Thema: Abitur

Eröffnet am 11.01.2020 um 10:10 Uhr

Whisper 11.01.2020 10:10

Hallo ihr Lieben,
Eigentlich bin ich ja nicht so die Forums-Schreiberin, aber vielleicht ist es bei diesem Thema ja hilfreich, vielleicht kennt das der Ein oder Andere von sich selbst.
Ich bin jetzt in meinem letzten Schuljahr, Ende April stehen meine Abiturprüfngen an. Und allein der Gedanke daran reicht aus, damit es mir nicht gut geht. Dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich bis Ende des letzten Schuljahres meine komplette Schulzeit nie wirklich Probleme mit der Schule hatte, es gab vielleicht mal einzelne Themengebiete im Stoff, die mir etwas schwerer gefallen sind, aber ansonsten war ich immer eine sehr gute Schülerin, gute Noten waren nie ein Problem und das oft auch ohne wirklich viel lernen. Meistens reichte es, wenn ich im Unterricht aufgepasst habe und regelmäßig die Schulaufgaben gemacht habe, um mir die Dinge beizubringen, die nötig waren. Am leichtesten sind mir immer schon Sprachen gefallen, da musste ich nie irgendwie zusätzliche Zeit rein investieren. Am schwersten waren für mich immer Mathematik und Chemie... Aber auch da waren mit nicht wirklich großem Aufwand in den Klausuren durchschnittlich 10 Notenpunkte drin...
Doch jetzt ist das Alles irgendwie anders, ich komme im Unterricht nicht mit, ich kann mich auf keine Aufgabe wirklich konzentrieren und das hat jetzt glaube ich dazu geführt, dass ich irgendwie so resigniert bin... Und dass das bevorstehende Abitur mittlerweile so ein komisches Gefühl in mir auslöst, ich fast schon panisch werde wenn ich im Unterricht von Lehrern daran erinnert werde, dass bald das Abitur ansteht. Und ich einfach schon jetzt das Gefühl habe dem nicht gewachsen zu sein. Meine Noten sind dieses Schuljahr wirklich mies geworden... Und ich hab keine wirkliche Erklärung dafür. Ich habe es sogar geschafft zum ersten Mal in einer Klausur einen Unterkurs zu schreiben.
Ich weiß, dass das bescheuert erscheint, sich damit so verrückt zu machen und dass es durchaus schlimmere Probleme gibt. Und ich kann euch auch nicht sagen, wieso es mir nicht gelingt, das so gelassen zu sehen, dass es sich vielleicht von alleine wieder bessert, sobald ich aufhöre mich damit selbst verrückt zu machen.
Vielleicht hat ja jemand einen Rat, was ich machen kann, wie ich die Zeit bis zum Abi noch gut nutzen kann... Und wie ich vielleicht dem entgegen wirken kann, dass es mir damit so schlecht geht.
Danke schonmal an Alle, die sich die Mühe gemacht haben den Text durchzulesen!

Liebe Grüße
Whisper

Der schlimmste Schmerz ist der Schmerz in dir, den du nicht zeigen kannst, nicht erklären kannst, über den du nicht sprechen kannst, aber dein Herz zerreißt, deine Seele weinen lässt, dich innerlich umbringt ; aber niemand versteht es.
Laura P. Teamer(-in) 11.01.2020 11:34

Hallo Whisper,
Ich bin Laura und Beraterin hier bei Beratung4Kids.
Zunächst, auch die Schule kann ein Problem sein und Prüfungen genauso. Dafür gibt es dieses Unterthema, also keine Sorge. Dein Problem darf hier ruhig ein Problem sein. Das Abitur ist natürlich eine stressige Angelegenheit, daher kann ich durchaus nachvollziehen, wie das gerade für dich sein muss. Du schreibst, dass du eigentlich eine gute Schülerin bist, nur dieses Jahr etwas hinterher hinkst. Hast du dir den Lernstoff diesmal denn schon angeschaut, was du für das Abitur brauchst? Vielleicht hilft es ja, dich mit ein paar Klassenkameraden zusammen hinzusetzen und zu lernen. Schüler haben oft noch eine ganz andere Erklärungsweise parat als die Lehrer. Wenn du eher für dich selbst lernst, vielleicht kannst du dir eine Art Checklist machen, wo du die ganzen Themen aufschreibst, die du Lernen musst und arbeitest die dann durch. Um deine Panik etwas zu mildern, frage dich doch einmal selbst, warum schiebst du gerade so eine Panik davor? Was ist es was dir Sorgen bereitet? Wieso glaubst du, dass du dem Stoff nicht mehr gewachsen bist, wenn doch vorher alles funktioniert hat? Du könntest dann versuchen, Entspannungstechniken anzuwenden. Weißt du welche?

Liebe Grüße
Laura

Zuletzt editiert am: 11.01.2020 11:35, von: Laura P.


Laura
Teamerin
Beratung4Kids
Whisper 14.01.2020 20:43

Hallo Laura,
Danke für deine schnelle Antwort und deine Worte und tut mir leid, dass du nun ein paar Tage auf meine Reaktion warten musstest.

Ich versuche mal auf alle deine Fragen einzugehen und hoffe ich vergesse nichts.
Ja ich kenne den Stoff für meine Prüfungsfächer und habe mir das Alles auch schon angesehen, es ist ja auch so, dass viel Stoff auch aus den Schuljahren ist, in denen ich besser war und wo ich den Stoff rein theoretisch können müsste. Ja, dieses Jahr hinke ich hinterher mit dem Stoff, komme nicht mehr wirklich mit und kann mir vieles nicht merken.
Also rein rational gesehen kann ich dir leider keine plausible Antwort auf deine Frage geben, wieso ich nur wegen diesem Schuljahr das Gefühl habe, dem Ganzen nicht mehr gewachsen zu sein. Rational gesehen ist das ja Alles auch nur ein Teil von dem, was nachher in den Prüfungen auch relevant ist.
Ich kann's dir nicht erklären wieso das so ist, aber dennoch bin ich so unsicher und das steigert sich dann, ich schau mir z.B. Prüfungen aus den Vorjahren zum lernen an, kann etwas nicht oder bin mir nicht ganz sicher, springe dann zur nächsten Aufgabe, hab aber immer noch im Hinterkopf, dass da noch eine Aufgabe ist, bei der ich keine Ahnung hab und dadurch werde ich auch bei der Aufgabe unsicher und so zieht sich das dann durch die Prüfung durch und am Ende gebe ich auf.
Dazu kommt, dass meine Konzentration sehr schnell sehr stark nachlässt also mir fällt es schwer in den letzten Monaten mich länger intensiv damit auseinanderzusetzen was halt zu den Gedanken führt, dass das ja nicht nur fürs Lernen blöd ist wo ich Pause machen kann sondern dann auch beim Abi selbst ein Problem wird... Die schriftlichen Prüfungen ziehen sich über mehrere Stunden hin... Und wenn ich da alle halbe Stunde Pause machen muss weil ich nichts anständiges mehr hinkriege weil ständig anderer Mist dann anfängt in meinen Kopf zu schießen dann werde ich der Prüfung nicht gerecht.
Ich bin überhaupt kein Typ für gemeinsames Lernen, ich bin gern für mich und habe meine Ruhe, deswegen habe ich auch da auch keine wirkliche Motivation zu zu versuchen, ob ich vielleicht in einer Gruppe lernen sollte.
Eine Checkliste wie du schreibst so etwas in der Form habe ich mir schon erstellt, auch mit einem groben zeitlichen Plan, der hinhauen sollte, sollte ich dem Plan gerecht werden. Und das tu ich aber nicht...
Ich weiß auch nicht, ich kann's nicht so gut in Worte fassen, wieso das jetzt Alles so "schlimm" für mich ist. Es ist einfach ein Gefühl, dass ich habe wenn es gerade um Lernen, Konzentrieren, Schule und vor allem das Abitur geht, für das ich aber kein Wort habe und dass ich nur sehr schwer beschreiben kann.
Entspannungsübungen an sich habe ich schonmal von gelesen oder gehört, aber nie selbst welche ausprobiert.
Ich glaube ich finde jetzt auch mal wieder ein Ende. Ich hoffe ich hab nichts Wichtiges vergessen, falls doch tut es mir leid.

Liebe Grüße
Whisper

Der schlimmste Schmerz ist der Schmerz in dir, den du nicht zeigen kannst, nicht erklären kannst, über den du nicht sprechen kannst, aber dein Herz zerreißt, deine Seele weinen lässt, dich innerlich umbringt ; aber niemand versteht es.
Laura P. Teamer(-in) 15.01.2020 21:19

Hallo Whisper,
Magst du mal ein paar Entspannungsübungen ausprobieren? Ich kann dir gerne mal ein paar aufschreiben, die du ausprobieren könntest und wenn du willst kannst du dann von deinen Erfahrungen berichten.
Hast du denn vielleicht eine Erklärung warum du diese Konzentrationsprobleme hast? Und wegen dem Lernen, vielleicht hilft es ja mit dem Stoff anzufangen, den du bereits kannst, also mit dem wo du in den vergangenen Schuljahre keine Probleme hast.
Vielleicht hast du auch einfach noch nicht die richtige Lernmethode gefunden. Magst du mal beschreiben, wie du bisher gelernt hast? Vielleicht kann dir ja der ein oder andere oder auch ich selbst dir noch Tipps geben, wie man vielleicht sonst noch Lernen kann. Jeder lernt ja anders und ich muss gestehen, ich habe zu meiner Abiturzeit ganz anders gelernt als ich es jetzt für die Uni tue (wobei ich beim Abi auch eher weniger gelernt habe, aber nun gut... *Heuchlerisch* ). Für die lange Konzentrationszeiten während der Klausur, vielleicht hilft es ja auch schon zwischendurch kleine Pausen (Denkpausen) einzulegen, also sprich nach jeder Aufgabe zwei Minuten tief durchatmen und sich erst dann der nächsten Aufgabe widmen. Dürft ihr während der Klausur schmökern? Um die Konzentration beizubehalten, können Nüsse oder Traubenzucker ganz gut hilfreich sein oder ein Müsliriegel. Irgendetwas Süßes, was den Energielevel antreibt.
Liebe Grüße
Laura

Laura
Teamerin
Beratung4Kids
Whisper 16.01.2020 17:38

Liebe Laura,

Wenn es dir nichts ausmacht wäre es toll, wenn du mir ein paar nennen könntest, dann kann ich das ja beim oder vor dem Lernen oder so einfach mal ausprobieren.
Hm, ja ich glaub schon zu wissen, woran die Konzentrationsprobleme liegen... Aber sicher weiß ich es nicht.
Gut möglich, dass ich noch nicht die optimale Lernmethode für mich gefunden hab... Ich hab mit Lernen jetzt ehrlich gesagt nicht wahnsinnig viel Erfahrung. Bei Sprachen zum Beispiel habe ich nie mehr gemacht als Vokabeln zu lernen und das ganz klassisch mit Karteikarten oder einfach im Buch mit einem Blatt die Antworten abdecken und so nach und nach mich selber abfragen und die die ich nicht konnte mit Bleistift im Buch markiert und mir selber mehrmals wiederholt. Grammatik musste ich nie lernen... Das war einfach intuitiv zu 90% immer richtig.
Bei den reinen Lernfächern gab's auch nie groß Probleme, ich habe es einfach auswendig gelernt, klar hab ich dadurch auch nicht immer jedes Detail dann gewusst aber wie erwähnt hat mir aufpassen und es mir danach nochmal durchlesen vielleicht vollkommen gereicht damit ich es im Kopf hatte. In Mathe z.B. musste ich schon immer am meisten lernen um meine Noten im guten Durchschnitt zu halten, da war es so dass ich die Formeln auswendig gelernt hab und viel einfach geübt hab und so einigermaßen merken konnte, welche Formeln z.B. zum Tragen kommen, wenn der Term so und so aussieht... Und eigentlich habe ich daran seitdem es mir schwerer fällt nicht wirklich was geändert. Ich lerne noch genau gleich, nur die Dauer und Häufigkeit wo ich lernen muss sind mehr geworden und es bleibt eben nicht wirklich hängen. Ich muss es viel viel öfter wiederholen um überhaupt irgendwas zu behalten.

Das ist eine gute Frage, das weiß ich gar nicht, ob während den Prüfungen noch etwas anderes erlaubt ist außer Essen und Trinken... Aber das kann ich ja mal noch in Erfahrung bringen was noch okay ist.
Danke schonmal für die Anregungen bis hierher und deine Mühe!
Liebe Grüße
Whisper

Der schlimmste Schmerz ist der Schmerz in dir, den du nicht zeigen kannst, nicht erklären kannst, über den du nicht sprechen kannst, aber dein Herz zerreißt, deine Seele weinen lässt, dich innerlich umbringt ; aber niemand versteht es.
Laura P. Teamer(-in) 17.01.2020 14:56

Huhu,
Also, zunächst einmal muss gesagt werden, dass jede Übung für jeden unterschiedliche Effekte hat. Was für den einen gut ist, muss nicht für den anderen gut sein. Die gängigsten Methoden wären Entspannungsübungen wie Laufen, Hörbuch hören, Ablenkung suchen - nur die kannst du schlecht beim Lernen anwenden. Welche man gut beim Lernen anwenden kann, sind beispielsweise Rapsbäder. Dazu benötigst du eine große Schüssel und Rapssamen, die man im Internet bestellen kann. Diese wärmst du leicht auf (1-2 Minuten in die Mikrowelle und tunkst dann beispielsweise deine Füße oder in den Pausen deine Hände in die Schüssel. Das kann sehr entspannend wirken, sowohl für die Gelenke, als auch im Allgemeinen (Hilft sehr, wenn man viel schreiben muss). Eine weitere Möglichkeit wäre entspannende Musik im Hintergrund laufen zu lassen (Videos dazu findest du massenhaft auf YouTube). Weitere Möglichkeiten, was auch in der Klausur helfen könnte, sind Knetgummis, also Radiergummis, die man Kneten kann oder allgemeine Entspannungstechniken/Achtsamkeitsübungen, die du wirklich überall anwenden kannst. Beide sind im Übrigen auch Skills, die man anwenden kann bei Flashbacks. Die Entspannungstechnik, dir mir gerade im Kopf schwebt, benötigt jedoch etwas Übung. Vielleicht hast du schon mal was von Progressiver Muskelentspannung gehört. Da spannt man Muskeln bewusst an und lässt sie wieder entspannen. Beispielsweise du ballst deine Faust so feste wie möglich und lässt sie dann wieder entspannen, aber beim entspannen der Faust genau nachfühlen, wie sich das wieder entspannt. Wenn du bei Google progressive Muskelentspannung eingibst, findest du sogar Anleitungen, die auf den ganzen Körper bezogen sind. Das kann in einer Klausur sehr hilfreich sein, um Druck und Anspannung loszulassen und das Tolle ist, es merkt keiner, weil die Faust ballen kannst du ja auch unter dem Tisch oder wenn du Hoodies trägst in der Bauchtasche machen. Achtsamkeitsübungen können auch helfen den Fokus wieder auf Hier und Jetzt zu richten, wenn man beispielsweise abschweift mit den Gedanken oder Flashbacks aufkommen. Da gibt es die sogenannte 5-4-3-2-1-Übung, die mit allen deinen Sinnen arbeitet. Welchen Sinn du wann verwendest bleibt dir überlassen. Das Ganze funktioniert so: Du fängst mit der 5 an und sagst dir selbst zum Beispiel 5 Dinge, die du visuell wahrnimmst (In der Schule: Stuhl, Tafel, Lehrer, Klassenkamerad, Stift). Danach 4 Dinge, die du fühlen kannst (Den Stuhl auf dem du sitzt, den Stift in deiner Hand, die Kleidung auf deiner Haut, Kette um deinen Hals), dann 3 Dinge, die du hören kannst (Rascheln von Papier, Schritte des Lehrers, deinen Atem), dann 2 Dinge, die du riechst (Parfüm, Butterbrot) und zuletzt eine Sache, die du schmeckst (Kaugummi). Verstehst du den Prinzip dahinter? Du achtest dann auf deine Umgebung und entspannst dich etwas.
Zu den Lernmethoden, zunächst einmal, ich muss gestehen, dass ich selber auch nie viel Lernen musste, mir ging es also ähnlich wie dir, jedoch durch die Uni habe ich mir doch einige Lernmethoden angeeignet. Ich liste dir jetzt einfach mal ein paar auf: Die Sache mit den Karteikarten ist eine sehr feine Sache, ich bin früher, wenn ich mal gelernt habe, mit den Karteikarten spazieren gegangen und habe währenddessen gelernt. Jetzt für die Uni schreibe ich mir die Sachen pro Fach wie ein kleines Buch auf, welches ich dann mit mir rumschleppe und es bei jeder Gelegenheit lese (Bus/Bahn). Anderen hilft es, zu Lernen in dem sie sich alte Aufgaben raussuchen und sie erneut durchkauen. Eine Bekannte hat mir erzählt, dass sie immer vor dem Spiegel übt, also sprich das was sie lernen muss quasi präsentiert vor dem Spiegel. Wenn sie bei einer Sache ins Holpern gekommen ist, wusste sie dann, dass sie dieses Thema noch genauer üben muss.

So, jetzt hab ich dir einige Tipps und Tricks genannt. Wenn du magst, kannst du sie alle oder einzelne davon ausprobieren und vielleicht hiervon wieder berichten. Ich wünsche dir viel Erfolg dabei *Lächelnd* Wenn du noch mehr Übungen haben willst, dann lass es mich ruhig wissen und ich gebe dir noch ein paar weitere Übungen.
Liebe Grüße

Laura
Teamerin
Beratung4Kids
Whisper 19.01.2020 14:17

Liebe Laura,

Danke für die vielen Tipps und Übungen, manche davon kannte ich schon, einige sind mir neu. Ich werde sie im Laufe der Zeit ausprobieren und berichten, ob etwas geholfen hat.
Ich melde mich, sollte ich noch mehr brauchen, die reichen jetzt erstmal zum ausprobieren, vielleicht ist ja schon etwas Gutes für mich dabei.
Ich wünsche dir viel Erfolg für deine stressige bevorstehende Woche!
Liebe Grüße
Whisper

Der schlimmste Schmerz ist der Schmerz in dir, den du nicht zeigen kannst, nicht erklären kannst, über den du nicht sprechen kannst, aber dein Herz zerreißt, deine Seele weinen lässt, dich innerlich umbringt ; aber niemand versteht es.
Laura P. Teamer(-in) 19.01.2020 21:57

Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Und danke *Lächelnd*
Liebe Grüße

Laura
Teamerin
Beratung4Kids