendwas - nichts Bestimmtes - ich fange an zu zittern, kann nicht mehr frei atmen, mir wird schwindelig (bei mir ist Schwindel generell ein Stresssymptom, schon sehr lange) und irgendwann wird es halt wieder gut. Das mit dem Atmen habe ich schon von selbst gemacht, gerade weil ich früher Yoga gemacht habe und wenn ich in Angst gerate immer gezielt ruhig atme. Ich werde das meinem Arzt erzählen und dann mal weitersehen, denn damit leben will ich nicht - ich lebe nicht mit Problemen, sondern ich gehe dagegen an.
Ja, ich habe früher mal Yoga gemacht und habe auch in letzter Zeit PMR und Autogenes Training versucht, doch das bringt inzwischen nichts mehr - ich kann mich nicht mehr darauf konzentrieren oder jedenfalls nicht so, dass ich Erfolg hätte.
Ja, ich würde die Alternativen zum Selbstverletzenden Verhalten sehr gerne hören. Danke, dass du dir so viel Mühe gibst!

LG
Charlotte

Stay strong! Keep going!
Lysann Peer-Berater(-in) 05.02.2018 00:55

Hallo liebe Charlotte,

Ich finde es gut, dass du es deinem Arzt erzählen wirst. Daumen hoch
Gerade deine Körperlichen Symptome deuten auf eine Panikattacke hin.
Ich kann es gut nachvollziehen, dass du mit dieser Belastung eher weniger leben möchtest!

Zum Thema Alternativen (Skills) habe ich einige gute im Internet gefunden.
Siehe:

sich körperlich auspowern (Darüber haben wir ja schon geschrieben und das machst du ja bereits! Daumen hoch )
· wenn möglich, raus aus der zur Zeit bedrückenden Umgebung und spazieren gehen, joggen oder rennen; dabei schreien, wenn einem danach ist
· gegen Matratze oder Kissen boxen
· Sport jeglicher Art betreiben
· versuchen ein Telefonbuch zu zerreißen
· intensives Weinen zulassen


sich aktiv ablenken, mit Beschäftigungen, die Aufmerksamkeit und Konzentration erfordern
· Schularbeiten machen
· Hausarbeiten verrichten: aufräumen, putzen, sortieren…
· versuchen etwas Neues zu erlernen: Musikinstrument, Handarbeiten (Stricken, Patchwork) etc.
· Beschäftigung mit dem Haustier, sofern vorhanden (mit deinem Hund rausgehen?)
· laut Musik hören - direkt oder per Discman – und auf den Songtext achten

seine Gefühle kreativ ausdrücken
· malen oder zeichnen
· Gedichte, Kurzgeschichten schreiben
· Tagebuch schreiben


direkten Kontakt zu vertrauten Leuten suchen (das hatten wir auch schon besprochen!)
· sich mit Freunden treffen zum Reden, Spazieren gehen, Einkaufen, Kochen, Film gucken
· mit Freunden telefonieren
· im Internet über Messengersysteme (ICQ ua.) mit vertrauten Menschen kommunizieren
· Briefe schreiben
· den Therapeuten oder die Telefonseelsorge anrufen
· das allein-sein vermeiden; der direkte Kontakt zu einem vertrauten Menschen ist in dieser Situation wesentlich günstiger als beispielsweise ein anonymes Forum oder Chat im Internet!

sich etwas Gutes tun
· sich pflegen - baden, duschen, eincremen
· sich etwas Leckeres zu Essen gönnen
· sich ein Video/DVD ausleihen und angucken
· eine Zeitung oder ein Buch lesen

Ich habe auch noch drei Ersatzhandlungen für SVV entdeckt:
· Eiswürfel auf die Haut drücken bis die Kälte schmerzt
· kalt duschen
· in eine Chillischote beißen oder etwas Tabascosoße in den Mund nehmen


Vielleicht empfindest du eine Alternative als sinnvoll, dann probiere diese doch gerne mal aus. Daumen hoch

Du hast geschrieben, dass du deinen Eltern so gut wie nichts erzählst.
Ich glaube es wäre sinnvoll mit deinen Eltern zu reden und ihnen deine Situation zu schildern.
Sie können dich unterstützen bei was auch immer du als nächstes tun möchtest. (z.B. zum Arzt zu gehen...)

Ich finde es super, dass du Freunde wie Florentine gefunden hast, die deine Situation nachempfinden können!
Ihr könnt euch gegenseitig unterstützen, das finde ich sehr toll! Daumen hoch
Dennoch muss klar sein, dass ihr den anderen nicht retten könnt! Das kann leider nur jeder selbst!
Deshalb ist es wichtig, dass du verstehst, dass die Probleme deiner Freunde nicht deine Probleme sind, sondern ihre.
Um Stress abzubauen, muss man Stress machende Faktoren verringern.

Mich würde sehr stark interessieren, wie es zum Mobbing kam und wie es im letztem Jahr aufgehört hat?
Wie kommst du heute mit deinen Schulkameraden "Mobber" aus deiner Klasse zu Recht?


Habt ihr eine Sozialpädagogin oder Sozialpädagoge in eurer Schule? *Heuchlerisch*

Liebe Grüße
von Lysann

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
CharlotteBranwell 05.02.2018 17:17

Hallo Lysann.
Vielen Dank für die Ratschläge zur Vermeidung von SVV - ich werde das ein oder andere mal ausprobieren bzw natürlich auch weiterführen.
Ich weiß, dass ich theoretisch mit meinen Eltern sprechen sollte, doch das tue ich nicht. Von den Panikattacken werden sie erfahren und Teile anderer Vorkommnisse wohl auch, doch erst, nachdem ich beim Arzt war. Es wird sich ja auch irgendwann gar nicht vermeiden lassen. Meine Eltern haben wenig Zeit, besonders für mich - ich bin eben die Älteste - und den Arzttermin habe ich ohnehin, wenn auch eigentlich aus einem anderen Grund. Auch wenn ich meinen Eltern die Sachen nicht unbedingt verschweigen will, will ich sie auch nicht erzählen - nicht zuletzt weil meine Eltern nicht mal merken, wie schlecht es mir geht. Sie haben selbst von dem Mobbing in der Schule absolut nichts mitbekommen, als ich nichts mehr erzählt habe.
Ich weiß, dass die Probleme meiner Freunde nicht meine Probleme sind und das ich an vielem einfach nichts ändern kann - grundsätzlich komme ich damit auch recht gut klar (ich denke noch besser als Florentine) . Trotzdem sind eben auch die Probleme meiner Freunde Lasten, die ich tragen muss oder auch tragen will.
Ich gebe mir auch Mühe, stressmachenden Faktoren zu verringern, doch all die Sachen, die ich eben ohnehin schon weiß, verschwinden ja nicht. Da gibt es Freunde, die mit dem Gedanken an Selbstmord spielen oder die sich selbst verletzen/verletzt haben; da gibt es nach wie vor Mobbing in der Schule (wenn auch weniger gegen mich und nicht mehr in meiner Klasse); eine meiner Freundinnen wurde beinahe vergewaltigt (weshalb ich im Dunkeln draußen inzwischen sehr vorsichtig bin); da gibt es Liebeskummer; ... vieles hat ja auch Florentine schon erwähnt und das war jetzt auch noch nicht alles. All diese Sachen weiß ich ja, auch wenn ich nicht immer darüber nachdenke und ich kann sie ja nicht aus meinem Gedächtnis löschen.
Und jetzt zu der Sache mit dem Mobbing... Ich versuche mal möglichst knapp die ganze Geschichte aufzuschreiben:
Schon in der Grundschule war ich eine Außenseiterin, bedingt durch meine Noten (zu gut) und meinen Kleidungsstil. Ich habe mich noch nie nach anderen gerichtet, sondern immer so gehandelt/mich gekleidet/..., wie ich es für richtig hielt. Es gab besonders einen Jungen in der Klasse, der mich teilweise auch körperlich angriff (Boxen/Beinchen stellen/treten), doch auch die anderen waren alles andere als freundlich. Ich hatte nur eine einzige Freundin.
Ich kam mit dem Wunsch an die weitereführende Schule, dazuzugehören, Freunde zu haben (damals war mir das noch wichtig) - und ich freundete mich mit einem "I-Kind" (Schüler mit Lerneinschränkung oder Behinderung) an. Damit hatte ich die Außenseiterrolle sofort wieder, zumal meine Noten nach wie vor über dem Durchschnitt lagen. Ich verteidigte diese Freundin zwei Jahre lang gegen unsere Klassenkameraden, bewahrte Ruhe, wenn ihre Hose nass war (sie hat ein Blasenproblem) und ich half ihr, wo ich nur konnte. Danach wiederholte sie freiwillig ein Schuljahr und war fortan in Florentines Klasse. Ich hatte die Hoffnung, meine Klassenkameraden würden mich nun akzeptieren, doch natürlich war das nicht der Fall. Ich war längst in der Außenseiterrolle drin und außerdem setzte ich mich immer für Schwache ein, richtete mich nur nach meiner eigenen Meinung und so blieb ich alleine. Dazu kamen in den Pausen noch die neuen Mitschüler meiner Freundin, die sie hassten und uns das Leben zu Hölle machten. Ich beschloss, keine Hilfe mehr zu suchen, als ich in der siebten Klasse war, denn es brachte ohnehin nichts - das zog ich bis in meine neunte Klasse durch. Dann aber kamen die Jungs in meiner Klasse auf die geniale Idee, mir einen Rasierer zu schenken (ich hatte mich bis dahin nie unter den Achseln rasiert) und es war halt alles zu viel. Eigentlich war schon länger alles zu viel, in der Zwischenzeit hatte bei mir ein quasi dauerhafter Schwindel eingesetzt. Ich konnte nicht mehr weitermachen und ich wendete mich endlich an verschiedene Lehrer und erzählte alles, was passiert war. Es gab endlose Gespräche, ich war auch nicht das einzige Mobbingopfer in meiner Klasse und im Endeffekt drohte den hauptsächlichen Mobbern (5 Jungs) ein Schulverweis. Heute komme ich mit den meisten einigermaßen gut klar und ich war auch in meiner Klasse eher akzeptiert, im Moment grenze ich mich selber wieder ab (es ist einfach alles zu viel und ich tue das auch nicht bewusst). Die Jungs aus der Klasse von Florentine (und all meinen Freunden) sollten zwar auch aufhören und haben Ärger bekommen, doch inzwischen wird es bei denen wieder mehr.
An unserer Schule gibt es zwar eine Sozialarbeiterin, doch die mag ich nicht und sie hat mir auch noch nie in irgendeiner Form geholfen, obwohl ich des Öfteren bei ihr war.
Ich hoffe, ich habe nichts vergessen...

VLG Charlotte

Stay strong! Keep going!
Lysann Peer-Berater(-in) 08.02.2018 13:16

Hallo liebe Charlotte,

ich wollte mich kurz entschuldigen, dafür das ich mich erst jetzt melde!

Du hast jetzt schon des öfteren geschrieben, dass euch das Thema Mobbing alle betroffen hat und/oder betrifft.
Hierbei wäre meine Idee, (die Idee habe ich auch Florentine mitgeteilt) dass ihr gemeinsam (gemeinsam ist man stärker) zu eurem Direktor geht, zu einem Lehrer eures Vertrauens oder zur Sozialpädagogin in eurer Schule und diese auf den Missstand "Mobbing in der Schule" hinweißt. Ihr könnt euch von Ihnen Maßnahmen wünschen, z.B. um Mobbing zu verhindern! Das beinhaltet z.B. das ihr euch im Klassenverband zusammensetzt und über Mobbing in der Klasse redet!
Hier könntet ihr verbindliche Verhaltensregeln für den Umgang miteinander erarbeiten und eventuelle Vorurteile lösen.
Auch wenn Mobbing in deiner Klasse nicht mehr aktuell ist, ist es sinnvoll präventiv tätig zu werden. Außerdem könntest du auch deinen Klassenkameraden schildern, wie du dich gefühlt hast, als du Mobbing erfahren hast.

Du schreibst das du theoretisch weißt, dass du mit deinen Eltern reden solltest.
Das ist auch nach wie vor sinnvoll. *Zwinkern*
Denn gerade deine Eltern, auch wenn Sie nur wenig Zeit für dich haben, lieben dich.
Und auch wenn Sie es dir manchmal nicht zeigen, weil Sie eventuell anderen Dinge im Kopf haben (sei es die Arbeit, oder dein Bruder/Brüder), sind Sie wahrscheinlich viel verständnisvoller, als du gerade annimmst.
Wenn du nicht mit ihnen über deine Lage sprichst, können Sie es auch nicht erkennen, wie es dir in Wirklichkeit geht.
Deshalb ist ein offener Austausch, mit deinen Eltern von großer Bedeutung.
Dieser Austausch kann euch auch näher bringen und mehr Verständnis hervorbringen.

Ich danke dir für dein Vertrauen mir von deiner Geschichte erzählt zu haben. Ich kann nun viel besser nachvollziehen wie es dir ergangen ist und geht.
Nach der Geschichte ist mir auch umso bewusster geworden, wie du dich für andere Menschen und Mitschüler einsetzt.

Das ist eine großartige Charaktereigenschaft von dir, auf die du sehr stolz sein kannst! Daumen hoch

Mit lieben Grüßen,
Lysann

Lysann
Peer Beraterin
Beratung4Kids
CharlotteBranwell 08.02.2018 18:27

Hallo Lysann.
kein Problem, du investierst ja auch viel Zeit in deine Antworten! *Glücklich*

Es gab in unserer Klasse schon viele Gespräche über Mobbing, sowohl zur Vorbeugung als auch später. An unserer Schule wird in der Richtung ohnehin viel gearbeitet - trotzdem war es eben nicht zu vermeiden. Ich werde sicher nicht mit meinen Klassenkameraden darüber sprechen, wie ich mich gefühlt habe, denn das geht sie absolut nichts an - außerdem habe ich mit dem Thema abgeschlossen. Sowohl der Direktor als auch die Sozialarbeiterin als auch sehr viele Lehrer wissen über das Mobbing Bescheid.

Trotz aller guter Ratschläge werde ich nicht mit meinen Eltern sprechen, solange es so geht. Es gibt Sachen, die müssen sie irgendwann erfahren, das ist klar. Das Verständnis meiner Eltern sieht so aus, dass sie so tun als würden sie es verstehen und dann reden sie hinter meinem Rücken mit anderen Personen darüber und ich erfahre zufällig, dass sie eigentlich ganz anders denken, als sie mir gegenüber gesagt haben - darauf kann ich verzichten.
Es gibt erwachsene Personen, denen ich vertraue und denen ich Sachen erzähle und es gibt auch Sachen, von denen meine Eltern wissen, doch meine Eltern werden niemals die Personen sein, denen ich Sachen anvertraue.
Ich weiß auch, dass das nicht unbedingt gut ist, doch ich werde es nicht ändern - da stößt jeder auf Granit.

Ich kann inzwischen ziemlich frei und problemlos über meine Erfahrungen mit Mobbing sprechen, es verletzt mich nicht mehr. Nur einige Ereignisse versetzen mir immer noch einen Stich, die für mich schlimmsten, die ich vermutlich nie mehr vergessen werde. Und trotz allem Negativen hat auch das Mobbing Positive Aspekte mit sich gebracht - zum Beispiel eben meine Art, sich für andere einzusetzen.

Um aber nochmal zum ursprünglichen Thema zurückzukommen: Ich habe inzwischen immer Kaugummi bei mir und höre auch ab und zu im Unterricht heimlich Musik, wenn es gar nicht mehr geht. Diesen extremen Drang, mich selbst zu verletzen, hatte ich aber nicht wieder. Ich habe Angst, dass das Gefühl wiederkommen könnte, doch ich will es ja gar nicht, das ist vermutlich eine Art Schutz. So langsam traue ich mich auch daran zu glauben, dass ich es schaffe, mich nicht selbst zu verletzen - selbst wenn der Drang nochmal auftauchen sollte. Ich werde auch in Zukunft darauf achten, immer eine Möglichkeit zu haben, Stress oder Anspannung loszuwerden, denn die Möglichkeit, dem Auszuweichen, gibt mir eine kleine Sicherheit.

Liebe Grüße
Charlotte

Stay strong! Keep going!