Thema: Selbstverletzungen

Eröffnet am 14.02.2022 um 19:43 Uhr

Ava-Pauline 14.02.2022 19:43

Hey,
ich verletze mich seit ca. einem halben Jahr selbst und kann leider nicht damit aufhören. Meine Klassenlehrerin und noch eine andere wissen Bescheid und versuchen mir auch zu helfen. Allerdings kann ich mit meinem Therapeuten und meinen Eltern gar nicht darüber sprechen. Zum Glück spricht meine Freundin meine Lehrer manchmal auf meine Verletzungen an und dann kommen die Lehrer auf mich zu und versuchen zu helfen. Dafür bin ich sehr dankbar! Da ich vom Charakter her auch eher schüchtern bin, würde ich mich auch nie trauen, alleine einen Lehrer um Hilfe zu bitten.

Auf jeden Fall ritze ich mich zurzeit wieder sehr viel und auch tief, so dass es noch Tage danach sehr weh tut und am Anfang auch gar nicht aufhört zu bluten. Ich will davon wegkommen, weil ich eigentlich so gut wie direkt nachdem ich mich geschnitten habe ein total schlechtes Gefühl habe. Und es tut auch immer so weh und ich weiß nicht, was ich gegen den Schmerz tun soll.

Ehrlich gesagt habe ich echt keine Lust mehr zu leben.

Aber ich glaube, mein Lehrer will am Donnerstag noch mit mir sprechen. Ich hoffe, das hilft irgendwie. Ich habe immer total Angst, dabei will er mir ja nur helfen.

Ich kann einfach nicht mehr…
Tut mir leid für den langen Text, aber ich würde mich sehr über eine Nachricht freuen!

Liebe Grüße
Ava Pauline

Zuletzt editiert am: 14.02.2022 19:44, von: Ava-Pauline

Ava-Pauline 25.05.2022 15:21

Hey Sammy,

Gerade nehme ich 25 mg Fluoxetin. Immer morgens.

Mir ist auch aufgefallen, dass mir seit einiger Zeit vieles nicht mehr schmeckt. Früher habe ich so gut wie alles gegessen, aber mittlerweile ist es ziemlich schwierig geworden. Nudeln mit Pesto habe ich eigentlich ganz gerne gegessen. Aber selbst das mag ich gerade nicht. Es ist echt eine Qual noch irgendwas runter zu bekommen.

Also ich glaube es liegt nur daran, dass ich einfach keinen Hunger habe, wenn es mir schlecht geht.
Aber ich bin ehrlich gesagt auch stolz auf mich, wenn ich wenig esse und sehe, dass ich abgenommen habe und will dann so weiter machen.

Und irgendwie schaffe ich es nicht mehr, mich zu öffnen. Meine Eltern und Therapeutin denken, dass es gerade bergauf geht und es mir letzte Woche gut ging. Ich verstelle mich irgendwie immer mehr. Es war nicht schön zu sehen, wie andere unter meiner Situation gelitten haben. Deswegen verstelle ich mich und tu fröhlich. Aber abends, wenn ich alleine in meinem Zimmer bin, weine ich mich in den Schlaf und kann trotz Melatonin nicht schlafen, weil mein Kopf voller Gedanken ist. Ich schreibe nicht mal mehr mit einer Lehrerin, der ich sehr vertraut habe und immer für mich da ist. Vor ein paar Wochen haben wir noch geredet und ich konnte ihr alles sagen und sie hat mir immer geholfen. Aber jetzt sage ich eigentlich keinem mehr, wie es mir eigentlich geht.
Gestern habe das alles einer guten Freundin geschrieben. Sie hat auch versucht mir zu helfen. Aber es wird von Tag zu Tag anstrengender, sich zu verstellen. Ich kann das nicht mehr.

Meine Abschiedsbriefe liegen bereit. Aber ich habe selbst irgendwie Angst vor mir. Obwohl ich eigentlich gar nicht in die Klinik will, überlege ich es mir doch nochmal, ob ich stationär gehe, wenn es nicht besser wird.
Meine Therapeutin wollte mich auch schon so oft in die Klinik schicken, aber ich habe mich immer gewährt. Aber seit ein paar Tagen ist es so schlimm, das ich es vielleicht mache, wenn es nicht besser wird.

Meine Freundin meint auch, dass ich unbedingt mit jemandem reden soll, der wenigstens erwachsen ist.

Mir fällt da nur mein Klassenlehrer ein, der auch von meinen Problemen weiß und sich wirklich um seine Schüler kümmert. Oder eben meine andere Lehrerin. Aber ich glaube, ich schaffe es noch nicht mal denen mich zu öffnen, dabei kann ich es mir da noch am meisten vorstellen.

Ich weiß auch nicht mehr weiter.

Liebe Grüße und alles gut wegen dem Urlaub, kein Stress!
Ava- Pauline
Sammy Peer-Berater(-in) 26.05.2022 22:45

Hallo Ava-Pauline,

ich erlaube es mir davon auszugehen, dass du Normalgewichtig bist. Probier unbedingt in diesem Bereich zu bleiben!
Du schreibst, dass deine Abschiedbriefe bereit liegen. Das bereitet mir ein wenig Sorge. Ich finde es gut, wenn du deine Probleme niederschreibst, vielleicht auch in einem Brief an dich selbst. Einen Abschiedsbrief halte ich aber eher für nicht zielführend um aus deiner Lage wieder rauszukommen!
Gerade wenn du jedes Mal alles lesen kannst was dich dazu motiviert nicht mehr leben zu Wollen bewirkt das eher genau das Gegenteil von dem was es sollte!

Wie stark sind denn deine Suizidgedanken zur Zeit? Hast du vielleicht schon Ideen wie du es umsetzen möchtest?

Was würde denn ein stationärer Aufenthalt für dich bedeuten? Welche Argumente sprechen denn dafür?

Wie gesagt, das ist ja alles noch ein Bisschen hin mit dem Urlaub. Außerdem: wenn ich einen Berater:innenwechsel (wenn auch nur als Vertretung) nicht für sinnvoll erachte führe ich Beratungen prinzipiell auch im Urlaub weiter.

Danke für dein Vertrauen.
Alles Liebe und derweil ganz viel Kraft
Sammy

Sammy
Peerberater
Beratung4Kids
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