Thema: Bin ich komisch?

Eröffnet am 25.07.2018 um 10:19 Uhr

Leslie2 25.07.2018 10:19

Hallo ihr,

Ich bin Leslie und 16 Jahre alt. Seit etwa einem halben Jahr bin ich mit nichts, was ich mache, zufrieden, dabei haben wir seit drei Wochen Ferien. Ich vergleiche mich ständig mit anderen (was ja auch schon total blöd ist) und komme dann häufig zu dem Schluss, dass ich dumm bin. Wenn ich mich mit Leuten unterhalte, und merke, dass sie deutlich mehr wissen als ich, fühle ich mich schlecht. Dabei könnte ich sie ja fragen, ob sie es mir erklären könnten. Aber das mache ich nie.
Oder ich gehe davon aus, dass die Leute, die in der Schule besser sind als ich, gleichzeitig deutlich intelligenter sein müssen und setze mich dann total unter Druck. Ich kann auch nicht mehr entspannen, sondern muss ständig irgendwas tun, sonst habe ich Angst, Zeit zu verschwenden. (Obwohl ich weiß, dass das totaler Quatsch ist) Durch den Druck bekomme ich dann auch nichts mehr wirklich hin. Ich habe in dem Ferien an einem Workshop teilgenommen und wir sollten einfach nur ein paar Texte schreiben (eigentlich Anfragen an Autoren und Sprecher, um sie zu einem Festival bei uns einzuladen, das wir in dem Wirkshop planen). Mein Kopf hat sich dann aber angefühlt wie Watte und ich konnte gar nichts mehr schreiben. Das Gefühl macht mir Angst, weil ich es in letzter Zeit öfter habe und dann nichts von dem hinbekomme, was ich eigentlich ohne Probleme schaffen sollte. Ich darf auch keine Fehler mehr machen, weil ich dann sofort denke, dass ich dumm bin. Ich weiß sogar, dass das blöd ist, aber in dem Moment falle ich dann einfach in dieses Loch und kann nicht wirklich was dagegen tun. Neuerdings ist es mir irgendwie auch total wichtig, was andere von mir denken, dabei sollte mir das doch egal sein, oder?

Das alles hat in der angefangen, weil ich früher mit ein paar Jungs befreundet war, die ständig meinten, ich sei dumm und solle weggehen. Das meinten sie zwar nie wirklich ernst, aber irgendwie hat es mich schon getroffen, dass sie sich immer als Gruppe gegen mich gestellt haben, und nie jemand zu mir gehalten hat. Zu der Zeit habe ich häufiger mit einem aus der Gruppe diskutiert, aber selbst wenn ich Recht hatte (manchmal ging es einfach nur um Fakten), waren sie alle immer nur auf seiner Seite.

Ich weiß, dass das kein wirkliches Problem ist, aber ich wollte trotzdem mit jemandem darüber reden und fragen, ob das normal ist, oder ob ich einfach nur komisch bin.

Viele Grüße,
Leslie
Whisper 25.07.2018 15:46

Hallo Leslie,

Ich hatte beim Lesen deines Beitrags weder den Eindruck, dass du dumm bist, noch dass du komisch wärst. Ganz im Gegenteil, du hast dich hier angemeldet und redest über dein Problem und das ist sehr mutig *Lächelnd*
Ein "richtiges Problem" gibt es meiner Meinung nach nicht, wenn einen etwas belastet ist es für einen selbst ein Problem und du machst alles richtig, wenn du darüber redest und dir Hilfe suchst!
Bei mir ist beim Lesen der Eindruck entstanden, dass du dich wahnsinnig selbst unter Druck setzt, alles richtig und gut zu machen und dadurch erst Recht manches nicht klappt oder nicht so läuft, wie du es dir vorgenommen hast, das hast du ja auch schon selbst gemerkt. Woher meinst du denn, kommt diese hohe Erwartung an dich selbst, kommt die nur von dir oder hast du das Gefühl, auch von Außen so viel Druck zu bekommen?

Sich mit anderen zu vergleichen ist nicht komisch, ich denke das ist bis zu einem gewissen Grad ganz normal, man orientiert sich oft ein bisschen an anderen und dadurch kann schon der Eindruck entstehen, andere wären "besser" als man selbst. Dass jemand anderes etwas besser weiß oder etwas weiß, was man selbst nicht weiß, hat nichts mit Dummheit zu tun. Jeder hat unterschiedliche Interessen und so weiß auch jeder bei manchen Dingen besser bescheid als ein anderer. Es gibt ganz bestimmt Dinge, die du weißt, wovon ein anderer keine Ahnung hat. Weißt du, warum du dich nicht traust dann nachzufragen?
Ich kann mir gut vorstellen, dass dich die Situation mit der Gruppe Jungs früher heute noch so beeinflusst, dass du das Gefühl, dumm zu sein nicht wirklich loslassen kannst. Ich versuche gerade das ein bisschen damit zu vergleichen, dass einem jemand ständig einredet, dass man etwas nicht kann. Irgendwann glaubt man dann selbst, dass man es nicht kann. Es gibt aber auch die Möglichkeit zu denken, jetzt erst Recht, ich werde euch zeigen, dass ich es kann, auch wenn ihr nicht daran glaubt. Meinst du, diese Möglichkeit gäbe es für dich auch? Dich als dumm zu bezeichnen ist eine Schwäche der anderen, die meinen, dass sie sich besser fühlen können, wenn sie dich schlechter machen als sich selbst. Wie diese Jungs dich behandelt haben sagt etwas darüber aus, wer SIE sind, nicht aber, was für ein Mensch DU bist.
Viel wichtiger als das, was andere von dir denken ist doch, was du selbst von dir denkst. Und du scheinst dich und was du kannst und tust selbst oft schlechter zu machen, als du bist. Vielleicht würde es dir ein bisschen leichter fallen, wenn du für dich mal schaust, was kann ich gut, was habe ich richtig gemacht, was mache ich gerne, was sind meine Stärken. Vielleicht schreibst du es dir einfach mal auf, damit du es dir immer wieder anschauen kannst, wenn du wieder sehr an dir zweifelst und der Gedanke kommt, du wärst dumm oder komisch.
Einen Fehler zu machen ist nicht dumm, nur aus Fehlern kann man lernen, wie man es nächstes mal besser machen kann *Zwinkern*
Die innere Haltung zu einem selbst ändert sich nicht in ein paar Tagen, aber du hast mit dem Schreiben hier einen wichtigen und mutigen Schritt gemacht, damit es dir in Zukunft besser gehen kann und du mit der Situation besser umgehen kannst, damit hättest du schon den ersten Punkt auf der Liste, was du gut gemacht hast, falls du diese mal machen möchtest *Glücklich*

Ich hoffe es ist verständlich was ich geschrieben hab, wenn nicht, dann frag gerne nochmal nach! Und du musst natürlich nicht auf Fragen oder etwas antworten, wenn du das nicht möchtest.

Liebe Grüße
Whisper

Zuletzt editiert am: 25.07.2018 23:16, von: Whisper

Daniela Teamer(-in) 26.07.2018 19:01

Hallo Leslie,

vielen Dank für deine Nachricht und dafür, dass du dich so offen an B4K wendest. Es ist schön, dich hier bei uns begrüßen zu dürfen. *Glücklich*
Ich bin Daniela, Teamerin bei B4K und würde deinen Beitrag gerne begleiten und dich unterstützen, wenn das für dich in Ordnung ist. Die liebe Userin Whisper hat dir bereits eine ganz tolle und wertvolle Antwort geschrieben und Fragen gestellt, die mich ebenfalls interessieren würden. *Glücklich* Außerdem hat sie dir bereits ein paar Tipps vorgeschlagen, die du für dich ausprobieren könntest, wenn du das möchtest.
Ich würde mich demnach erst ein Mal ein wenig im Hintergrund halten und mitlesen, wenn das in Ordnung für dich ist.

Viele liebe Grüße und bis bald,
Daniela

Daniela
Teamerin
Beratung4Kids
Leslie2 26.07.2018 19:23

Hallo Whisper, hallo Daniela,
Ersteinmal vielen Dank für eure Antworten! Tut mir Leid, dass ich erst jetzt antworte, aber ich habe es nicht früher geschafft.

Vielen, vielen Dank, Whisper, für deine Tipps und die netten Worte. Das hat mir wirklich geholfen!
Zu deiner Frage, ob ich auch Druck von außen bekomme: Eigentlich eher nicht. Meine Eltern sind sogar eher der Meinung, dass ich mich da zu sehr unter Druck setze.
Der Grund, warum ich dann nicht nachfrage, ist wahrscheinlich der, dass ich Angst habe, mich damit zu blamieren.
Gestern haben ein Freund und ich zusammen ein paar Witze gemacht und ich war wohl aufgedreht und habe etwas ziemich dummes gesagt. Ihm ist das aufgefallen und er hat es mir gesagt. Wir haben dann darüber gelacht, aber mir war es sehr peinlich und in solchen Momenten denke ich dann immer, dass x, y oder z sowas bestimmt nie passiert und ich wohl dumm bin. Das nimmt mich dann noch tagelang mit. Das ist jetzt sehr abstrakt und ungeschickt beschrieben- ich hoffe, ihr wisst, was ich meine? In Diskussionen passiert mir sowas nicht, nur wenn ich mich entspanne, werde ich sehr verpeilt. Das nervt mich, weil mir dann häufig blöde Sachen passieren.

Deine Methode klingt sehr gut, ich werde versuchen, es mal so zu sehen!

Liebe Grüße
Leslie

Zuletzt editiert am: 26.07.2018 22:26, von: Leslie2

Whisper 26.07.2018 23:22

Hallo Leslie *Glücklich*

Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich wirklich richtig verstanden habe. Ich hab das so verstanden. Sobald du etwas "falsches" sagst ist dir das unangenehm, du schämst dich dafür und schlussfolgerst daraus, dass du dumm sein musst, weil intelligenten Leuten so etwas nicht passieren würde. Hab ich das richtig verstanden, oder meintest du das anders?
Du schreibst, dass dir das nur passiert, wenn du dich entspannst, dich also in der Situation oder mit den Menschen um dich herum wohl fühlst. Kannst du dir vielleicht vorstellen, es den Leuten auch so zu erklären? Ich nehme jetzt auch mal dein Beispiel. Du machst mit dem selben Jungen wieder Witze, du sagst etwas "dummes", bist verpeilt oder machst irgendwas, was in deinen Augen blöd ist. Wie wäre es dann, wenn du ihm sagst, dass dir das jetzt peinlich ist, dass dir solche Sachen immer passieren, wenn du dich wohl fühlst und entspannen kannst. Also wenn ich der Junge wäre würde ich mich freuen, dass du dich mit mir wohl fühlst und es als Beweis für dein Vertrauen sehen und nicht denken, du wärst dumm. Kannst du dir so eine Reaktion vorstellen? Und kannst du dir vorstellen, mit jemandem so offen zu sein? Du müsstest es auch nicht gleich mit jedem so machen, wenn es dir noch unangenehm ist oder schwer fällt, du könntest ja erstmal bei einem anfangen und schauen, wie es für dich ist und wie es dir mit der Reaktion geht. Du schreibst, dass du dann auch öfter verpeilt bist und "blöde" Sachen machst. Kannst du solche Eigenschaften von dir, die zu dir gehören, aber meiner Meinung nach immer noch nichts mit Dummheit oder Intelligenz zu tun haben, versuchen mit etwas Humor zu nehmen? Ich weiß, dass peinliche Dinge und Sachen, für die man sich schämt schwer sind, wenn man versucht, es dann gelassener oder mit Humor zu sehen, auch mal über sich selbst zu lachen und zu denken, man jetzt war ich aber wieder blöd, das aber nicht selbstabwertend zu meinen? Mal ein kleines Beispiel von mir, ich bin manchmal nämlich auch die Königin der verpeilten Aktionen oder doofen Szenarien. Das hilft dir zwar nicht weiter, aber so siehst du, dass x, y und z durchaus auch solche Dinge passieren, nur dass du das vielleicht nicht mitbekommst. Ich war mal mit 2 Freundinnen in der Stadt unterwegs im Sommer, ich hatte offene Schuhe mit ein bisschen Absatz an. Plötzlich bin ich mit dem Absatz eines Schuhs in einem Riss oder sowas hängen geblieben und zwar so, dass ich meinen Schuh verloren hab. Jeder "normale" Mensch wäre stehen geblieben um ihn rauszuholen und wieder anzuziehen. Aber nicht Whisper *Zwinkern* In vollster Überzeugung, dass Schuhe eh überbewertet sind bin ich einfach weiter gelaufen... Erst 30 Meter später kam ich dann darauf, dass ich vielleicht den anderen Schuh auch wieder mit nach Hause nehmen sollte. Unter großem Gelächter aller, die es mitbekommen haben bin ich also die 30 Meter wieder zurück geeiert und hab den Schuh befreit. *Lachend* Es hätte deutlich deutlich weniger Aufsehen erregt, hätte ich ihn einfach gleich mitgenommen. So im Nachhinein betrachtet war mein Verhalten in dem Moment auch nicht gerade intelligent *Zwinkern* aber ich kann darüber lachen, genauso wie die anderen auch, wenn sie die Geschichte erzählen.

Du hast auch geschrieben, dass dich das dann noch tagelang mitnimmt. Kannst du denn sagen, wie es dann wieder besser wird, wie du dann besser damit umgehen kannst wenn diese Tage danach dann vorbei sind?

Freut mich, dass dir mein Vorschlag aus der letzten Nachricht gefällt und du es mal ausprobieren willst, ich würde mich freuen wenn du dann berichtest, ob es dir etwas geholfen hat oder eben nicht, dann können wir ja auch weiter schauen, wie es dir besser gehen könnte.

Liebe Grüße und eine gute Nacht
Whisper

Zuletzt editiert am: 26.07.2018 23:24, von: Whisper

Leslie2 28.07.2018 13:05

Hallo Whisper *Glücklich* ,

Ja, genau so meinte ich das.
Das kann ich versuchen, aber in den Situationen selbst bin ich dann meistens viel zu nervös, um überhaupt noch etwas dazu sagen. Ich vergesse dann auch die Strategien, die ich mir überlegt habe, nachdem mir das letzte Mal so etwas passiert ist. Im Nachhinein spiele ich die Situation dann meist in Dauerschleife ab und dann fallen mir auch Sachen ein, die ich hätte erwiedern können. Das ärgert mich dann noch mehr.

Deine Geschichte ist lustig und total cool!! *Lachend* *Errötet*
Das war zwar nicht dumm, hat mir aber trotzdem geholfen! Dankeschön! *Errötet*
Bei mir sind das allerdings häufig Situationen, die wirklich einfach nur dumm sind. Über die lustigen Sachen kann ich dann schon lachen, aber bei einer total dummen Frage fällt mir das irgendwie schwer.

Besser wird das alles meistens erst, wenn ich stattdessen auf etwas stolz sein kann. Das sind häufig nichtmal große Dinge: Eine Idee, die mir gefällt, ein Text, auf den ich stolz bin, oder eine Unterhaltung/ Diskussion, die gut gelaufen ist.
Dann denke ich, dass mir die Sachen ja doch nur passiert seien, weil ich verpeilt war und es sich meistens um sehr banale und einfache Dinge handelt. Schwierigere Sachen bekäme ich ja auch hin. Nur morgens und abends klappt das nicht so ganz und auf Dauer vergesse ich die schönen Sachen dann auch, nur die peinlichen Momente, so klein sie auch sind, bleiben mir in Erinnerung und kommen dann meistens in Schüben alle zusammen wieder hoch. Und das schlimmste ist, dass ich dann neidisch auf die Leute bin, die etwas besser können als ich. Das gebe ich nicht gerne zu. Ich wünsche mir dann häufig, mehr so zu sein, wie sie.
Und dann gibt es Phasen, in denen ich mich so sehr reinsteigere, dass ich bei allem, was ich mache, denke, der und der hätte das sicher besser gemacht. Das nimmt mir dann meine ganze Motivation, ich mache das, was ich eigentlich machen wollte, entweder schlecht, oder gar nicht und sehe das dann als weiteren Beweis für mein Versagen. Und eigentlich gibt es dafür überhaupt keinen Grund. Ich bin eigentlich nirgendwo wirklich schlecht und habe auch einige Hobbys, die mir Spaß machen und in denen ich dann auch gut bin.
In Momenten wie jetzt, sehe ich das, aber dafür brauche ich Distanz, die ich in solchen Situationen und in Phasen, in denen die Selbstzweifel kommen, nicht habe. Eine Liste hilft mir dann auch nicht, weil ich sie entweder nicht Ernst nehme, oder mir das, was ich geschafft habe, nicht reicht.

Und meistens passieren mir die blöden Sachen immer genau dann, wenn ich eigentlich gerade zufrieden mit mir bin. Das frustriert mich.

Liebe Grüße
Leslie

Zuletzt editiert am: 28.07.2018 13:15, von: Leslie2

Whisper 29.07.2018 11:24

Hallo Leslie,

Danke, dass du so ausführlich erklärt hast, wie es dir in den Situationen geht, wie du versuchst damit umzugehen und was du denkst. Ich kann deine Gedanken und deinen Ärger über dich selbst gut nachvollziehen, wenn du dir Strategien für die nächste ähnliche Situation überlegst und es dann in der Situation nicht schaffst, so zu reagieren, wie du es dir vorgenommen hattest. Du machst dir wahnsinnig viele Gedanken, beschäftigst dich mit deinem Problem und willst es ändern, gibst nicht auf. Ich finde das sehr stark von dir und du solltest dich auch selbst immer mal wieder dafür loben! Ich kann so gut verstehen, wie frustrierend es ist, etwas ändern zu wollen, es immer und immer wieder zu versuchen und trotzdem das Gefühl zu haben sich ständig nur im Kreis zu drehen, weil es sich nicht ändert, egal wie viel Mühe man sich gibt. Und ich bewundere dich, dass du dennoch nicht aufgibst! Ich würde dir sehr gerne etwas hilfreiches Schreiben, einen anderen Weg, den du versuchen könntest, aber ich bin ehrlich gesagt gerade genauso überfragt wie du, was du noch versuchen könntest. Alles was mir einfallen würde wäre darauf bezogen, wie du dich anders auf solche Situationen vorbereiten kannst, aber an der Vorbereitung scheitert es bei dir ja nicht, du gibst dir da ja schon sehr sehr viel Mühe. Wie du es schaffen kannst, dass es in den Situationen dann auch funktioniert oder wie du es annehmen kannst, dass du auch etwas gut machst bin ich ein wenig ratlos. Du hast geschrieben, dass dir eine Liste dann nicht hilft, weil du es nicht ernst nehmen kannst, es gut gemacht zu haben oder es dir zu wenig ist. Mein Gedanke dazu ist, dass die kritische Seite in dir (noch) viel zu stark ist, um der liebevollen und anerkennenden Seite das Recht zu geben, auch gehört und ernst genommen zu werden. Hast du selbst vielleicht eine Idee, wie du diese Seite von dir stärken könntest? Ich mache mir auch nochmal Gedanken darüber, im Moment fällt mir nicht wirklich etwas ein, tut mir leid.

Ich hoffe es ist trotzdem okay, dass ich dir geantwortet hab, auch wenn ich nichts hilfreiches beitragen konnte.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
Liebe Grüße
Whisper
Leslie2 30.07.2018 09:04

Hallo Whisper,

Trotzdem vielen, vielen Dank für deine Antwort und deine Tipps! Es hat gutgetan, einfach mal mit jemandem darüber zu sprechen! *Glücklich*

Ich mach einfach weiter und probiere die Methoden mal aus, vielleicht klappt es ja irgendwann doch.

Liebe Grüße
Leslie
alhau 02.08.2018 08:50

Hallo Leslie,
ich kenne die Probleme die du beschreibst ebenfalls (das peinliche Sachen im Kopf sehr groß werden können und man die ganze Zeit denkt "hätte ich doch..." und das das eine gar nicht mehr los lässt). Eine schnelle Lösung hab ich auch nicht. Ich habe aber vor einiger Zeit Achtsamkeit (oder engl. Mindfullness) kennen gelertn. Dabei geht es darum zu lernen sich auf den Moment zu konzentrieren und Bewertungen zu identifiezieren und ziehen zu lassen. Wie gesagt das ganze ist nicht einfach und am anfang sehr komische (ich habe im Februar damit angefangen und habe nach ca 2 Monaten die erste Veränderungen gemerkt. Aber dran bleiben lohnt sich). Eine Übung die ich am Anfang kennen gelernt habe war ein rohes Ei auf einem Tisch aufzustellen (ja das ist möglich). Dabei sind mir damals Gedanken gekommen wie "ich bin viel zu ungeschickt" ,"was ist das für ein blödsinn", "das schaff ich nie". Ziel ist es genau solche gedanken wahrzunehmen und sie dann ziehen zu lassen und weiter zu machen.Eine Übung ist immer zeitlich beschränkt (ich mache immer 5 minuten pro übung und davon eine am Tag). Und auch wenn man es nicht direkt hinbekommt ist es nicht schlimm. Es geht nicht darum was man macht sondern darum mit den Gedanken sich zu fokosieren. Eine andere Übung die ich gerne mache nennt sich "Audiorekorder". Man setzt sich 5 minuten hin (am besten mit Timer) schließt die Augen und versucht sich auf die Geräusche um eine herum zu konzentrieren. Wenn Gedanken kommen, egal welcher Art (ob es ist "ich muss das und das machen", oder "wie dämlich", oder "ich kann das nicht", "jetzt bin ich schon wieder abgelenkt"..) bemerken ziehen lassen und wieder zurück auf die Geräusche konzentrieren. Wichtig nicht zu versuche zu bewerten ("dieses Geräusch ist Schön/doof") einfach nur wahrnehmen. Wenn dich das ganze interessiert kann ich dir noch mehr übungen schreiben oder du kannst auch einfach im internet danach suchen, es gibt etliches.
Um solches Gedankenkreisen zu beenden hat mir mal jemand gesagt wenn ich es bemerke soll ich versuchen so was zu denken wie "oh, wieder ein Anfall von entwerteritis" und es dann ziehen zu lassen. Etwas ähnliches: man erstellt sich eine Liste von den negativen Gedanken die besonders häufig vorkommen die "pappenheimer-liste" und wenn einem ein solcher gedanke kommt ihn gedanklich abhaken und "ah da seid ihr ja meine pappenheimer". Klingt lustig hat aber den Hintergrund das du den Gedanken die Macht nimmst das sie nicht mehr das einzige sind was in dem Augeblick möglich ist. Mir hilft es jedenfalls (auch wenn es längst nicht immer gelingt).
Vll konnte ich dir ja ein bisschen helfen
Alhau
Leslie2 04.08.2018 14:31

Hallo Alhau,

Tut mir wirklich Leid, dass ich erst jetzt antworte, ich habe deine Nachricht nicht früher gesehen.
Deine Übungen klangen sehr interessant und ich habe mal im Internet weiter recherchiert - Ich denke, das werde ich mal ausprobieren. Vielen Dank dafür!!
Aber auch deine anderen Tricks klingen super!
Besonders die Pappenheimer-Liste *Glücklich*
Die erinnert mich ein bisschen an Bingo! *Zunge*

Du hast mir wirklich sehr geholfen! Vielen Dank!

Liebe Grüße,
Leslie