Thema: Getrübte Stimmung durch häufig Medikamentenwechsel

Eröffnet am 09.06.2021 um 01:55 Uhr

Unloved-lady 09.06.2021 01:55

Hallo,

ich hab mal ne Frage, ich habe seit einigen Jahre starke Migräne und nehme neben den Medikamenten zur akut Behandlung auch welche zur Reduzierung und Abschwächung der Migräneattacken. Ich habe habe über 1,5 Jahre ein Medikament genommen, mit dem ich super zufrieden war. Das musste ich aber absetzen weil plötzlich Nebenwirkungen aufgetreten sind. Ich war dann zwei Monate ohne Medikament. Da in der Zeit die Migräne aber wieder häufiger wurde, wollte ich gerne wieder etwas haben. Das neue Medikament habe ich dann auch bekommen und ciraca zwei Monate genommen. Allerdings hat das in der Dosierung nicht so gut gewirkt, aufdosieren ging aber aufgrund meiner niedrigen HQ nicht, also wieder ein Neues. Das nehme ich jetzt seit einer Woche und habe das Gefühl einfach total schlapp zu sein (ist als Nebenwirkungen aufgeführt) ohne schlafen zu können. Gleichzeitig ist meine Stimmung wieder weiter im Keller und ich frage mich, ob das durch den häufigen Wechsel kommen kann? Alle drei Medikamente gehören einer anderen Wirkstoffklassen an... Calciumantagonist, Betablocker und Anti Epileptikum... Ich weiß nicht, ob ich die Namen hier nennen darf... Ganz zu beginn der Prophylaxe hatte ich ein trizyklisches Antidepressivum.

Hat da jemand Erfahrung? Ich würde sehr ungern die Prophylaxe beenden, denn ohne bin ich über die Hälfte des Monats im Bett...

Liebe Grüße
Lady

Death seems more inviting than life
Konny Teamer(-in) 09.06.2021 08:35

Hallo Lady,
Ich antworte dir ganz schnell, da ich seit vielen Jahren unter Migräne leide. Leider es ist oft schwierig das richtige Medikament zu finden. Inzwischen hat es bei mir auch gut funktioniert. Meine Attacken sind sehr selten und nicht mehr so heftig. Auch ich hatte viele verschiedene Prophylaxen durch. Alle Medikamente die du aufschreibst sind mir auch bekannt.
Weiterhin hoffe ich, dass du weisst, das alle diese Medikamente erst ca. 3 Monate eingenommen werden sollen, bevor man urteilt, ob diese auch Wirkung zeigen oder nicht. Auch manche Psychopharmaka gehören dazu. Diese müssen ganz langsam ausgeschliechen werden, sonst gibt es unangenehme Nebenwirkungen, die nicht ungefährlich sind. Und man sollte sie nie selbstständig absetzen. Deine Antrieblosikeit kann auch eine Nebenwirkung von den Medikamenten sein. Möglicherweise muss dein Körper sich erst daran gewöhnen, aber am besten, du bespricht das mit deinem Arzt. Manche Medikamente haben am Anfang diese Nebenwirkungen, die aber danach wieder weg gehen. Auf jeden Fall solltest du die Therapie nicht abbrechen. Ich habe Migräne seit meiner Pubertät und es waren Zeiten mit weniger und wider mehr Attacken. Hauptsache, du bist in Therapie. Ausserdem sind Ausdauersport und Meditation, Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung ganz gut als Begleittherapie.
Es gibt auch verschiedene Kopfschmerzzentren in Deutschland, die auch Patientenschulungen anbieten.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen. Falls du Fragen hast melde dich.
Viele liebe Grüße
Konny

Kornelia
Teamerin
Beratung4Kids
Unloved-lady 09.06.2021 22:01

Hallo Konny,

ich danke dir sehr für deine schnelle Antwort. Ich habe mich auch sehr gefreut.

Ich habe die Migräne auch seit meiner Pubertät, also mit 15/16 etwa habe ich sie bekommen, ich bin aber erst sehr spät zu, Arzt gegangen. Als es immer schlimmer wurde und ich immer häufiger in der Schule gefehlt habe. Die Medikamente, die ich bisher abgesetzt und eingenommen habe, habe ich es immer so gemacht, wie es mir mein Arzt gesagt hat, also alles immer nach Absprache. Es frustriert mich, dass ich das Medikament, dass mir so gut geholfen hat, nicht mehr vertrage und ich jetzt irgendwie wieder von neuem anfange.
Hast du eine App die du Nutzt, um Tagebuch zu führen, oder machst du das Handschriftlich oder führst du generell Tagebuch? Gehst du wegen deiner Migräne regelmäßig zu einem Neurologen oder deinem Hausarzt? Ich bin irgendwie alle drei Monate bei meinem Neurologen. Ich finde das mega ätzend, weil ich das Gefühl habe mich da im Kreis zu drehen. Auch bei meiner Akutbehandulng. Da hab ich mein Schmerzmedikament und mein Triptan. Das Triptan braucht bis zu drei Stunden bis es überhaupt anfängt zu wirken. Dabei ist es schon ein starkes. Was machst du bei einer Migräneattacke? Mir hilft es da häufig, wenn ich mich ins abgedunkelte, kalte und ruhige Zimmer lege, eine kalter Waschlappen über die Augen... Aber das geht ja nicht immer. Gerade dieser starke Temperatur anstieg und schwüle Luft und vorallem diese Gewittertage triggert meine Migräne extrem. Vor Corona habe ich gerne und regelmäßig Handball gespielt, bin zum Tanzen und ins Fitnessstudio, aber durch Corona geht das alles nicht.... Tanzen machen wir aktuell online, ab nächster Woche vielleicht auch wieder in der Halle. Handball habe ich aktuell keinen Verein und ein Fitnessstudio auch nicht. Aber wenn ich umgezogen bin möchte ich da wieder gucken, welches in der Nähe ist.

Zu meiner Antriebslosigkeit ist mir noch eingefallen, dass ich durch dieses Wetter und die Temperaturen in den letzten Tagen und das nicht schlafen einfach sehr fertig bin. Vielleicht kommt das auch davon? - Vielleicht alles zusammen?

Liebe Grüße
Lady

Zuletzt editiert am: 09.06.2021 22:06, von: Unloved-lady


Death seems more inviting than life
Konny Teamer(-in) 10.06.2021 19:53

Hallo Lady,
Ich kann es verstehen, dass dich das nervt. Du hast ein Mittel gegen deiner Migräne gehabt, was half und jetzt fängt alles wieder von Anfang an. Vielleicht auch davon kommen deine Schlafprobleme und dein Unmut.
Ich nehme bei Migräne oder Kopfschmerzen gerne Minzöl, was ich auf die Stirn und im Nackenbereich sowie auf dem Hinterkopf auftrage. Mich entspannt es und ich finde es sehr angenehm. Wenn du Minze magst, probiere es aus.
Wichtig ist den Schmerz schnell zu erkennen um zu handeln. Oft hilft auch Tryptane nicht, weil es zu spät eingenommen wird. Du schreibst, das hilft dir nach ca. 3 Stunden. Es gibt auch Nasensprays, die schneller wirken. Ich nehme Tryptane im Pen, was ich mir selber spritzen kann. Das wirkt auch etwas früher. Aber der Wirkstoff benötigt 1,5-2 Std. um zu wirken.
Wenn ich Kopfschmerzen bekomme und die Möglichkeit besteht, nehme ich Minzöl und versuche mich auszuruhen oder zu schlafen. Wenn der Schmerz nach 30 min. nicht weg ist, nehme ich Medikamente und ruhe mich weiter aus.
Ich führe seit Jahren ein Kopfschmerztagebuch auf dem Papier, das ich alle 3 Monate an das Kopfschmerzzentrum schicken muss. Auch ich muss alle 3 Monate vorstellig beim Neurologen sein. Sonst bekomme ich kein Rezept. Das ist üblich, auch wenn das lässtig ist, da es sonst dort nichts passiert. Aber Migräne ist eine chronische Erkrankung, so z.B. wie Diabetes (Zuckerkrankheit). Man soll es so akzeptieren und auf sich achten. Oft wird einem klar, was jetzt gerade die Ursache für den Kopfschmerz war. Stress, Hektik auch Sorgen oder wenig Schlaf verursachen Kopfschmerzen. Sehr wichtig ist, daß du deine Tagesstruktur nicht veränderst und jeden Tag ähnliche Abläufe hat. D.h. gleiche Essenszeiten, wenn du Kaffee trinkst, immer gleiche Zeit und ähnliche Mengen trinken. Auch nicht zu spät zu Bett gehen ist sehr wichtig. Migräne mag keine Veränderungen.
Ich hoffe dir damit ein wenig geholfen zu haben.
Wenn noch etwas sein sollte, melde dich.
Viele liebe Grüße
Konny

Kornelia
Teamerin
Beratung4Kids