Thema: @Mona

Eröffnet am 11.01.2020 um 23:44 Uhr

Unloved-lady 11.01.2020 23:44

Hallo Mona,

ich wollte dich das eigentlich schon länger Fragen, aber entweder habe ich es vergessen oder war nicht im Chat. Julia hat mich dann heute wieder daran erinnert und bevor ich es am Dienstag wieder vergesse, dachte ich, ich schreibe hier.

Ich habe mich nach langer Zeit der Unsicherheit und des Hin und Hers dazu entschieden Soziale Arbeit zu studieren. Ich habe Mitte Oktober mit meinem BFD in einem Jugendzentrum begonnen. Mir macht die Arbeit mit den Kindern und den Jugendlichen schon Spaß, nur die Arbeitszeiten sind nicht so meins. Das mir die Arbeit mit Kindern Spaß macht, wusste ich schon aus dem Jugendausschuss, in welchem ich seit ein paar Jahren ehrenamtlich tätig bin.
Ich bin im Moment auf der Suche nach FHs, welchen ich mir Vorstellen könnte zu studieren. Dabei ist mir aber wichtig nicht in der meiner Heimatstadt und meiner Familie zu sein, denn das würde mir nicht gut tun. Ich bin aber auch ein bisschen Unsicher, ob ich überhaupt ein Chance habe irgendwo genommen zu werden, denn mein Abi ist mit einem Schnitt von 3,3 sehr schlecht.

Kannst du mir da etwas zu sagen? Hast du Tipps oder vielleicht Ideen, bei welchen FHs ich es mal versuchen kann?
Kannst du mir allgemein sagen worauf ich mich einstellen muss, wenn ich tatsächlich irgendwo genommen werden würde?

Liebe Grüße
Lady

Zuletzt editiert am: 11.01.2020 23:45, von: Unloved-lady


Manchmal müssen wir vergessen, um zu überleben.
Mona Peer-Berater(-in) 15.01.2020 09:17

Hallo Lady!

Danke für deine Fragen!

Also wichtige Vorraussetzung an vielen Unis oder FHs ist, dass man ein Vorpraktikum gemacht hat. Das kann aber genauso auch ein BFD sein oder ein FSJ! Wichtig ist, dass du das bescheinigen kannst. Da musst du dann einfach bei deinem BFD nachfragen, dass sie dir am Ende eine Bescheinigung geben, dass du dort warst.

Du hast in deiner Nachricht jetzt vorallem von FHs gesprochen. Ich weiß nicht, ob du das weißt, aber es gibt auch einige Unis wo man Soziale Arbeit studieren kann.

Man bewirbt sich ja an den normalen staatlichen Hochschule über Hochschulstart. Dazu kannst du am besten dort auf die Internetseite gehen durch dir das genauer anschauen.. oder es gibt auch auf YouTube zum Beispiel erklärvideos zu dieser Hochschulstart Seite. Dort findest du auch alle staatlichen Hochschulen an denen du Soziale Arbeit studieren kannst. Da wird natürlich erstmal nach dem Notendurchschnitt ausgewählt aber man hat auch die Chance im Losverfahren oder im Nachrückverfahren noch rein zu kommen.

An den meisten FHs musst du dich zusätzlich bewerben außerhalb von Hochschulstart. Dort kann man auch ganz gut in den Studiengang kommen trotz nicht so gutem Durchschnitt, wenn man zum Beispiel ehrenamtlich arbeitet oder einen bundesfreiwilligen Dienst gemacht hat.

Die dritte Option die oft junge Leute nehmen, die Angst haben wegen ihres Durchschnitts nicht rein zu kommen, ist die Möglichkeit an einer privaten Fachhochschule zu studieren. Da zählt man dann allerdings pro Semester den Satz den man an jeder Uni zahlt das sind ungefähr 200€-400€ also pro halbes Jahr das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Und dazu kommen dort dann noch je nach Fachhochschule 350€-600€im Durchschnitt monatlich dazu. Da muss man dann schauen,ob man BAföG bekommt oder andere Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung und ggf einen Nebenjob macht.

Eine letzte Möglichkeit ist natürlich noch das Fernstudium. Da muss man dann sehr selbstorganisiert arbeiten hat aber in den meisten Fällen keinen NC. Das kostet wiederum genauso wie die privaten Fachhochschulen mehr Geld.

Zur richtigen Wahl kannst du auch "Soziale Abreit NC" online suchen und dann kannst du dort schauen an welchen Hochschulen der NC so in den letzten Jahren war. Meist bleibt er in etwas ähnlich. Wie im Vorjahr.

Empfehlungen welche gut sind finde ich super schwierig.. Man hört zwar viel, aber genau weiß ich nicht welche gut sind und welche nicht ich glaube am Ende ist wichtig, dass man Lust auf die Soziale Arbeit hat und dann kann man an jeder Uni oder FH viel für sich mitnehmen. Ich habe allerdings viel schon gehört, dass die Fachhochschule in Münster einen guten Ruf hat, dann die KatHo (katholische Hochschule die ist in Köln und die Alice Salomon Hochschule in Berlin. Am besten bewirbst du dich bei so vielen wie es geht, weil absagen kann man immer ja immer noch.

Worauf du dich einstellen musst, wenn du angenommen wirst.. das ist natürlich von Uni zu Uni auch verschieden, aber die meisten Module sind ja ähnlich. Also du wirst viel lernen über verschiedene Bereiche der Sozialen Arbeit. Also viel über die gesundheitsbezogene Soziale Arbeit also in Krankenhäusern oder über Menschen mit Behinderung. Dann lernt man sehr sehr viel über die Kinder- und Jugendhilfe, also alles rund ums Jugendamt und Hilfen die es für Kinder und Familien gibt. Und dann lernst du auch viel zur erwachsenen Bildung und Migration und auch noch ein paar andere Nebenbereiche. Ein größerer Aspekt ist auch noch die Rechtswissenschaft. Je nachdem an welcher Uni man ist hat man unterschiedlich viele Klausuren und Hausarbeiten. Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass das sehr machbar ist. Viele bei uns studieren auch einfach 7 oder 8 Semester für den Bachelor anstatt 6 und machen weniger Hausarbeiten oder Klausuren pro Semester. Du musst dich auf jeden Fall darauf einstellen, dass du viel lesen musst. Das sind zwar oft interessante Texte aber manchmal ist das natürlich auch mal ein Thema, was einen nicht so interessiert da muss man dann durch. Dann hat man noch 1-2 Praktikas das kommt auch auf die Hochschule an wie viele das sind. Einfach um praktisch das Gelernte umzusetzen und noch viel dazu zu lernen und diese Praktikumszeiten sind auch wirklich wertvoll und gut!
Also insgesamt ein sehr spannendes Studienfach, wenn man Lust hat mit Menschen zu arbeiten.

Ich hoffe ich konnte einigermaßen verständlich die Fragen beantworten,wenn du noch mehr wissen möchtest, dann schreib gerne wieder! *Lächelnd*
Viele Grüße, Mona

Mona
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
Unloved-lady 16.01.2020 21:55

Hallo Mona,
vielen vielen Dank für deine Antworten.
Ich weiß, dass man auch Unis Soziale Arbeit studieren kann, aber ich denke, dass ein FH für mich besser ist und ich dort besser zurecht komme.
Ich bekomme am Ende meines BFDs ein Zeugnis, reicht das, oder brauche ich da noch mal eine extra Bescheinigung, also sowas wie damals in der Schule? Ich bin ab Montag wieder auf Seminar und kann dann dort mal meine Betreuerin vom BFD fragen, wie das ausschaut.
Ich bin im Moment über Studycheck am schauen, welche FH mir zusagt. Ich habe da eine Liste mit bisher 9 FHs aber ich weiß nicht, ob das reicht. Ich möchte am Liebsten in den Norden und auch mehr ländlich dann. Ich habe mich jetzt auch mal bei Hochschulstart regestriert und schau da mal, wenn ich mehr Zeit habe

Ich habe tatsächlich noch eine Frage und hoffe du kannst sie mir beantworten. Meine Betreuerin hat gesagt, dass ich einen Antrag auf Härtefall stellen könnte... Weißt du wie es da aussieht? Also sie meinte, ich könnte den Antrag stellen, weil mein Papa ja im Jahr während meines Abis gestorben ist und ich gleichzeitig durch viele familiäre Konflikte zwei Wochen vor den schriftlichen Prüfungen in die Wohngruppe gezogen bin und auch erst da wirklich lernen konnte... Weißt du dazu etwas?

Liebe Grüße
Lady

Zuletzt editiert am: 17.01.2020 12:04, von: Unloved-lady


Manchmal müssen wir vergessen, um zu überleben.
Mona Peer-Berater(-in) 18.01.2020 09:08

Hallo liebe Lady!
Das Zeugnis des BFD reicht eigentlich aus! Daran erkennt man ja auch wie lange du dort warst und das ist eigentlich das, was die Unis oder FHs wissen wollen.

Das mit dem Härtefallantrag kannst du natürlich auch parallel dazu versuchen! Ich weiß,dass es das gibt und besonders auf Hochschulstart.de wird das erklärt da sind meine ich die auch Vordrucke die du ausfüllen musst und einreichen musst. Ansonsten kann man auch immer im Sekretariat, Prüfungsamt oder der Studienberatung der jeweiligen Uni/FH nachfragen! Die meistens sehr bemüht einem da weiter zu helfen.
Woran du allerdings denken solltest, ist, dass es sein kann, dass du eben mit dem Thema konfrontiert bist! Du wirst das schriftlich darlegen müssen und im Zweifelsfall auch noch persönlich! Wenn du das kannst ist das natürlich gut! Aber achte da gut auf dich selber oder suche dir Unterstützer dafür!

Ich hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen, wenn du noch Fragen hast, kannst du auch jederzeit fragen!

Viele Grüße, Mona

Mona
Peer-Beraterin
Beratung4Kids