Thema: Ich will nicht mehr nach Hause

Eröffnet am 15.03.2020 um 19:49 Uhr

HannA__.01.000 15.03.2020 19:49

Hallo!
Ich bin17 Jahre alt und weiß einfach nicht mehr was ich machen soll. Ich wurde früher viel von meiner Mutter und später auch von meinem Vater geschlagen weil ich nicht alles immer so gemacht hab wie sie wollte und da ich später nicht die Noten hatte die sie wollten. Nun bin ich 17 und hab eigentlich einen perfekte Noten trotzdem ist es nich besser geworden. Ich hatte ein paar Probleme mit Freuenden und habe vor einem Jahr angefangen mich aus Verzweiflung zu ritzen und kann damit einfach nicht mehr aufhören. Außerdem habe ich sehr große Angst vor meinen Eltern und wolleigentlich nur noch weg von zu Hause. Leider hab auch Suizidgedanken und weiß einfach nicht mehr was ich tun soll da ich eigentlich erst in einem Jahr ausziehen kann da ich dann erst meine Schule beendet habe. Mit allem was ich tue bin ich nicht mehr zufrieden und meine Mutter interessiert sich auch kaum für mich. Einmal hatte ich so Angst vor meiner Mutter das ich beim Auto fahren fast aus dem Auto gesprungen bin. Ich will einfach nicht irgendwann damit Enden, dass ich mich wirklich umbringe.

VG
Sammy Peer-Berater(-in) 17.03.2020 22:08

Hallo Hanna,
mein Name ist Sammy und ich bin Peer-Berater bei der Beratung4Kids.
Ich finde es echt mutig von dir, dir in deiner Situation Hilfe zu holen, und ich möchte dich bestmöglich unterstützen.

Ich möchte dein Anliegen mal zusammenfassen:
Du wurdest von deinen Eltern geschlagen, da du nicht das getan hast was sie wollten & deine Noten nicht so perfekt waren. Heute bist du 17 und trotz besserer Noten gibt es die Probleme mit deinen Eltern. Du willst ausziehen und hast Angst vor deinen Eltern, welche dich vernachlässigen. Außerdem verletzt du dich seit einem Jahr selbst.
Hab ich das so richtig verstanden?

Zu deiner Selbstverletzung:
Weißt du denn, wie du die Wunden richtig versorgst?
Kennst du denn auch schon verschiedenste Skills, zum Vorbeugen von Selbstverletzung?

Da der Ursprung deiner Suizidgedanken offensichtlich zuhause liegt, gilt es vorerst, da wegzukommen.
Die Möglichkeit gibt es tatsächlich. Durch das Jugendamt, welches leider einen schlechten Ruf trägt, kannst du sehr schnell in eine Krisenintervention gebracht werden. Dafür gilt es, dieses zu kontaktieren. Im weiteren Verlauf wird dann ein Langzeit-Platz in einer Einrichtung fürs Betreute Wohnen (auch Jugend-WG) gesucht. Dies erledigt die zuständige Sozialarbeiterin.

Sollten die Suizidgedanken stärker & konkreter werden, so wende dich bitte schnellstmöglich an eine der folgenden Personen/Einrichtungen:
- an die Telefonseelsorge
- an die Rettung
- an die Kinder- und Jugendpsychiatrie
oder auch an mich. Leider bin ich nicht dauerhaft aktiv, sollten wir aber eine Antwort von dir Lesen, welche konkreteres äußert, werde ich natürlich schnellstmöglich reagieren.

Bis dahin wünsche ich dir alles Liebe!
Herzlichste Grüße
Sammy

Sammy
Peer-Berater
Beratung4Kids
HannA__.01.000 18.03.2020 15:25

Hallo !
Vielen Dank zuerst einmal für deine Antwort. Ja also die Situation hast du richtig verstanden.
Zu meiner Selbstverletzung. Ja ich versorge meine Wunden richtig und nein, skills kenne ich nicht wie ich es verhindern kann. Ich habe es oft versucht es zu lassen aber ich schaff es aber irgendwie einfach nicht.
ZU den Suizidgedanken: Ja ich denke auch das es richtig wäre auszuziehen. Doch beim Jugendamt war ich / bzw hab mit der Beratungsstelle Telefoniert jedoch hat es nichts gebracht , da die mir nur gesagt haben das ich für eine Wohngruppe zu alt bin und mir da nicht helfen können. Außerdem haben die gesagt das es in einer gewisser weiße normal ist mit 17 Probleme mit seinen Eltern zu haben. Außerdem meinten sie das es schon schlecht ist mit dem ritzen, das es jedoch bei vielen Jugendlichen vorkommt und teilweise auch normal ist. Außerdem haben sie noch gesagt das ich halt an mir selber arbeiten sollte und eventuell ein Therapie machen sollte.

VG
Regenbogenkind 18.03.2020 16:24

Hallo Hanna,

ich hab grad deinen Beitrag gesehen und hoffe, es ist okay, dass ich mich auch melde. Denn ich würde da gern was dazu sagen.

Mir tut es leid, dass die Frau am Telefon eher weniger hilfreich war. Hast du denn direkt beim Jugendamt (JA) angerufen? Ich kann dir, aus persönlichen Erfahrungen, sagen, dass es Wohngruppen auch für Jugendliche gibt, die auch schon älter als 18 sind. Allerdings, wenn du vom JA betreut werden willst, muss es einen Erstkontakt vor dem 18 Lebensjahr geben. Sonst würden solche Hilfen über das Sozialamt laufen. Das zu dem Punkt.
Die Frau meinte ja, dass du vielleicht dir einen therapeutischen Platz suchen solltest, wie stehst du denn selber zu dem Thema? Könntest du dir vorstellen sowas mal auszuprobieren? Oder, was sind deine Ängste, Sorgen und Gedanken dazu? Nur, wenn du diese Teilen möchtest!!

Du kannst wegen Skills mal hier auf der Seite in verschiedenen Forumsbeiträgen schauen, soweit ich weiß gabs oder gibts auch irgendwo eine Beratung, wo Skills gesammelt wurden. Ansonsten kannst du auch insgesamt mal einfach bei Suchmaschinen "Skills bei Selbstverletzendem Verhalten" eingeben. Da kommen einige recht gute Seiten und Ideen. Vllt ja auch ein paar Dinge für dich. Es ist aber ganz normal, wenn nicht alles sofort hilft oder klappt, lass dich dann davon nicht unterkiregen. Das kann erstens nämlich daran liegen, dass der Reiz dir nicht hilft, manchen hilft es lieber Reize durch die olfaktorische Wahrnehmung zu haben, andern abern helfen Skills durch zB die taktile Wahrnehung viel mehr, das muss jeder für sich ausprobieren. Manchmal braucht es auch Skillketten, dass du dann mehrere Dinge hintereinander anwendest, damit es zur Entspannung oder zur besseren Laune kommt.

Was sind denn so klassiche Situationen, wo du dich selbst verletzt? Also eher, wenn du doofe Erinnerungen im Kopf hast oder wenn du dich traurig fühlst oder wütend oder angespannt bist? Oder bei was ganz anderem?

Und nein, dem würde ich gerne Widersprechen. SvV ist niemals normal! Es ist eine Art, wie man mit seinen eigenen Problemem versucht umzugehen, aber keinesfalls eine konstruktive Verhaltensweise, sondern eben leider eine destruktive die super schnell in ein Suchtverhalten umgeht, deswegen ist es super wichtig seine eigenen Triggerfaktoren kennen zu lernen und das Verhalten zu duchbrechen - wenn man sich selbst dazu bereit fühlt! Aber es gibt Wege aus der Selbstverletzung und es gibt Wege, wie man konsturktiver mit seinen Problemen umgehen kann, als sich selbst zu schaden. Denn du kannst nichts für viele Probleme und wieso Probleme durch noch mehr Probleme (narben etc.pp.) kompasieren? Weißt du was ich meine? Ich weiß, dass es anfangs sich nach einer sinnigen und guten Lösung anfühlt und kruzfristig vielleicht auch Erleichterung und so weiter führt. Aber es hält leider ja nicht auf Dauer an und macht die Probleme nicht weg.. So ist jedenfalls meine Erfahrung, wenn du dazu andere Gedanken hast, dann teil die gerne mit mir!

Aber insgesamt: Du musst auf nichts antworten. Antworte nur, wenn du willst und es dir gut dabei geht, bzw du dich dabei okay fühlst, ich will nicht, dass du über Dinge schreiben musst, über die du garnicht hier schreiben möchtest- das ist mir ganz wichtig!! Und Sammy und die BeraterInnen können dir auch nochmal mehr aus der profisionellen Sicht helfen- ich selbst bin ja Userin.. Deswegen kann ich dir vielleicht garnicht so die bomben Tipps geben.. Und ich hoffe, dass es okay ist, dass ich mich hier mit "eingemischt" habe!!

Gib dich nicht auf- es kann anders und besser werden!!

Liebe Grüße
HannA__.01.000 18.03.2020 19:55

Hallo Regenbogenkind !
Zuerst einmal möchte ich dir danken das du mir antwortest. Also zu dem mit dem Jugendamt. Ich habe direkt beim Jugendamt angerufen und die haben mich dann direkt an die Beratungsstelle des Jugendamtes weitergeleitet und dann habe ich mit einer Frau gesprochen da ich eigentlich um einen Beratungstermin gebeten hab jedoch ist es gerade wegen Corona nicht möglich. Daher hatte ich halt einen telefonischen Termin jedoch hat die Frau auch nicht konkret meine Situation verstanden. Gegen einen Therapeutischen Platz bzw gegen therapeutische Hilfe hätte ich nichts, jedoch ist das zum einen relativ schwierig einen Therapeuten zu finden und zum anderen ist es gerade nochmal schwerer wegen Corona.
Eigentlich hat das ganze Angefangen, damit dass ich in der Schule zusammengebrochen bin was leider schon öfters passiert ist, und dann hat mich mein Lehrer halt darauf angesprochen weil es nicht normal ist, da ich wegen eine relativ guten Mathe Note zusammen gebrochen bin ( 13 Punkte ). Jedoch ist das für mich einfach nicht mehr gut. Das ist einfach nur noch eine Note.Früher wäre ich wegen der Note unglaublich glücklich gewesen, doch heute ist es mir eigentlich egal bzw. es ist nichts besonderes für mich.
Außerdem ist es meinen Eltern auch komplett egal was mit mir ist und daher immer wenn ich mich mit meiner Mutter streite oder sie mir einfach sehr viele Seelisch verletzende Sachen vorwirft mit denen sie eigentlich nur unterstreicht wie sehr ich ihr egal bin und wie es mir geht. Als ich mit meinem Lehrer wegen des oben genannten Vorfalles dann gesprochen habe, meinte er halt, dass man sehen würde das es mir nicht wirklich gut gehen würde was ich bis dahin nicht realisiert hatte. Außerdem hat er gesagt das man sehen würde, dass ich sehr eingeschüchtert bin was mir zu dem Zeitpunkt erst aufgefallen ist und das ich mich eigentlich auch sehr zurückgezogen habe.

Das mit dem Selbstverletzenden Verhalten ist eigentlich immer nur wenn ich mich mit meinen Eltern streite bzw wenn sie einfach nur Dinge sagen die mich einfach sehr kränken und dann nehmen auch leider immer mehr die Suizidgedanken zu die dann aufkommen. Dann der ich mir halt immer so " Du bist sowieso nichts wert " " warum lebst du überhaupt noch?" "Was hat das alles noch f+r einen Sinn" . Und dann merke ich eigentlich das es schon Dinge gibt für die es sich lohnt zu Leben doch solche Dinge fallen die Leider in solchen Situationen gar nicht auf , wenn es dir richtig schlecht geht. Und dann denke ich dannach immer so das ich eigentlich voll Glück hab, das ich in so einer tollen Mannschaft spielen kann und dass die Leute aus dem Fußball mir einfach unglaublich wichtig geworden sind und das ich die eigentlich gar nicht verdient hab. Denn letztes Jahr hab ich leider oft Alkohol getrunken wenn es mir nicht so gut ging, jedoch waren die Leute aus dem Fu0ball immer für mich da. Und haben mich nie im Stich gelassen und da merkst du plötzlich auf welche Freunde du dich verlassen kannst und beim Fußball weiß ich einfach das ich mich auf die Leute dort immer verlassen kann.

Aber letztens hab ich zum Beispiel gemerkt wie sehr dich Freunde im Stich lassen können , da mir meine bis dahin beste Freundin erklärt hat das sie erstmal keinen Kontakt zu mir haben will was mir einfach unglaublich weh getan hat weil sie eigentlich eine meiner besten freunde ist und dann kommt einfach sowas. Natürlich gebe ich ihr Zeit aber es tut einfach unglaublich weh sowas zu hören, da man bis dahin gedacht hab das ich´mich auf sie verlassen kann da sie eigentlich immer für mich da war und ich auch für sie. Und ich kenne sie halt einfach schon seit 8 Jahren und seitdem sind wir eigentlich auch befreundet. Und dann kommt sowas und es wirft dich einfach komplett aus der Bahn und du weißt einfach nicht mehr was du tun kannst. Und dann war es so das ich halt probiert hab mir durch. eine Überdosis weh tun wollte jedoch nach so ca 12 Tabletten gemerkt hab was ich eigentlich für einen scheiß mache. Naja ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Irgendwie bin ich gerade ziemlich abgeschweift jedoch hoffe ich das du es verstehst. Und ich hoffe irgendwie das es vielleicht eine Möglichkeit geben wird wie ich ausziehen kann, da ich doch sehr gerne mein Abitur machen würde und mir nicht meinen Weg verbauen will. Die Schule abbrechen ist für mich nur eine Notlösung.

VG
Sammy Peer-Berater(-in) 19.03.2020 11:23

Liebe Hanna,
es freut mich wieder von dir zu lesen! *Glücklich*
Regenbogenkind hat dir ja sehr ausführlich geantwortet und ich kann dem ganzen nur zustimmen. Vor allem dem Teil mit dem "SvV ist was normales"

Ich finde es super, dass du weißt, wie du deine Wunden richtig versorgst.
Darf ich fragen mit was du dich verletzt und wie tief deine Wunden sind?


Ich finde es sehr schade für dich, dass 13 Punkte in deinen Augen keine gute Leistung mehr sind. Hat denn dein Lehrer auf deine Zusammenbrüche und nach dem Gespräch keine weiteren Schritte eingeleitet? Normalerweise fände ich es empfehlenswert sich an den Schulpsychologischen Dienst zu wenden bzw. an den/die Schulsozialarbeiter/in. Wenn das Jugendamt dir nicht weiterhilft würde ich dir weiterhin einen Besuch auf der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz empfehlen. Da es zur Zeit natürlich durch den Corona-Wahnsinn erschwert wird, könntest du vorhin dort diesbezüglich anrufen. Meistens bekommst du dann einen Termin. Bei akuten Spannungszuständen & Suizidgedanken kannst du dich aber natürlich auch von der Rettung oder anderen Personen hinbringen lassen. Meistens ist ein Arzt im Bereitschaftsdienst oder der psychologische Journaldienst für dich da.
Das man selbst nicht merkt, dass es einem schlecht geht oder das man eingeschüchtert ist, ist in solchen Zuständen nicht ungewöhnlich. Meistens wird man, wie in deinem Fall, darauf hingewiesen.

Im Zeitpunkt, in dem jemand sich selbst verletzt, wird selten jemand die positiven Seiten im Leben sehen. Ich schätze es sehr, dass du überhaupt welche siehst. Ich bin froh, dass du mit dem Alkohol trinken in schlechten Phasen aufgehört hast, kann dir allerdings nicht sagen, dass es eine bessere Methode ist, sich zu ritzen. Das brauch ich dir aber nicht zu erklären. wenn ich das richtig einschätze.

Ja, ein Kontaktabbruch tut weh. Gibt es denn von ihr benannte Gründe dafür?
Das dieser so drastische Folgen hatte, wundert mich bei einer sensiblen und zurückgezogenen Person wie du es bist allerdings weniger.
Welche Tabletten hast du dir denn eingeworfen und hast du Folgen gespürt?
Zuletzt schreibst du davon, dass du dein Abitur machen willst, was eine gute Idee ist, solange es dir nicht zu viel Druck macht, so dass du des öfteren wieder zusammenbrichst. Was meinst du dazu. Die Schule abbrechen, musst du deshalb auch nicht zwingend.

Regenbogenkind schrieb:
Du musst auf nichts antworten. Antworte nur, wenn du willst und es dir gut dabei geht, bzw du dich dabei okay fühlst, ich will nicht, dass du über Dinge schreiben musst, über die du garnicht hier schreiben möchtest- das ist mir ganz wichtig!!

Das gilt natürlich auch für mich, die ganze Beratung und alle Beratungen, die du hier, bei der B4K, anfängst!

Ich wünsche dir noch einen halbwegs erträglichen Tag!
Alles Liebe und Herzlichste Grüße
Sammy

Sammy
Peer-Berater
Beratung4Kids
HannA__.01.000 19.03.2020 17:53

Hallo Sammy,

Also das mit dem selbstverletzenden Verhalten, da ritze ich mich meistens nur und manchmal verbrenne ich mich absichtlich mit einer Kippe ( das ich halt eine Kippe an meinem Arm ausdrücke ) aber das hab ich bis jetzt noch nicht so oft gemacht. Meistens wenn ich mich ritze, dann ritze ich mich mit einem Messer. oder einer Rasierklinge. Aber teils sind es nur oberflächige Wunden nur manche sind tiefer.

Das mit den Noten ist finde ich auch schwierig bzw. schade da egal wie sehr ich mich anstrenge eigentlich nie das Ergebnis erreiche was ich erreichen will und nie mit mir selbst zufrieden sein kann. Obwohl ich eigentlich mal seh gerne zufrieden wäre. Früher hatte ich nämlich sehr viel schlechtere Noten und wäre damals sehr glücklich gewesen mit solchen Noten und damals hatte ich mir das Leben mit solchen Noten immer perfekt vorgestellt weil ich gewusst hab das deine meine Mutter auch eine Art von Stolz zeigen würde, jedoch hat sie das nie getan. Sie sagt zwar schon manchmal ja " gut " aber das halt dann auch schon und sagt nur dass man sich immer verbessern kann, was ich auch will. Aber nach jeden Note die ich zurück bekomme bekomme ich eigentlich immer " Face to Face " den Beweis das meine Leistungen nicht ausreichend sind und das ich wiedermal eine Bestätigung bekomme, in der sich zeigt, das ich es nicht mal geschafft hab eine richtig gute Note zu schrieben.
Bei der Sozialarbeiterin von meiner Schule war ich schon jedoch hat das eigentlich nichts gebracht, da ich ihr einfach nicht vertrauen kann und immer relativ lange brauche bis ich
überhaupt mit Leute über das Thema reden kann. Meinen Besten Feinden hab ich es erst nach 6-7 Jahren gesagt. Außerdem will man ja auch nicht die ganze Zeit andere Leute mit seinen Problemen Vollabern.
Zu dem Kontaktabbruch kann man nur sagen dass es ihr leider im Moment auch nicht gut geht aber trotzdem hätte ich es halt niemals gedacht hätte da sie immer zu mir stand und mir auch sehr wichtig war. Und das es immer noch sehr weh tut so einen wichtigen Mensch nicht mehr zu haben der früher an deiner Seite stand. Außerdem war ihr ganz genau bewusst wie es mir geht und das sie es in dem Moment nur schlimmer gemacht hat.
Darauf hin habe ich rund 13 - 16 Paracetamol Tabletten genommen bis ich dann gemerkt hab was ich eigentlich einen Kack gemacht habe. Folgen habe ich gespürt, denn mir wurde sehr Übel und ich bin kurz umgekippt. Und war nicht mehr so klar im Kopf aber ansonsten ging es mir gut.
Und zu dem mit der Schule. Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht aber eigentlich will ich sehr gerne mein Abitur machen weil ich schon viel zu viel dafür getan hab und es eigentlich dann umsonst gewesen wäre. Aber für mich ist es trotzdem das wichtigste eigentlich hier raus zu kommen. Da ich einfach merk das ich so nicht mehr weiter machen kann und es auch nicht mehr will. Weil ich einfach sonst nicht weiß was passieren wird wenn ich so weiter machen werde.
VG
Regenbogenkind 19.03.2020 18:57

Halle ihr lieben,

Hast du denn notfalls Klammerpflaster zuhause oder würdest dich nähen lassen? Ich weiß, dass man da wenig im Moment, wo man sich sv drüber nachdenkt, aber grad tiefere Wunden geben echt scheiß Narben- naja und die hat man dann das ganze Leben und sich immer verstecken ist ja auch nicht die Lösung- auch wenn es natürlich am besten wäre, wenn du das sv ganz sein lassen kannst.

Ich danke Dir für das vertrauen, liebe Hanna! Also das du mir und uns das so ausführlich beantwortet hast- ja, das ist sicherlich alles andere als leicht und sicherlich auch echt schwierig und doof! Sammy hat dir auf viel ja auch schonmal geantwortet ;) Aber, ich finde es gut, dass dein Lehrer mal auf dich zugegangen ist und dir soviel gespiegelt hat!

Es tut mir sehr leid zu lesen, wie schwierig das Verhältnis zwischen dir und deinen Eltern ist und wie sehr sie dir das Gefühl geben, dass du egal bist und nichts gut genug machst. Ich weiß, dass man sich selbst schnell Glaubenssaätze aneignet, die das bestätigen.. Daher ist es wichtig, dass du auch andere Erfahrungen machen kannst! Mich freut es sehr, dass deine Freunde so sehr für dich da sind! Und mich freut es auch, dass du gemerkt hast, dass das Tabletten schlucken doch nicht so gut ist und der Alkohol auch nicht. Da kannst du echt stolz auf dich sein!!!

Hast du denn Geschwister oder Onkel/Tante, Großeltern? Wie ist da das Verhältnis? Mir kam grad der Gedanke, dass es manchmal auch schon reicht erstmal zu einer Tante zu ziehen, dann müsste das alles auch nicht übers JA laufen...

Ansonsten weiß ich, dass es immer bei jedem Landkreis und jeder Stadt vom JA eine Nummer gibt, wo man anrufen kann, wenn man sofort von zuhause weg muss. Da kannst du Notfalls bei der Polizei anrufen und die leiten dich dann weiter. Oder es gibt auch Frauenhäuser und Notunterkünfte für Kinder und Jugendliche. Klar, durch Corona läuft grad vieles viel langsamer und viele Stellen machen zu. Aber bestimmte Stellen müssen offen bleiben!! Sonst kannst du auch, wenn du jemanden zum Sprechen brauchst bei vielen Beratungsstellen anrufen, da viele jetzt auch auf Telefonberatung umgestiegen sind...

Halte durch!!!
HannA__.01.000 28.03.2020 21:46

hallo
Also irgendwie wird gerade einfach alles noch schlimmer weil meine Elter jetzt 24 / 7 zu Hause sind und es letzte Woche einem Kumpel von mir auch extremst schlecht ging der auch Depressionen hat. Naja irgendwie ist die Situation einfach scheiße und meine mUtter hat mich halt weder angeschrien worauf es dann wieder Ärger gab und ich irgendwie wieder zusammen gebrochen bin und mich dann auch leider wieder geritzt hab was echt scheiße ist. Aber irgendwie kann ich einfach nicht anders. ich verspüre einfach nur noch Hass gegenüber meinen Eltern und konnte dann auch tagelang einfach nicht mehr aufsehen und bin einfach nur noch im Bett liegen geblieben weil es mir einfach scheiße ging und ich keine Motivation mehr hatte aufzusehen und hab halt dann auch kaum mehr as gegessen was irgendwie auch nicht gut war und hab irgendwie über alles nachgedacht was es auch nicht besser gemacht hat. Die ganze Situation macht mich einfach nur noch fertig weil ich einfach weiß das die nächsten Wochen sicherlich nicht besser werden. Ich hoffe einfach nur noch das irgendwie da raus komm weil gerade sieht es einfach nicht gut aus.
Irgendwie wird es einfach nicht besser und ich weiß einfach nicht mehr was ichfachen kann weil das einzige was meinen Eltern wichtig ist, sind meine Noten und dass ich möglichst viel für die Schule mache am besten den ganzen Tag und gar nichts mehr anderes.

VG
Whisper 29.03.2020 22:03

Hallo Hanna,

Ich hoffe es ist okay für dich, dass ich jetzt auch noch auf deinen Beitrag eingehe. Ich bin Whisper und ich bin auch Userin hier.

Was du so schreibst und erzählst, wie deine Eltern dich unter Druck setzen, dir zusetzen und dass es dir damit immer schlechter zu Hause geht tut mir sehr leid. Und ich denke leider, dass sich an deiner Situation wie es dir gerade geht nicht besser gehen wird, solange sich deine Eltern nicht ändern (worauf du nur wenig Einfluss haben wirst), du lernst, mit dieser Situation anders/besser umzugehen (was auch sehr schwer ist und auch ein langwieriger Prozess sein wird) oder du wirklich mit Unterstützung und Hilfe von zu Hause weg bist, dich aus dieser für dich "giftigen" Umgebung raus nimmst.
Ich hoffe ich trete dir mit diesen direkten Worten nicht zu Nahe und falls doch, dann sag es mir bitte, ja? Ich meine das auch überhaupt nicht böse, sondern finde es selbst manchmal ganz hilfreich, einen Weg zu sehen, wenn ich mir so aufzeige, was es für Optionen gibt und welche am besten umsetzbar wären. Und da sehe ich persönlich bei dir den gangbarsten Weg, wenn du dich von deiner Familie erstmal distanzierst. Das muss ja auch nicht für immer so bleiben, vielleicht schafft ihr es mit dem Abstand und Hilfe von Außen ja, dass ihr wieder ein gutes Verhältnis zueinander aufbauen könnt, aber zur akuten Entspannung wäre eine Distanzierung vielleicht nicht schlecht.
Du hast geschrieben, dass du nicht ausziehen kannst, weil du erst 17 bist und auch, weil du noch zur Schule gehst. Erstmal möchte ich dir versichern, dass es möglich ist. Ich bin selbst auch noch Schülerin und lebe alleine. Natürlich ist es mit einer Wohnung suchen bei dir nicht getan, du brauchst Hilfe, sowohl fachlich weil es dir nicht gut geht, jemand, der für dich da ist, mit dem du reden kannst und der dich abfängt und dir hilft, denn auch ein Alltag alleine ist ohne Hilfe nicht einfach und natürlich auch finanziell, denn eine Wohnung kostet Geld, du brauchst Essen, Klamotten usw. Aber da gibt es Hilfen. Du kannst dich mit 17 noch beim Jugendamt melden, es ist aber wichtig, dass du dich bei Ihnen das erste mal meldest wenn du noch unter 18 bist. Die Mitarbeiter dort können dir helfen, sie können dir Zeigen, welche Möglichkeiten es für dich gibt und auch, wie das finanziell geregelt wird. Und, was diese auch können, ist dir Menschen zu vermitteln, die dir helfen können, mit deinen Gedanken und Gefühlen umzugehen, abgesehen vom SVV. Berater, Therapeuten oder Psychologen... Die haben da auch einige Kontakte. Wichtig wäre nur, dass du den Schritt machst und dir diese Hilfe beim Jugendamt suchst. Meinst du, das wäre für dich möglich? Du kannst es ja auch als ganz unverbindlichen Versuch machen, holst dir Infos, machen musst du es deswegen ja noch nicht. An die meisten Jugendämter kann man auch Mails schreiben, wenn du lieber erst schreiben würdest als anzurufen, das kostet manchmal sehr viel Überwindung.
Wenn du dazu noch konkrete Fragen haben solltest, wie das bei Jugendämtern abläuft oder was es für Optionen gibt stell sie mir gerne, dann versuche ich sie dir so gut ich kann zu beantworten.

Und sorry, falls mein Text jetzt irgendwas wiederholt hat, was schonmal jemand geschrieben hatte, ich hab mir nicht alle Beiträge genau durchgelesen die schon geschrieben wurden.

Ich hoffe dein Tag heute war besser als der gestrige und du konntest ein bisschen durchatmen heute.

Liebe Grüße
Whisper

Der schlimmste Schmerz ist der Schmerz in dir, den du nicht zeigen kannst, nicht erklären kannst, über den du nicht sprechen kannst, aber dein Herz zerreißt, deine Seele weinen lässt, dich innerlich umbringt ; aber niemand versteht es.
Sammy Peer-Berater(-in) 30.03.2020 14:19

Hallo alle zusammen,
hallo Hanna!
Ich freue mich wieder was von dir zu lesen!
Wie geht es dir denn heute?
Es ist sehr traurig hören zu müssen, dass es die Quarantäne schlimmer macht und es zusätzlich noch einem Freund von dir schlecht geht.
Whisper hat ein Bisschen was vom alleine Wohnen geschrieben etc. vielleicht muntert dich das ja ein bisschen auf. Leider kann ich ihm zustimmen, dass die Aussichten auf Verbesserung deines Zustands während der Zeit der Ausgangssperre schlecht sind, meines Erachtens allerdings vorhanden. Da du berichtest, dass dein Zustand immer schlechter wird und du immer mehr Symptome von Depressionen aufweist (fehlender Antrieb, Appetitverlust), ist es mir in der Corona-Krise um so wichtiger, dass du dir professionelle Hilfe vor Ort suchst!
Wärst du denn damit einverstanden?
Außerdem möchte ich dich fragen wie es mit deinen Suizidgedanken aussieht?
Ganz wichtig ist hierbei, dass du nicht darauf antworten musst.

Gibt es denn etwas von deiner Seite was du loswerden möchtest?
Ich wünsche dir noch einen angenehmen Tag und einen guten Start in die Woche!
Freue mich, wieder von dir zu lesen.

Herzlichste Grüße
Sammy *Glücklich*

Sammy
Peer-Berater
Beratung4Kids