Thema: Zu viel und zu wenig Essen

Eröffnet am 21.06.2018 um 07:13 Uhr

Glitzerschneeflocke 21.06.2018 07:13

Hallo, also ich trau mich jetzt einfach es hier mal zu schreiben. Wenn ich was falsches schreibe, tut es mir leid. Ich habe seit 2 Jahren glaube ich immer wieder Pahsen in denen ich sehe wenig bis gar nichts esse. Am Anfang wollte ich, dass es dir Leute in mich rum merken damit sie wissen, dass es mir schlecht geht. Mittlerweile ist es nurnoch unglaublich anstrengend, weil ich weiß das nichts essen auch zum SVV gehört und ich eigentlich nichts mehr damit zu tun haben will. Weil ich auch versuche mich nicht mehr zu schneiden oder irgendwas anderes in die Richtung zu tun. Diese Phase ist jetzt so schlimm, dass ich angefangen habe Kalorien zu zählen und Essen wegzuwerfen bzw. Alle sehr extrem anzulügen. Manchmal ist mir so schlecht, dass ich einfach alles wieder ausspucken möchte. Dazwischen gibt es dann aber auch das andere extrem wo ich einfach unglaublich viel Esse, um nichts anderes neh zu spüren und im den Schmerz wegzuessen oder so. Ich fühl mich so blöd das jetzt alles so zu schreiben und darüber zu reden. Ich weiß nicht mal ob es eine Essstörung ist, aber ich verliere auch kein Gewicht, bzw. Nehm ich durch das viele essen und die Phasen dazwischen immer wieder zu.
Julia Teamer(-in) 23.11.2018 14:35

Liebe Glitzerschneeflocke,

Es freut mich, von dir zu hören, aber das, was du erzählst, ist alles andere als schön. Seit wir das letzte mal geschrieben haben, ist ja einige Zeit vergangen. Du schreibst, es geht dir psychisch schlecht, möchtest du mir kurz erzählen, was in die vorgeht und was momentan die größten Problemstellen sind?

Die Krankmeldung scheint auf jeden Fall schon mal eine gute Möglichkeit zu sein, zu Hause ein wenig zur Ruhe zu kommen und von der Schule nicht noch zusätzlich gestresst zu werden. Trotzdem weißt du natürlich auch, dass es so, wie es gerade ist, nicht weitergehen kann. Du brauchst dringend Hilfe, in Form einer Stütze und in Form von Ursachenbekämpfung. Beides würdest du in einer Klinik bekommen. Du hast dort rund um die Uhr Leute, die für dich da sind und auf dich aufpassen. Du hast verschiedenste Therapien und auch Einzelgespräche mit Therapeuten. Es ist wirklich wichtig, tief in deine Probleme hineinzugehen und dort anzusetzen, nur so kannst du sie dauerhaft loswerden und wieder ein freies, glückliches Leben führen. Ich kann gut verstehen, dass du Angst davor hast, in die Klinik gezwungen zu werden - schließlich möchte man solche wichtigen Dinge immer gerne selbst entscheiden - und dass du unsicher bist, was dich dort erwartet. Deshalb möchte ich hier gerne für dich da sein und mit dir gemeinsam schauen: Was sind deine Ängste in Bezug auf die Klinik? Was spricht für dich persönlich gegen einen Klinikaufenthalt, was spricht dafür? Was könnten positive Aspekte einer Klinik sein, was könnte dir gefallen? Vielleicht können wir zusammen deine Ängste ein wenig kleiner machen und die positiven Aspekte, die Chancen, die Möglichkeiten, die ein Klinikaufenthalt ermöglicht, mehr in den Vordergrund rücken.

Ich schicke dir viel Kraft,
Julia

Julia
Teamerin
Beratung4Kids
Glitzerschneeflocke 15.04.2019 11:54

Ich... Ich bin so ziemlich am Ende.
Ich habe nach langem Drama mit hin und her und Gericht usw. Einen Klinikaufenthalt in einer offenen Klinik gehabt.
Wobei es mich sehr überfordert hat und ich deren Forderungen nicht nachkommen konnte. Ich würde nach 3 Wochen ziemlich krass von heute auf morgen entlassen. Mit der Begründung, dass sie mir gar kein Behandlungsangebot gemacht hätten, wenn sie alle Infos vom Jugendamt von vorne rein gehabt hätten. Und sie meinen dass man für eine gute Psychotherapie ein festes zu Hause braucht und das habe ich nicht.
Ich habe ihnen dort sehr vertraut und es war die letzte Hoffnung die alle hatten. Vor allem ich. Ich habe mich so gut es ging darauf eingelassen, aber sie haben mich einfach fallen gelassen. Ich verstehe einige Gründe, aber andere z.B wie die Sache mit dem Arztbrief gelaufen ist, dass die Therapeutin versprochen hat, dass ich ihn zu erst lesen darf und sie ihn mit mir bespricht, das hat sie alles nicht eingehalten.
Die Zuständigkeit bei Jugendamt hat schon wieder gewechselt letzte Woche, da ist auch alles unklar.
Mein Vater hatte erneut einen Alkoholrückfall und meine Mutter ist so psychotisch wieder, dass sie mich fast erschlagen hat ok ihrer Wut.
Ich habe jeden Tag Panikattacken, schreckliche Flash Backs und die Tatsache dass die Betreuerin aus der Klinik, der ich vertraut habe und die Frau Vom Jugendamt jetzt weg sind beschäftigt mich viel zu sehr und löst unglaublichen Schmerz aus.

Mir wurden eine Bindungsstörung, eine unspezifische Somatisirungsstörung und eine emotionale instabile Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

Die Idee der Klinik ist eine intensivpäd. Wohngruppe, aber das will ich nicht und es wäre bis ich 18 Bin.
Ich will nicht mehr auf der WG Wohnen, aber eine andere vorallem so eine WG will ich nicht. Ich schau' s mir an, aber keine Ahnung... vor allem dauert es alles sehr lange und es gibt nur wenig solche Angebote.

Es zieht sich und ist schon wieder ein warten... Und aushalten und dabei geht es mir schlechter, als vor der Klinik. Ich bin quasi genau an dem Punkt entlassen worden, an dem es "schlechter wird bevor es besser werden kann"

Ich weiß nicht was ich tun soll
Glitzerschneeflocke 22.04.2019 17:12

Ich weiß momentan einfach nicht wohin mit mir.
In der WG ist es nach wie vor sehr anstrengend und ich habe keinen Streit, aber ich bin genervt von zwei Mitbewohnerinnen, die beide meine Freundinnen sind, aber die eine achtet unglaublich auf ihre Ernährung, mit Kalorien hier, Kalorien da und Gewicht auch. Obwohl sie richtig dünn ist und das triggert mich zu einem zum anderen nervt es und ich habe schon öfter mit ihr geredet, dann gibt es noch andere Differenzen.
Und meine beste Freundin, hat gerade ziemlich viele eigene Problem, ich wäre gerne für Sie da aber sie läst mich nicht und redet auch nicht mit mir. Gleichzeitig kann ich momentan für niemanden da sein, und brauche jemanden der für mich da ist, das kann ich aber ziemlich schlecht weil ich vor allem seit der Klinik unglaublich dass Gefühl habe, alle zu belasten und dass sich alles nur in mich dreht. Ich will nicht, dass jemand sieht wie es mir geht oder so.

Ich habe extreme Atemprobleme mit dem Wetter und dem Heuschnupfen und kriege kaum Luft, und das löst dann Panikattacken aus. Aber meine Haisärztin hat mich mit Citetizin abgewimmelt und fertig.

Mein Vater hat wieder mit dem Trinken angefangen und hat mich sogar "um Erlaubnis" gefragt bzw. Halt gesagt, dass er ja auch mal einen Feiertag haben darf. Heute ist es nur Wein und ich hoffe es hört wirklich morgen auf.

Es weiß immer noch keiner wie es weitergehen soll
Julia Teamer(-in) 23.04.2019 19:11

Liebe Glitzerschneeflocke,

Ich melde mich morgen bei dir!

Ich schicke dir viel Kraft,
Julia

Julia
Teamerin
Beratung4Kids
Glitzerschneeflocke 24.04.2019 23:18

Es frustriert mich.
Alles.
Einfach alles.
Dieses Warten...auf nichts
Sie Tatsache, dass alle Menschen irgendwie weg sind. Die einen im Urlaub, die anderen einfach verschollen und alle lassen sich Zeit bei allem. Beim Beschluss; beim Überlegen wie sie sagen Gedanken ordnen. Und lassen die Zeit entscheiden.

Aber dieses warten; und diese Zeit machen m7ch verrückt, es ist dass was ich die ganze Zeit mache. Und es ist unerträglich.
Warte hier. Warte da.
Bis der Zeit hat, oder die, oder bis wir hier einen Termin haben und da überlegen nach Lösungen zu suchen, obwohl wir eigentlich alle keine Ahnung und keine Idee haben. Und was du zwischenzeitlich machst ist dein Problem.
Julia Teamer(-in) 25.04.2019 09:55

Liebe Glitzerschneeflocke,

Entschuldige, dass es etwas später geworden ist!

Ich verstehe gut, dass du dich im Moment überfordert fühlst und nicht richtig weiß, wie es weitergehen soll, jetzt, wo du nicht mehr in der Klinik bist und die Situation zuhause aktuell ist, wie sie ist.

Darf ich fragen, warum eine intensivpäd. Wohngruppe, wie von der Klinik vorgeschlagen, nicht in Frage kommt?
Du schreibst, vor allem seit der Klinik hast du das Gefühl, andere mit deinen Problemen zu belasten. Gab es eine konkrete Situation, die dieses Gefühl ausgelöst hat?
Hilft dir das Citerizin? Geht es dir etwas besser mit dem Heuschnupfen?

Und natürlich würde ich auch gerne noch wissen, wie ich dir helfen kann. Hast du irgendeine Idee, was du hier in der Beratung erreichen möchtest? Oder reicht es dir, wenn einfach jemand zuhört?

Ich schicke dir viel Kraft,
Julia

Julia
Teamerin
Beratung4Kids
Glitzerschneeflocke 04.06.2019 22:40

Heyyy,
Danke für deine Antwort.
Ich habe lange über deine Frage nachgedacht, in welche Richtung die Beratung gehen soll. Und ich war ziemlich ziellos, vielleicht habe ich deswegen nichts geschrieben.
Schließlich sind ja irgendwie auch ziemlich viele Menschen um mich rum, an die ich mich wenden könnte und so.

Aber nach der Entlassung aus der Klink, war die Idee eine DBT-A Wohngruppe. Das ist eine Therapeutische, engmaschig Betreute WG. Und ich habe sie mir gestern angeschaut, sie ist ein bisschen weiter weg. Und mein Eindruck Nun ja, war alles andere als Gut. Ich habe dem ganzen eine Chance gegeben, aber ich glaube nicht, dass dieses Konzept und diese Regeln, das richtige Für mich sind.

Ich habe ein Problem mit der Schule und mit meinen Schmerzen und Somatisierungsstörung. Und kann Sachen nie richtig durchziehen weil ich mich zu schwach, kaputt und krank fühle. Dadurch entstehen viele Ängste. Ich habe jedoch kein problem mit Regeln und svv usw. Auch mein Essverhalten habe ich weitestgehend um Griff.
Ich glaube einfach, dass mich diese WG mehr einschränken und einengen würde, als helfen. Zudem ist es ein ziemlicher Klinikstyle. Und ich möchte ein zu Hause kein 24/7 Behandlung. Und ich habe einfach ein Problem, mit dem ganzen WG Konzept. Nach fast 4 Jahren ist es sehr anstrengend.

Ich weiß, dass es aber so nicht weitergeht. Und es gibt keinen richtigen Plan. Ich kann nicht zurück zu meinen Eltern und habe kein richtiges zu Hause. Ich habe auch keine Richtige Idee, wo ich hin könnte.

Alles fragen was ich will, aber ich weiß gar nicht was es für Möglichkeiten gibt.
Ich werde erst um Herbst 16 und bin schulpflichtig, habe keine richtigen Abschluss. Ich habe über ein Auslandsjahr nachgedacht, aber da muss man psychisch gesund sein.
Sonst fällt mir nichts ein, und ich fühl mich ziemlich ratlos, weil sonst auch niemand ein Idee hat. Und alle auf diese WG pochen.

Bezüglich des Heuschnupfens und meiner Lungenpronleme, habe ich erst Mitte Juli eine Arzt Termin. Ich habe Ein Asthmaspray und Citetizin, beides minimal Dosiert und die Wirkung hält sich in Grenzen. Weshalb es mir schwer fällt rauszugehen, da die Angst vor Luft Not immer da ist und die Hitze es unerträglich macht.
Frank Forenleitung 17.06.2019 10:20

Liebe Glitzerschneeflocke,

kurze Rückmeldung von mir. Du wartest ja schon eine Zeit auf eine Antwort von Julia. Ich werde mich da mal hinterklemmen und gucken das du bald eine Antwort bekommen.

Liebe Grüße

Frank

Frank
Forenleitung allg. Foren
Beratung4Kids
Julia Teamer(-in) 17.06.2019 16:00

Liebe Gliterschneeflocke,

Ich melde mich bis spätestens morgen Abend bei dir. Entschuldige bitte die späte Reaktion!

Alles Liebe,
Julia

Julia
Teamerin
Beratung4Kids
Julia Teamer(-in) 18.06.2019 17:01

Liebe Glitzerschneeflocke,

Entschuldige zunächst einmal die späte Antwort! 
Wie geht es dir aktuell?

Erstmal zum Heuschnupfen: Ich hatte und habe selbst Heuschnupfen, mittlerweile viel besser als vor einigen Jahren. Ich habe eine Hyposensibilisierung gemacht, sagt dir das etwas? Eine Allergie ist ja eine Art Überreaktion deines Körpers beziehungsweise genauer deines Immunsystems auf einen Reiz, also das, worauf du allergisch reagierst. Und diese Überreaktion wird durch die Hyposensibilisierung behandelt. Das macht ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt, da gehst du in regelmäßigen Abständen hin und du bekommst eine Spritze. Geht ganz schnell und hat mir persönlich geholfen. Vielleicht kannst du das bei deinem Arzttermin mal ansprechen, wenn das für dich in Frage kommt.

Ich lese aus deiner Nachricht heraus, dass du aktuell vor allem auf der Suche bist nach einer guten Lösung zum Wohnen. Du möchtest nach 4 Jahren aber auch nicht mehr in eine betreute Wohngruppe, weil du dich dort zu eingeengt und kontrolliert fühlst.
Es geht ja aktuell um eine spezielle therapeutische Wohngruppe, wenn ich das richtig verstanden habe? Da ist das Regelnetz sicher nochmal enger, als in den klassischen Angeboten zum betreuten Wohnen. Käme es denn für dich in Frage, in eine betreute Wohneinrichtung zu ziehen, die nicht therapeutisch ausgerichtet und damit weniger kontrolliert ist und stattdessen beispielsweise eine Tagesklinik zu besuchen? Dann wärst du ungefähr 8 Stunden am Tag außerhalb und hättest Therapien, gleichzeitig hättest du aber auch ein Zuhause, das weniger streng kontrolliert ist. Oder möchtest du auf keinen Fall wieder in eine Klinik?

Ich schicke dir viel Kraft,
Julia

Julia
Teamerin
Beratung4Kids