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Thema: Kontrolle in meiner Familie

Eröffnet am 30.12.2025 um 09:13 Uhr

userm
30.12.2025 09:13
Hallo,

ich bin 13 Jahre alt. Ich erlebe seit längerer Zeit große psychische Belastung und Druck in meiner Familie.

Ich fühle mich zuhause nicht mehr sicher oder wohl. Vor allem mein Vater verhält sich stark kontrollierend. Bei meiner Mutter ist die Vorstellung der Kontrolle mild bis teilweise vorhanden, aber sie zwingt mich zu fast nichts, akzeptiert meine Meinung und mich. Mein Vater trifft viele Entscheidungen für mich, auch in Bereichen, die meine persönliche Entwicklung betreffen. Dazu gehören zum Beispiel, dass ich Arabisch lernen soll, obwohl ich das nicht möchte, sowie Vorgaben zu meinem Verhalten (z. B. dass ich immer lächeln, ihm blind gehorchen oder zustimmen soll).

Wenn ich meine Meinung äußere oder Nein sage, werden meine Grenzen oft nicht respektiert. In Gesprächen darüber kam es auch zu körperlichen Übergriffen (hartes Anfassen am Ohr, Schläge auf Wange oder Kopf). Meine Meinung wird dabei als falsch oder unmoralisch intrepretiert, wenn sie nicht seinen Erwartungen entspricht.

Diese Situation belastet mich sehr. Ich fühle mich seit Monaten – möglicherweise schon länger – dauerhaft unter Druck, angespannt und im „Überlebensmodus“. Ich habe Schlafprobleme und Alpträume und denke manchmal an Suizid, ohne es umzusetzen. Ich bin emotional erschöpft und habe das Gefühl, nicht ich selbst sein zu dürfen.

Ich habe mehrfach versucht, mit meinem Vater zu reden, aber meine Wünsche, Bedürfnisse und Entscheidungen werden weiterhin übergangen. Ich möchte altersangemessen selbst über Dinge entscheiden dürfen, zum Beispiel darüber, was ich lerne oder ob und wie ich meine Haare schneiden lasse, oder ob ich mein Haar spende oder nicht, oder meine Grenzen, wer mich berühren darf, usw. Außerdem auch vieles mehr.

Nun brauche ich Rat, welche Schritte sinnvoll sind. Ich habe Sorge, dass sich meine Situation weiter verschlechtert. Bespricht mögliche nächste Schritte zunächst mit mir. Ich habe schon nachgedacht, ob es sinnvoll wäre, das Jugendamt per E-Mail zu kontaktieren. Kommentiert diese Idee bitte auch.

Zuletzt editiert am: 30.12.2025 14:44, von: userm

Anna
Peer-Berater(-in) 31.12.2025 20:43
Hallo,
ich bin Anna und bin hier als Peer-Beraterin im Team. Ich würde deine Forenberatung übernehmen :).

Ich habe mir gerade deine Thematik durchgelesen und würde jetzt erstmal auf deine Frage eingehen. Ich würde mich an deiner Stelle an das Jugendamt wenden. Die können dafür sorgen, dass du bei deinen Eltern rauskommst und Beispielsweise in eine "Einrichtung" kommst. Ich weiß nicht in wifern du in der Thematik mit solchen Einrichtungen bist, denn das Wort hört sich am Anfang immer beänstigend an. Das ist aber letztendlich quasi ein Ort, wo du untergebracht werden würdest, wo du dann mit anderen zusammen lebst in einer Wohngruppe. Heißt du hättest auch dort dein eigenes Zimmer und die Betreuer kümmern sich dann um dich. Gerade zu solchen Themen kann ich dir eine Menge erzählen, wenn du möchtest.
Es gibt auch sogenannte Kinder und Jugendschutzhäuser, wo du zum Beispiel auch unterkommen könntest. Das hört sich erstmal schlimm an, aber ich kann dir aus Erfahrungen sagen, dass es schlimmer klingt als es ist. Gerade bei deiner sorge dass es schlimmer werden könnte, würde ich an deiner Stelle darüber nachdenken. Grundsätzlich kannst du in solchen Fällen auch direkt dich an die Polizei wenden. Dafür musst du nicht unbedingt zum Jugendamt gehen. Auch die müssen dir helfen. Ich kann dir sagen, es gibt viele Möglichkeiten. Das sind erstmal viele Informationen, ich weiß und wenn du dazu Fragen hast, dann kannst du sie immer gerne stellen. Ich habe gewisse Erfahrungen in solchen Themen und würde versuchen dir darauf so gut es geht zu antworten.

Ich verstehe dass dich die gesamte Situation sehr belastet und ich stelle mir diese auch sehr belastend vor.. Gerade dass dein Vater dich in vielen Dingen einschränkt und auch die anderen Dinge. Denk daran, dass du jederzeit zur Polizei gehen kannst. Auch das Jugendamt muss dir helfen.
Aber was ich dir ich mal sagen möchte ist, dass ich es sehr stark finde von dir, dass du dir um solche Sachen Gedanken machst und sagst damit geht es mir nicht gut. Nicht jeder kann das in deinem Alter so genau sagen.

Und auch finde ich es sehr stark von dir dass du versuchst hast mit deinem Vater zu sprechen. Hast du deiner Mutter das auch schon erzählt oder mit ihr geredet? Es ist völlig normal, dass du in deinem Alter gewisse Entscheidungen selber treffen möchtest, zu mal es ja auch um dich geht.

Ich hoffe ich kann dir zumindest gerade ein bisschen was in Informationen geben und freue mich, auf deine Antwort :).
Wenn du Fragen hast, kannst du sie mir gerne stellen.
Ich wünsche dir auf jeden Fall einen guten Rutsch in das neue Jahr und einen guten Start in das neue Jahr.
Liebe Grüße :)

Anna
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
Anna
Peer-Beraterin
Beratung4kids
userm
01.01.2026 10:08
Hallo Anna,

vielen Dank für deine Antwort. Meine Mutter ist deutlich verständnisvoller, ruhiger und geduldiger mit mir. Zwar ist bei ihr auch die Vorstellung der Kontrolle vorhanden, aber in den meist Fällen akzeptiert sie mein „Nein". Aber aus bestimmten Gründen – im Bezug der Vergangenheit – wende ich mich nicht an sie bezüglich auf das Thema aktuell. Sie wird es wahrscheinlich meinen Vater sagen, dann gibt es ein weiteres Gespräch mit meinem Vater, das notwendigerweise mit ein paar Übergriffen (am Ohr anfassen, auf die Wange schlagen) stattfinden müsste. Das passiert öfters, wenn mein Vater die Geduld verliert. Er verkneift sich zuerst den Instinkt. Jedoch kommt es raus, wenn ich mich ihm öfters widersetze und er die Geduld verliert. Meine Mutter würde da keinen großen Unterschied machen, wenn sie mit ihm spricht.

Zwar gibt mein Vater mir viele Freiheiten (z.B. er respektiert meist meine Privatsphäre auf den digitalen Geräten, bei dem Arabisch lernen macht er mir kein Druck, ich werde für meine Noten nicht bestraft, usw.), jedoch fällt sein Verhalten negativ auf – in subtilen Sinne. Er ist eigentlich liebevoll und gesellig zu mir. Jedoch erzeugen sie kein guten Eindruck aufgrund der subtilen Auffälligkeiten seines Verhaltens.

Meine Suizidgedanken sind zurzeit bloß mild und gelegentlich. Das liegt daran, dass ich weiß, dass ich nicht mehr alleine bin bzw. Hilfe gesucht habe.

Um auf deinen Rat vertrauen zu dürfen, brauch ich erst ein paar Antworten:

1. Du sagtest, du hast Erfahrung in solchen Themen. In welchen Themen genau und wie hast du diese erlangt?
2. Wäre der Schritt sich an das Jugendamt zu wenden nicht zu drastisch? (Es ist für mich zwar nicht drastisch, aber ich bin mir nicht bewusst, ob es in diesem Fall angemessen ist oder nicht)
3. Bist du sicher, du sagst mir es nicht aus Mitleid und weißt, was du sagst? Anders gesagt: Sagst du die Worte nur für mein Wohl, sodass diese nicht stimmen könnten?

Als dann bin ich sicher, ob ich dir – im Bezug der Ratschläge – vertrauen kann.

Unabhängig von den Fragen: Werden diese Details irgendetwas an deinem Rat sowie Lösung ändern? Bitte beantworte diese Frage auch.

Mit freundlichen Grüßen
userm
userm
01.01.2026 10:08
Hallo Anna,

vielen Dank für deine Antwort. Meine Mutter ist deutlich verständnisvoller, ruhiger und geduldiger mit mir. Zwar ist bei ihr auch die Vorstellung der Kontrolle vorhanden, aber in den meist Fällen akzeptiert sie mein „Nein". Aber aus bestimmten Gründen – im Bezug der Vergangenheit – wende ich mich nicht an sie bezüglich auf das Thema aktuell. Sie wird es wahrscheinlich meinen Vater sagen, dann gibt es ein weiteres Gespräch mit meinem Vater, das notwendigerweise mit ein paar Übergriffen (am Ohr anfassen, auf die Wange schlagen) stattfinden müsste. Das passiert öfters, wenn mein Vater die Geduld verliert. Er verkneift sich zuerst den Instinkt. Jedoch kommt es raus, wenn ich mich ihm öfters widersetze und er die Geduld verliert. Meine Mutter würde da keinen großen Unterschied machen, wenn sie mit ihm spricht.

Zwar gibt mein Vater mir viele Freiheiten (z.B. er respektiert meist meine Privatsphäre auf den digitalen Geräten, bei dem Arabisch lernen macht er mir kein Druck, ich werde für meine Noten nicht bestraft, usw.), jedoch fällt sein Verhalten negativ auf – in subtilen Sinne. Er ist eigentlich liebevoll und gesellig zu mir. Jedoch erzeugen sie kein guten Eindruck aufgrund der subtilen Auffälligkeiten seines Verhaltens.

Meine Suizidgedanken sind zurzeit bloß mild und gelegentlich. Das liegt daran, dass ich weiß, dass ich nicht mehr alleine bin bzw. Hilfe gesucht habe.

Um auf deinen Rat vertrauen zu dürfen, brauch ich erst ein paar Antworten:

1. Du sagtest, du hast Erfahrung in solchen Themen. In welchen Themen genau und wie hast du diese erlangt?
2. Wäre der Schritt sich an das Jugendamt zu wenden nicht zu drastisch? (Es ist für mich zwar nicht drastisch, aber ich bin mir nicht bewusst, ob es in diesem Fall angemessen ist oder nicht)
3. Bist du sicher, du sagst mir es nicht aus Mitleid und weißt, was du sagst? Anders gesagt: Sagst du die Worte nur für mein Wohl, sodass diese nicht stimmen könnten?

Als dann bin ich sicher, ob ich dir – im Bezug der Ratschläge – vertrauen kann.

Unabhängig von den Fragen: Werden diese Details irgendetwas an deinem Rat sowie Lösung ändern? Bitte beantworte diese Frage auch.

Mit freundlichen Grüßen
userm
userm
01.01.2026 10:08
Hallo Anna,

vielen Dank für deine Antwort. Meine Mutter ist deutlich verständnisvoller, ruhiger und geduldiger mit mir. Zwar ist bei ihr auch die Vorstellung der Kontrolle vorhanden, aber in den meist Fällen akzeptiert sie mein „Nein". Aber aus bestimmten Gründen – im Bezug der Vergangenheit – wende ich mich nicht an sie bezüglich auf das Thema aktuell. Sie wird es wahrscheinlich meinen Vater sagen, dann gibt es ein weiteres Gespräch mit meinem Vater, das notwendigerweise mit ein paar Übergriffen (am Ohr anfassen, auf die Wange schlagen) stattfinden müsste. Das passiert öfters, wenn mein Vater die Geduld verliert. Er verkneift sich zuerst den Instinkt. Jedoch kommt es raus, wenn ich mich ihm öfters widersetze und er die Geduld verliert. Meine Mutter würde da keinen großen Unterschied machen, wenn sie mit ihm spricht.

Zwar gibt mein Vater mir viele Freiheiten (z.B. er respektiert meist meine Privatsphäre auf den digitalen Geräten, bei dem Arabisch lernen macht er mir kein Druck, ich werde für meine Noten nicht bestraft, usw.), jedoch fällt sein Verhalten negativ auf – in subtilen Sinne. Er ist eigentlich liebevoll und gesellig zu mir. Jedoch erzeugen sie kein guten Eindruck aufgrund der subtilen Auffälligkeiten seines Verhaltens.

Meine Suizidgedanken sind zurzeit bloß mild und gelegentlich. Das liegt daran, dass ich weiß, dass ich nicht mehr alleine bin bzw. Hilfe gesucht habe.

Um auf deinen Rat vertrauen zu dürfen, brauch ich erst ein paar Antworten:

1. Du sagtest, du hast Erfahrung in solchen Themen. In welchen Themen genau und wie hast du diese erlangt?
2. Wäre der Schritt sich an das Jugendamt zu wenden nicht zu drastisch? (Es ist für mich zwar nicht drastisch, aber ich bin mir nicht bewusst, ob es in diesem Fall angemessen ist oder nicht)
3. Bist du sicher, du sagst mir es nicht aus Mitleid und weißt, was du sagst? Anders gesagt: Sagst du die Worte nur für mein Wohl, sodass diese nicht stimmen könnten?

Als dann bin ich sicher, ob ich dir – im Bezug der Ratschläge – vertrauen kann.

Unabhängig von den Fragen: Werden diese Details irgendetwas an deinem Rat sowie Lösung ändern? Bitte beantworte diese Frage auch.

Mit freundlichen Grüßen
userm
userm
01.01.2026 10:09
Hallo Anna,

vielen Dank für deine Antwort. Meine Mutter ist deutlich verständnisvoller, ruhiger und geduldiger mit mir. Zwar ist bei ihr auch die Vorstellung der Kontrolle vorhanden, aber in den meist Fällen akzeptiert sie mein „Nein". Aber aus bestimmten Gründen – im Bezug der Vergangenheit – wende ich mich nicht an sie bezüglich auf das Thema aktuell. Sie wird es wahrscheinlich meinen Vater sagen, dann gibt es ein weiteres Gespräch mit meinem Vater, das notwendigerweise mit ein paar Übergriffen (am Ohr anfassen, auf die Wange schlagen) stattfinden müsste. Das passiert öfters, wenn mein Vater die Geduld verliert. Er verkneift sich zuerst den Instinkt. Jedoch kommt es raus, wenn ich mich ihm öfters widersetze und er die Geduld verliert. Meine Mutter würde da keinen großen Unterschied machen, wenn sie mit ihm spricht.

Zwar gibt mein Vater mir viele Freiheiten (z.B. er respektiert meist meine Privatsphäre auf den digitalen Geräten, bei dem Arabisch lernen macht er mir kein Druck, ich werde für meine Noten nicht bestraft, usw.), jedoch fällt sein Verhalten negativ auf – in subtilen Sinne. Er ist eigentlich liebevoll und gesellig zu mir. Jedoch erzeugen sie kein guten Eindruck aufgrund der subtilen Auffälligkeiten seines Verhaltens.

Meine Suizidgedanken sind akutell bloß mild und gelegentlich. Das liegt daran, dass ich weiß, dass ich nicht mehr alleine bin bzw. Hilfe gesucht habe.

Um auf deinen Rat vertrauen zu dürfen, brauch ich erst ein paar Antworten:

1. Du sagtest, du hast Erfahrung in solchen Themen. In welchen Themen genau und wie hast du diese erlangt?
2. Wäre der Schritt sich an das Jugendamt zu wenden nicht zu drastisch? (Es ist für mich zwar nicht drastisch, aber ich bin mir nicht bewusst, ob es in diesem Fall angemessen ist oder nicht)
3. Bist du sicher, du sagst mir es nicht aus Mitleid und weißt, was du sagst? Anders gesagt: Sagst du die Worte nur für mein Wohl, sodass diese nicht stimmen könnten?

Als dann bin ich sicher, ob ich dir – im Bezug der Ratschläge – vertrauen kann.

Unabhängig von den Fragen: Werden diese Details irgendetwas an deinem Rat sowie Lösung ändern? Bitte beantworte diese Frage auch.

Mit freundlichen Grüßen
userm
userm
01.01.2026 10:16
Hallo Anna,

aufgrund eines technischen Problems hat sich meine Nachricht verdoppelt. Die Nachrichten sind inhaltlich gleich. Auf ein oder zwei Stellen pro Nachricht habe ich etwas optimiert oder ein Rechtschreibfehler gemacht. Hauptsächlich soll die Nachricht sowie der Inhalt übersichtlich für dich sein.

Mit freundlichen Grüßen
userm
Anna
Peer-Berater(-in) 02.01.2026 14:45
Hallo und frohes neues Jahr :)
Also ich versuche erstmal bestmöglich auf deine Fragen einzugehen.
1. Ich habe einige Freunde die in einer Wohngruppe wohnen, die auch zum Großteil alle minderjährig sind. Für dich einmal als Orientierung: ich bin selber volljährig und habe nicht in einer Wohngruppe gewohnt. Also die meisten Freunde von mir wohnten bereits wie ich sie kennenlernte in einer Wohngruppe, aber eine meiner Freunde kannte ich bereits 6½ Jahre als sie in eine Wohngruppe kam. Die besagte Freundin ist auch in einem Jugendschutzhaus gewesen. Von dort aus ist sie dann in eine Wohngruppe gekommen.
2. Letzendlich musst du es selber wissen. Der Schritt kann sehr drastisch sein ja und auch verletzend für deine Eltern. Ich bin selber mit 18 über Umwege ausgezogen und für meine Eltern war das definitiv nicht einfach. Ich bin selber für knapp zwei Monate wo anders hingegangen, bevor ich in meine Wohnung gegangen bin. Für meine Eltern war das nicht einfach und auch verletzend, aber irgendwann haben sie es einigermaßen akzeptiert, dass ich jetzt nicht mehr dort wohne. Das hat auch eine ganze Zeit gedauert. Ich möchte dir diesen Schritt nicht schon reden, sondern möchte dir hauptsächlich erklären welche Möglichkeiten ich kenne und wie es danach so ungefähr weitergeht. Also zumindest so gut ich es eben kann und letzendlich ist und bleibt es immer noch deine Entscheidung, ob du diesen Schritt gehst oder nicht. Letzendlich sind deine Eltern auch dann Sorgeberechtigt und können zum Teil dadurch immer noch mit bestimmen. Auch da gäbe es Möglichkeiten, aber da kenne ich mich nicht so gut aus und müsste mich da auch erstmal belesen.
3. Nein, ich sage sie nicht aus Mitleid. Ich lese mir jeden Beitrag neutral durch und versuche auch so neutral wie möglich auf die Nachrichten einzugehen. Letzendlich kann ich dir nur erzählen, welche Möglichkeiten ich kenne und das tue ich unparteiisch. Ich kann deine Seite verstehen und überlege, was möglich wäre, aber auch an die Reaktion deiner Eltern. Ich möchte dir zu nichts konkret raten. Letzendlich ist es dein Leben und du musst für dich entscheiden was du möchtest. Auch wenn ich Erfahrungen in die Richtung habe, denke ich über solche Fragen wie du sie hier stellst seperat nach und versuche für mich rauszufiltern was ich machen würde.

Ich kann verstehen, dass du mit deiner Mutter darüber nicht reden magst und ich verstehe auch deine Sorge. Hast du denn generell jemanden mit dem du darüber reden kannst, oder ist das bei dir auch eher schwierig? Was heißt denn öfters widersetzen so ungefähr? Kommt das auf die Thematik an?

Es bist schon mal wichtig und gut dass dein Vater einige Freiheiten überlässt und auch deine Privatsphäre respektiert. Das klingt ja schon so, als dürftest du zumindest gewisse Sachen selber entscheiden. Was sind denn Sachen, die er dich gar nicht entscheiden lässt?

Dass deine Suizidgedanken eher mild und gelegentlich sind beruhigt mich und du kannst dich immer gerne hier melden, wenn die was zu viel wird. Ich schaue in der Regel mehrmals täglich rein und schaue ob jemand geschrieben hat. Ich antworte nicht immer sofort, aber ich werde dir antworten.

Ich habe in der Tat drüber noch mal nachgedacht anhand dem was du mir jetzt neu erzählt hast. Es klingt ja schon so, dass du zumindest gewisse Sachen selber entscheiden darfst... Dennoch sind die Übergriffe da, was mich nachdenklich stimmt ..
Zum einen klingt es so, als ob sein Verhältnis zu deinen Eltern zumindest in einer gewissen Form gut ist (korrigier mich gern wenn was nicht stimmt) und in einer anderen Form da eben dieser Druck ist. Es ist schwer genau einzuschätzen was in solch einer Situation für mich der Weg wäre. Vielleicht kannst du ja das Jugendamt mal nach einem generellen Gesprächstermin fragen und deine Situation einfach mal schildern? Letzendlich ist es deine Entscheidung und du musst wissen was für dich das Beste ist.

Das sind jetzt ziemlich viele Fragen die ich dir das gestellt habe. Wenn dir irgendwas zu privat ist, oder du darüber nicht reden möchtest, dann brauchst du sie natürlich nicht beantworten und kannst mir das dann auch gerne sagen. Ich werde darauf dann Rücksicht nehmen.

Liebe Grüße
Anna

Anna
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
userm
02.01.2026 15:57
Hallo Anna,

danke, dass du auf meine Fragen eingegangen bist.

Widersetzen ist für mich nichts anderes als nicht zu gehorchen, jedoch sieht es mein Vater schon fast wie eine Thematik: seinen Erwartungen (z.B. Arabisch lernen) widersprechen, also nicht hineinpassen, ihm nicht (blind) gehorchen (das würde er auch als Trotz oder Frechheit bzw. frech benennen); andere Meinung oder anderes Bild haben (nur bei den Erwartungen ist es zumeist so, ansonsten sieht er es differenziert), Grenzen setzen (ebenfalls nur in Gesprächen, wenn ich nicht mehr reden möchte oder eine Pause nehmen möchte, anders gesagt: keine Diskussion beginnen, was bei ihm – in meinem Fall – beliebt ist). Zu diesem Thema schloß ich aus der Erfahrung von unzähligen Gesprächen und dem subtilem Verhalten sowie Kontrolle zu mir und anderen.

Dinge, die ich nicht mitentscheiden darf: Momentan möchte er meine Haare bei einem Friseur schneiden und – wenn möglich – spenden. Zwar lässt er mir Freiheiten (z.B. Zugriff auf digitalen Geräten, Grenzen fast immer respektiert er), aber ich muss seiner Meinung nach Arabisch lernen, weil es unsere Muttersprache ist. Meinerseits ist es nicht in Ordnung mich dazu zu zwingen, trotz ihres Daseins als die Muttersprache. Ich kann es ebenfalls nicht bezeugen, was meine Muttersprache ist. Denn ich weiß selbst nicht, was meine Muttersprache ist. Zusammengefasst ist mein Verhältnis zu den Eltern positiv, aber seine Erwartungen, sein Zwang und unbewusstem Druck tut mir nicht gut.

Die Schlafprobleme kommen auf Verzögerung des Schlafes auf und wegen langem Grübeln kann ich meine Augen kaum schließen. Außerdem habe ich keine Alpträume mehr, aber rede viel (z.B. Erklärungen, kleine oberflächliche Gespräche) für die Vermeidung der Konflikte, Kontrolle der Situation und Angst vor Konsequenzen, dass seine Kontrolle sich steigert. Daher sagte ich, dass er mich subtil kontrolliert. 3 Kameras befinden sich in der Wohnung, die – wie er sagte – aus Sicherheit präsent sind. Aber sie lassen mich bloß beobachtet und unsicher fühlen, obwohl sie keine Videos mehr – laut meinem Vater – aufnehmen.

Auch wenn man es der Situation nicht ansieht, möchte ich nicht wirklich in der Familie bleiben. Sondern irgendwo sicher, aber auch respektiert, untergebracht werden. Häusliche Hilfe wird nichts helfen. Ich versuchte selbst ihm zu sagen, wie ich mich fühle dabei und meine Wünsche mitzuteilen. Aber es war erfolglos. Am Ende des Gesprächs musste ich oft lügen, um nicht mehr Übergriffe (wenn er die Geduld verlor und es tat) zu erleben oder die Diskussion zu beenden. Schlafen kann ich also nicht mehr mit sicheren Gedanken. Vor dem Schlaf sind die Suizidgedanken intensiver, dennoch nicht stark. Ich stecke im subtilen Stress, Druck und mein Zustand wird nicht besser.

Zwar kann ich einige Angelegenheiten mitentscheiden oder entscheiden. Die wären allerdings klein: ob ich die Süßigkeit jetzt essen werde, usw. Also ich kann es nicht in Worte fassen. Früher sagte er auch den Satz: Ich kenn dich besser als du selbst. Und daher habe ich das Gefühl, dass seine Umarmungen und Berührungen nur aus Besitznahme – gemischt mit (väterlicher) Liebe – sind.

Zuhause fühle ich mich nicht mehr wohl und möchte nicht mehr da wohnen. Da ich weiß, dass es mir nicht mehr gut geht und einiges an Selbstbestimmung dort eingeschränkt wird, muss ich eine Grenze setzen. Es ist definitiv nicht gesund, dass ich hier bleibe. Wäre es also sinnvoll das Jugendamt per E-Mail anzuschreiben? Ein Gespräch (wäre es mit meinem Vater oder mir), denke ich, wird wahrscheinlich nichts oder wenig bessern.

Mit freundlichen Grüßen
userm
userm
02.01.2026 16:02
Ich habe auch vergessen zu erwähnen, dass ich Schlaf manchmal als Ausweg von der Situation oder die Vermeidung meinen Vater zu sehen nutze. Und ebenfalls nutze ich ihn für Zeitvertreibung. Ich weiß, es nicht nicht gesund es zu machen. Aber ich versuche das zu lassen.
Anna
Peer-Berater(-in) 03.01.2026 17:58
Hallo,
sehr gerne :)

Also ich schreibe einfach mal direkt was mir zu deinem Text einfällt. Es klingt auf jeden Fall nach sehr viel Kontrolle. Gerade da du selber sagt, du möchtest Dorf ungern bleiben, würde ich an deiner Stelle ein Gespräch mit dem Jugendamt in Betracht ziehen.
Bezüglich der Sprache.. Ich kann absolut verstehen, dass du nicht richtig weißt was jezut deine Muttersprache ist z, zu mal du die Sprache nicht sprechen kannst beziehungsweise diese lernst. Ich kenn jetzt nicht die genaue Definition von Muttersprache, aber ich denke ich würde es vermutlich Recht ähmlich sehen wie du.
Gerade dass du deine Grenzen nicht setzen kannst, finde ich ist ein schwieriges Thema. Jeder Mensch hat seine Grenzen, welche respektiert werden können. Du respektierst die Grenzen ja schließlich auch, die dir deine Eltern setzen.
Das du ein ansich gutes Verhältnis zu deinen Eltern hast, ist schon mal gut. Selbst wenn du jetzt bei deinen Eltern raus gehen würdest, könntest du dich weiterhin mit deinen Eltern treffen. Was deine Eltern aus solch einer Situation machen würden, weiß ich zwar nicht, aber du solltest für dich entscheiden.
Was deine Gedanken vor dem Schlafen angeht, könnte ich schauen ob ich sofern ich es zeitlich schaffe Abends ab Gruppenchats anbiete. Du kannst gerne jederzeit in solch einen Chat rein kommen und dir dort alles von der Seele schreiben, wenn dir das hilft.
Auch die Kameras schenken ja in einer gewissen Form deine Privatsphäre ein und auch da verstehe ich dein Unwohlsein..
Da du dich nicht wohl fühlst, würde ich dem Jugendamt schreiben ja. Die können dir da noch mal die genauen Möglichkeiten erklären. Ich kann mich da auch gerne noch mal belesen, aber kann dir nicht garantieren, dass es bei dir genauso wäre. Das kann von Person zu Person unterschiedlich sein und jeder kommt mit unterschiedlichen Vorgeschichten dort hin. Wichtig ist allerdings für dich eine Möglichkeit zu finden, mit der du dich wohl fühlst. Ich weiß nicht in wifern deine Eltern dann noch Einfluss auf dein Leben haben können, wenn du nicht mehr dort wohnen solltest, aber ich vermute mal, dass es nicht so dolle sein kann, wie es aktuell ist. Aber auch das kann ich dir nicht garantieren. Bei der einen Freundin, die in einer Wohngruppe ist, hatte der Vater glaube ich nicht mehr so viel Einfluss auf sie und vieles hat die Wohngruppe gemacht. Aber sie war auch zu dem Zeitpunkt fast volljährig, daher kann ich dir da nicht genau sagen wie es bei dir sein würde.
Wie kommst du denn in der Schule klar? Ich mein aktuell sind zwar vermutlich bei dir auch Ferien, aber wirkt sich das dort auch negativ aus?
Auch dass du den Schlaf als Ausweg nutzt, ist zum einen verständlich und erklärt auch deine Schlafprobleme. Hast du denn Ideen, wie du sonst vielleicht ein bisschen deinen Schlafproblemen entgegen wirken kannst? Es gibt da verschiedene Möglichkeiten. Da könnte ich dir sonst auch noch mal ein paar Tipps geben. Hast du vielleicht sonst noch eine Idee, wie du mit der Situation umgehen kannst, ohne zu schlafen?
Liebe Grüße Anna

Anna
Peer-Beraterin
Beratung4Kids