Thema: Essstörung wegen seelischer Belastung (?)

Eröffnet am 02.02.2018 um 15:44 Uhr

Florentine* 02.02.2018 15:44

Hallo,
Ich weiß nicht, ob ich eine Essstörung habe. Meine Freunde habe Sorge, ich könnte eine bekommen, aber ich bin mir eben nicht sicher.
Ich bin in letzter Zeit von vielen seelischen Problemen belastet, die mich oder meine Freunde betreffen. Deshalb geht es mir zunehmend schlechter, aber das ist mittlerweile schon zu einem Normalzustand geworden. In meinem Freundeskreis belastet immer irgendjemanden irgendetwas und das war schon immer so. Ich kann mich kaum noch an die Zeit erinnern, in der das anders war. Aber die Sachen werden immer schlimmer. Es gibt momentan so viele Dinge, die mich belasten, mir geht es immer schlechter und immer häufiger habe ich das Gefühl unter der Last zusammen zu brechen. Ich weiß, dass das aber keine Option ist und dass ich stark sein muss, also halte ich durch.
All diese seelischen Probleme haben wahrscheinlich zu meinem veränderten Essverhalten beigetragen. Ich wusste immer, dass es nicht daran liegt, dass ich Angst habe zuzunehmen oder zu dick zu sein. Genau genommen, bin ich sogar immer schon untergewichtig gewesen und ich habe mir nie Sorgen um meine Figur gemacht, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass ich mir das nur eingeredet habe…

VLG Florentine

Zuletzt editiert am: 02.02.2018 19:58, von: Florentine*


Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht, weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!
Lysann Peer-Berater(-in) 03.02.2018 20:04

Guten Abend liebe Florentine* *Glücklich* ,

ich habe eben deine Nachricht entdeckt und würde dich gerne in deiner Situation unterstützen.
Ich heiße Lysann und bin sehr gerne für dich da. *Heuchlerisch*
Zu aller erst finde ich es gut, dass du dich mit deinem Thema an Beratung4Kids gewandt hast! Daumen hoch

Du schreibst du wirst in letzter Zeit von vielen seelischen Problemen belastet, die dich oder deine Freunde betreffen.
Wenn ich dich fragen darf, was sind den diese "Probleme"?
Ich sag zu Problemen lieber Herausforderungen, denn Herausforderungen kann man lösen. *Lachend*
Und das glaube ich, kannst du auch ! Daumen hoch

Was sind zum Beispiel die vielen Dinge, die dich belasten?
Du schreibst, dass du das Gefühl hast unter der Last zusammen zu brechen.
Es hört sich für mich so an, als ob du viele Dinge auf dich nimmst?
Nimmst du dir auch Zeit für dich selbst?

Zusammenbrechen/ Aufgeben ist also keine Lösung für dich? Also bist du eine Kämpferin? Daumen hoch
Ich finde es sehr gut dass du dich persönlich fragst,
ob die belastenden Dinge zu deinem veränderten Essverhalten geführt haben und dir darüber Gedanken machst. Daumen hoch

Du hast dir also bis vor kurzen noch keine Sorgen um deine Figur gemacht. Wie kommt es das du dir jetzt doch Sorgen machst? Gibt es z.B. körperliche Anzeichen?
Du schreibst, du hast noch nie Angst gehabt zuzunehmen oder zu dick zu sein. Das ist doch ein sehr guter Gedankengang. Daumen hoch Denn dann hast du eher kein "gestörtes" Selbstbild von deinem Körper, sondern dein Essverhalten wird eher von belastenden Dingen beeinflusst.
Manche Menschen sind von Natur aus sehr dünn, dass kann auch bei dir der Fall sein. Eventuell hast du einen guten Stoffwechsel. Daumen hoch Was ja nichts schlechtes ist.
Ich möchte dich gerne zu deinem Essverhalten kurz befragen, um einen größeren Einblick zu erhalten.
Wie viele Mahlzeiten isst du pro Tag gewöhnlich? Wenn du etwas isst, wie viel liegt auf deinen Teller und wie viel bleibt übrig? Isst du gemeinsam mit deiner Familie zu Abend? Und was nimmst du dir zu essen mit in die Schule ?

Ich freue mich auf deine Antworten!

Liebe Grüße
Lysann

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
Florentine* 03.02.2018 21:12

Liebe Lysann,

Vielen Dank, für deine Antwort.

Ja, ich werde eigentlich schon seit einem Jahr durchgehend von seelischen „Herausforderungen“ belastet, die sowohl mich betreffen, als auch meine Freunde (von denen du Charlotte Branwell bereits kennst) belastet.
Da wäre zum Beispiel Mobbing: Dieses Thema verbindet uns alle. Jeder meiner Freunde kann dazu aus Erfahrung sprechen. Bei mir war es erst gar nicht so schlimm, aber als wir dann eine neue Schülerin bekommen haben, die sehr gemobbt wurde, hat sich das geändert. Ich habe sie immer in Schutz genommen und wurde dadurch selber zu einem Opfer von Mobbing. Das liegt aber schon länger zurück und Mobbing ist eigentlich (nur) noch bei meinen Freunden aktuell.
Dann erzählen mir meine Freunde beispielsweise von Panikattacken, Selbstverletztungsgeanken oder, dass sie mit dem Gedanken gespielt haben sich das Leben zu nehmen. Das ist extrem heftig und das finde ich schrecklich. Ich weiß dann nicht wo wirklich was ich tun soll oder wie ich am besten damit umgehe.
Zusätzlich dazu kommen noch Familienprobleme, und eigentlich geht es nie mal jedem von uns (meinen Freunden und mir) wirklich gut.
Dabei wünsche ich mir so sehr, wie ein ganz normales, glückliches Mädchen mit ganz normalen, glücklichen Freunden ein ganz normales, glückliches und erfülltes Leben zu führen. Natürlich kann ich nicht sagen, dass alles in meinem Leben schlecht ist – allgemein betrachtet bin ich sogar sehr froh mit meinem Leben – aber trotzdem kann ich während der Schule nie wirklich glücklich sein. Das ist echt traurig und ich gebe mein Bestes um das zu ändern.

Ja, ich habe oft das Gefühl zusammenzubrechen. Ich will immer meinen Freunden helfen, das ist für mich ziemlich wichtig. Denn ich kann nicht glücklich sein, wenn sie es nicht sind. Nein, Zusammenbrechen oder Aufgeben ist für mich keine Option, weil ich sonst nur unglücklicher werde.

Ich denke schon, dass die seelische Belastung zu meinem Essverhalten beigetragen hat oder viel mehr, dass sie der Auslöser waren. Ich habe mir früher nie Sorgen um meine Figur gemacht, weil ich mir nie Sorgen machen musste. Ich war immer sehr dünn, sehr leicht und eigentlich habe ich da früher überhaupt nicht drüber nachgedacht. Dadurch, dass es aber so oft seelisch belastet war, ist mir der Appetit vergangen und ich habe angefangen weniger zu essen. Dann kam das Hungergefühl immer schneller und ich habe mich oft dick gefühlt, wenn ich ganz normal gegessen hatte. Also habe ich weniger gegessen. Irgendwann habe ich mir dann doch mehr Gedanken darüber gemacht, vielleicht doch dick zu werden und auf dem Stand bin ich jetzt.

Bei Sportlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel im Sportunterricht, habe ich oft merkwürdige Bauchschmerzen, wie ich sie bisher gar nicht kannte. Es fühlt sich an, als würde ich bald meinen kompletten Magen hochwürgen – anders kann ich es nicht beschreiben.

Um deine Fragen zu beantworten:
Ich esse für gewöhnlich 3 Mahlzeiten pro Tag. Ganz normal, Morgens, Mittags und Abends.
Oft hatte ich viel Hunger, als ich zum Essen gegangen bin, war dann aber schon nach ein paar Bissen satt. Ich habe dann er Höflichkeit halber alles gegessen und hätte mich hinterher am liebsten übergeben. Oder das Hungergefühl verschwindet einfach irgendwann, ohne etwas gegessen zu haben. Warum auch immer. Ich esse jede Mahlzeit mit der Familie, nehme mir aber für gewöhnlich nichts mit in die Schule. Das habe ich noch nie getan. Ich habe immer vorher und hinterher zuhause gegessen. Jetzt nehme ich aber ab und zu etwas mit zur Schule, wenn ich morgens nichts gegessen habe.

VLG Florentine

Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht, weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!
Lysann Peer-Berater(-in) 05.02.2018 19:55

Hallo liebe Florentine *Glücklich* ,

ich werde mich später (heute noch bis spätestens morgen) bei dir ausführlich melden!
Ich habe dich nicht vergessen! Ich habe nur gerade viele Termine.

Liebe Grüße
Lysann *Heuchlerisch*

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
Lysann Peer-Berater(-in) 05.02.2018 23:32

So nun kann ich mir endlich genug Zeit für die Beantwortung deiner Nachricht nehmen. Daumen hoch
Entschuldige bitte, dass ich erst jetzt kann.

Mir fällt sowohl bei Charlotte, als auch bei dir auf, dass ihr einen Freundeskreis habt, der viele belastende Themen mit sich trägt.
Du schreibst, du weißt nicht was du wirklich tun sollst und wie du mit den Themen deiner Freunde umgehen sollst.
Das kann ich natürlich sehr gut verstehen. Da es wirklich komplexe und herausfordernde Themen sind! *Weinend*
Das Gute an eurem Freundeskreis ist, dass ihr nicht alleine mit euren Themen seid und euch gegenseitig unterstützen könnt. Daumen hoch
Du hast geschrieben, dass euch das Thema Mobbing alle betroffen hat und/oder betrifft.
Hierbei wäre meine Idee, dass ihr gemeinsam (gemeinsam ist man stärker) zu eurem Direktor geht, zu einem Lehrer eures Vertrauens oder zur Sozialpädagogin in eurer Schule und diese auf den Missstand "Mobbing in der Schule" hinweißt. Ihr könnt euch von Ihnen Maßnahmen wünschen, z.B. um Mobbing zu verhindern!
Das beinhaltet z.B. das ihr euch im Klassenverband zusammensetzt und über Mobbing in der Klasse redet!
Hier könntet ihr verbindliche Verhaltensregeln für den Umgang miteinander erarbeiten und eventuelle Vorurteile lösen.

Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass du die neue Mitschülerin in Schutz genommen hast! Das würden nicht viele machen.
Du bist wirklich sehr mutig! Daumen hoch

Dennoch muss ich dir auch sagen, dass du dich selber nicht aus den Augen verlieren darfst!
Deine Herausforderungen sind jetzt am Wichtigsten! *Heuchlerisch*

Ich finde es zunächst gut, dass du gerne für jeden Da sein möchtest, aber wenn die Themen dich zu sehr belasten, kannst du
auch sagen, dass du vorerst z.B. kein Ohr für die Sorgen deiner Freunde hast.
Natürlich fühlt es sich gut an, gebraucht zu werden.
Doch wenn du merkst, dass es dich sehr belastet, dann nehm dir das Recht raus, für deine Bedürfnisse einzustehen.
Nimm DICH und DEINE Bedürfnisse wichtig und wahr.

Du schreibst du wünscht dir einfach glücklich zu sein, gerade in der Schule.
Wenn eine gute Fee dir alle Wünsche erfüllen könnte, was würdest du dir in Bezug zur Schule wünschen?

In Liebe
Lysann

Lysann
Bewerber (Peer)
Beratung4Kids
Bewerber sind Personen, die sich als Berater bei Beratung4Kids beworben haben und sich im Auswahlverfahren befinden
Florentine* 09.02.2018 20:15

Liebe Lysann,

Tut mir Leid, dass die Antwort so spät kam, aber jetzt habe ich wieder Zeit ausführlich zu antworten.

In vielen Hinsichten sind Charlotte und ich uns sehr ähnlich und vor allem darin, dass wir immer helfen und die Lasten der anderen tragen wollen. Es ist wahrscheinlich aber so, dass Charlotte mit den Problemen der anderen besser klar kommt als ich. Manchmal weiß ich nicht genau, was ich in bestimmten Situationen tun soll. Ob ich mit meinen Freunden reden soll, ob ich einfach nur da sein soll, oder ob ich sie lieber ganz in Ruhe lasse. Ich versuche einfach nach Gefühl das zu tun, was ich gerade für richtig halte und das ist dann meistens richtig. Aber es ist auch schwer für alle gleichzeitig da zu sein und nebenbei andere nicht zu vernachlässigen. Aber ich bin froh, dass wir uns alle gegenseitig stützen können.

Ja, das Thema Mobbing betrifft uns alle. Natürlich könnten wir zusammen zum Direktor, Vertrauenslehrern oder der Schulsozialarbeiterin gehen und mit der Klasse darüber sprechen, aber das hilft nie länger als zwei Tage – wenn überhaupt. Das haben wir schon so oft versucht und es hat noch nie funktioniert. Lehrer können da sehr wenig ausrichten und selbst die, extra dafür ausgebildeten, Schulsozialarbeiter können da nicht viel tun. Alles was wir tun können, ist uns gegenseitig zu stützen, und die Lasten der anderen Tragen. Ich helfe meinen Freunden mit allem was ich habe und versuche sie so gut wie möglich zu unterstützen. Die Konsequenzen sind mit egal. Die waren mir immer egal. Es hätte auch ganz anders kommen können. Ich hätte ein glückliches, beliebtes Mädchen sein können. Im Gegensatz zu meinen Freunden hatte ich die Wahl. Ich habe mich entschieden und ich bereue meine Entscheidung nicht, auch wenn ich dafür viel verloren habe.

Ich weiß, dass ich mich selber nicht aus den Augen verlieren sollte. Das wurde mir schon oft gesagt, aber trotzdem stehen die Probleme meiner Freunde für mich an erster Stelle. Ich will immer in erster Linie für sie da sein und sie unterstützen, auch wenn es mir dadurch schlechter geht. Aber leider kann ich nicht immer helfen, auch wenn ich alles versuche, was mir einfällt. Vor einigen Tagen beispielsweise, habe ich schon zum wiederholten Mal einem Jungen aus meiner Klasse darum bitten müssen, meine Freundin in Ruhe zu lassen. Ich musste ihm vorher schon zwei mal schreiben und habe es ohne zu zögern nochmal getan, auch wenn er nicht besonders freundlich reagiert hat. Ich dagegen bin immer höflich geblieben. Ich lebe immer nach dem Motto: „Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!“ Ich denke, dass das die einzige richtige Lösung im Umgang mit anderen Menschen ist. Egal bei was und ich denke, irgendwann zahlt sich meine Höflichkeit mal aus. Er hat mir immer versichert, dass er aufhören würde – was jedes mal sagenhafte zwei Tage gehalten hat...

Ich könnte meinen Freunden jeder Zeit sagen, dass ich gerade nicht für sie da sein kann und sie würden es auch akzeptieren, aber das kann ich nicht. Ich weiß, dass es schwierig ist, auf diese Weise abgewiesen zu werden und dass ich ihnen damit mehr schade als helfe und unter den Umständen kann es mir auch nicht besser gehen. Ich muss ihnen helfen, um selber glücklich zu sein.

Zu deiner Frage: Ich würde mir wünschen, dass sich alle Probleme bald lösen und keine neuen mehr dazu kommen, sodass wir - wie alle anderen Schüler auch - glücklich sein könnten. Das würde bedeuten, dass das Mobbing aufhört und wir alle in der Klasse akzeptiert werden.

Die gute Fee hat mich sehr an eine Geschichte erinnert, die Charlotte für mich geschrieben hat. Es ging um ein Feenreich, in dem traurige Menschen glücklich werden können. Ich habe ihr daraufhin auch eine solche Geschichte geschrieben, damit sie auch mal in einer Geschichte das Feenreich betreten kann. Mittlerweile hat jeder mehrere Kapitel. Das ist eine sehr schöne Idee.

Ich habe versucht, mich irgendwie mehr mit meinen Gedanken auseinanderzusetzen, ohne damit meine Freunde zu belasten. Manchmal versuche ich meine negativen Gefühle in Bilder auszudrücken, denn ich zeichne sehr gerne.

VLG Florentine

Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht, weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!
Lysann Peer-Berater(-in) 13.02.2018 14:48

Liebe Florentine *Glücklich* ,

Du schreibst das Charlotte mit den Problemen der anderen besser klar kommt, als du.
Mich würde interessieren, wie Charlotte aus deiner Sicht mit den Problemen umgeht oder was Sie anders macht.

Was ich wirklich super finde ist, dass du nach deinem Gefühl handelst und das du schon oft erfahren hast, dass dies der richtige Weg ist. Daumen hoch

Ich habe vor kurzem zu dem Thema etwas Gutes gelesen, was ich sehr inspirierend empfand.
Ich würde es gerne mit dir teilen: *Glücklich*
"Was ist zurzeit deine größte Sorge? Stell dir vor, diese Sorge wäre die deines besten Freundes. Gib ihm einen guten Rat!"

Was würdest Du deinen besten Freund/ deiner besten Freundin in deiner Situation raten?

Ich finde dein Lebensmotto „Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!“ " sehr sehr gut! Daumen hoch
Deine Denkweise, dass das der beste Umgang mit anderen Menschen ist, empfinde ich ebenso. Deine Höflichkeit und Freundlichkeit zahlt sich sicherlich aus! *Heuchlerisch*

Aber! es ist nach wie vor wichtig, nicht nur zu anderen Menschen freundlich zu sein, sondern auch zu dir selbst!
Zu sich selbst freundlich zu sein, ist eine entscheidende Vorbedingung, um in der Lage zu sein,
sich mit großer Stärke und Bewusstsein anderen Menschen zuzuwenden!

Ich finde nach wie vor toll, dass du dich für deine Mitschüler stark machst. Du könntest bestimmt eine gute Klassensprecherin sein?

Es ist gut das du dich mit deinen Gedanken auseinandergesetzt hast! Schreibst du auch Tagebuch?
Zeichnen ist für mich ebenso eine wunderbare Methode Stress, Angst und andere belastenden Herausforderungen zu verbildlichen und abzubauen.
Ich finde es sehr gut, dass du auch diese Möglichkeit hast und gerne zeichnest. Daumen hoch
Das ist eine große Ressource, die du auf alle Fälle weiterhin nutzen kannst! Daumen hoch

Glaubst du du kannst die aktuellen Probleme (wie Mobbing,...) in irgendeiner Weiße lösen?
Wenn ja, hast du eine Idee?
Ich würde Sie gerne hören. *Heuchlerisch*

Wie schön, dass ihr euch untereinander Geschichten schreibt!
Ich glaube daran, dass du, wie Charlotte auch wieder glücklich werdet. *Heuchlerisch*

Wann warst du denn das letzte Mal glücklich? *Umarmen*

In Liebe
Lysann

"Glaube daran, und es ist alles möglich."

Lysann
Peer Beraterin
Beratung4Kids
Florentine* 14.02.2018 21:01

Liebe Lysann,

Ich kann nicht genau sagen, auf welche Weise Charlotte besser mit Problemen klar kommt als ich. Das ist schwer zu sagen. Ich denke, die Probleme von anderen belasten sie weniger als mich. Mich belasten sie aber genauso stark, oder sogar noch stärker als meine eigenen Probleme – sind auch eigentlich immer schlimmere Sachen. Ich denke, dass hauptsächlich darin der Unterschied liegt.

"Was ist zurzeit deine größte Sorge? Stell dir vor, diese Sorge wäre die deines besten Freundes. Gib ihm einen guten Rat!"

Das ist wirklich interessant. So habe ich noch gar nicht darüber nachgedacht. Aber was ist eigentlich meine größte Sorge? Habe ich überhaupt eine „größte“ Sorge? Ich habe immer viele Sorgen, weil immer wieder etwas passiert. Aber das ist mittlerweile zu einem Normalzustand übergegangen. Es gehört zu meinem Alltag. Nur wenn es gerade besonders schlimm ist, habe ich eine „größte Sorge“. Im Moment, hat es sich wieder normalisiert. Mich belasten immer noch viele Dinge, aber es ist das beste was ich erwarte. Ich erwarte schon gar nicht mehr, dass mich mal nichts mehr belastet. Mich wird immer etwas belasten, solange ich zur Schule gehe und mich mit „Außenseitern“ anfreunde. Diese Freunde bringen das eben mit sich und mit der Freundschaft bin ich dieses Risiko eingegangen, und zwar ohne mit der Wimper zu zucken und ich würde es jederzeit wieder tun. Die Folgen sind mir bewusst und das waren sie immer schon, aber so ist es nun mal. Ich kann es nicht ändern.

Zu mir selbst freundlich sein? Ich denke, ich bin freundlich genug, indem ich hier bei b4k darüber schreibe. Sonst steht für mich das Wohl meiner Freunde an erster Stelle. Ich versuche alles zu tun, damit es ihnen gut geht. Kann sein, dass es mir dadurch nicht besser geht, aber das ist mir egal. Ich bin glücklich, solange sie es sind. Was wäre ich für ein Monster, wenn es nicht so wäre.

Klassensprecherin? Ich wollte schon immer Klassensprecherin sein und ich denke auch, dass ich geeignet wäre, aber Außenseiter werden nun mal nicht gewählt.

Um noch auf deine Frage zu antworten: Ich weiß nicht, ob man diese Probleme lösen kann, aber ich tue mein bestes und hoffe, dass ich es irgendwann kann. Letztens hat sich einer meiner Klassenkameraden bei uns entschuldigt, dass er uns gemobbt hat. Das hat mich sehr erstaunt. Ich habe mit meinen Freunden darüber gesprochen, aber sie glauben ihm nicht. Er hatte seine zweite Chance und er hat sie verspielt, sagen sie. Ich kann sie einerseits verstehen. Warum sollten sie nicht misstrauisch sein, nach all der Zeit? Aber ich glaube fest daran, dass jedem Mobber irgendwann mal die Augen geöffnet werden und sie bereuen. Wahrscheinlich aber erst nach der Schulzeit, wenn ihre Beliebtheit nicht mehr auf dem Spiel steht, aber dann ist es zu spät für Entschuldigungen.

Du hast gefragt, wann ich das letzte Mal glücklich war. Das war gestern, als Charlotte da war ;)

Ich habe selber noch eine Frage: Nur mal angenommen, man hatte mal ein sehr schlimmes Erlebnis, was aber schon sehr lange (etwa 5 oder 6 Jahre) zurück liegt. Und nur mal angenommen, es war das schlimmste Erlebnis im Leben aber man hat nie darüber gesprochen. Denkst du, das kann einen irgendwann wieder einholen?

Und noch etwas: Wenn man beispielsweise wegen dem Parfüm, der Frisur oder gleicher Kleidung einer Person an jemanden erinnert wird, vor dem man sich fürchtet, was kann man dagegen tun? Oder wenn man an ein schlimmes Erlebnis erinnert wird, wenn man etwas (eigen Gegenstand oder ein Bild) sieht. Was kann man dagegen tun, dass man sich dann nicht so schlecht fühlt oder gar Panik bekommt? Weißt du das? Kann man da überhaupt etwas tun?

VLG Florentine

PS. Ja, ich schreibe Tagebuch *Glücklich*

Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht, weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!
Lysann Peer-Berater(-in) 17.02.2018 12:03

Liebe Florentine *Glücklich* ,

Vielleicht kannst du dich mit Charlotte mal austauschen, wie Sie ihrer Meinung nach,mit ihren, sowie anderen Problemen umgeht.
Durch den Austausch kannst du eventuell eine andere Herangehensweise mit Problemen erkennen und/oder sehen, dass Charlotte
die Probleme von sich und anderen ebenso belasten.

Die Probleme deiner Freunde sind also "schlimmer", als deine eigenen?

Du hast jetzt schon des Öfteren geschrieben, dass du dich mit den "Außenseitern“ angefreundet hast und dir die Folgen bewusst waren
und du es immer wieder so machen würdest. Wie war dein Leben vor der Freundschaft, mit den "Außenseitern"?

Ja das du hier schreibst, ist schon eine gute Möglichkeit dich mit deinen Themen auseinanderzusetzen. Auch finde ich gut, dass du Tagebuch schreibst und dich für deine Freunde einsetzt.

Hast du dich schon mal gefragt, ob deine Freunde das selbe für dich tun würden?

Ich möchte dir gerne ein paar Fragen stellen:
Wenn würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Wenn es dir gut/schlecht geht, zu wem würdest du zu erst gehen?
Von wem könntest du dir eine größere Geldsumme borgen?
Wem würdest du Geld leihen und würdest du es auch zurück bekommen?
Wen fragst du, wenn du eine wichtige Entscheidung treffen musst?


Ich finde es toll, dass sich einer deiner Klassenkameraden entschuldigt hat! Daumen hoch
Das war bestimmt auch für deinen Klassenkamerad eine große Herausforderung und umso
besser finde ich es, dass er zu seiner Tat stand und sich für das was er getan hat, entschuldigt hat.
Und natürlich begutachten es deine Freunde misstrauisch, da sie lange gemobbt wurden.
Dieses Misstrauen kann ich gut verstehen.
Du schreibst du glaubst fest daran, dass jedem Mobber irgendwann mal die Augen geöffnet werden und sie es bereuen.
Das glaube ich auch. Aber jeder Mensch braucht manchmal länger/kürzer, um die wichtigen Werte im Leben zu erkennen:
Mitmenschlichkeit, Toleranz, Respekt vor der Individualität jeden Einzelnen, Ehrlichkeit, Fairness, (...)

Zu deinen Fragen:
Ja ich glaube, dass dich dieses Erlebnis wieder einholen wird. Du kannst es zwar tief in deinen Inneren verschließen, aber irgendwann kommt es wieder in dein Leben.
Ich persönlich empfinde es immer sinnvoll, über alle Erlebnisse, seien sie noch so schlimm, zu reden. Denn nur mit den offenen Umgang verfliegt die Angst und man erhält neuen Mut.

Ich sehe es so, dass du solange vor etwas Angst haben wirst, so fern du dich dem was dir Angst machst nicht stellst.
Eine Freundin von mir, hatte eine längere Zeit Angst vor Autos und das Bus fahren. Das lag daran, dass Sie bei ihrer Führerscheinprüfung des Öfteren durchgefallen ist. Erst mit dem Bestehen der Prüfung, verflog die Angst und Sie konnte angstfrei im Auto/ im Bus sitzen und mit diesem fahren.

Es ist demnach wichtig sich dem zu stellen, wovor du Angst hast.

Mit lieben Grüßen an dich
Lysann

Lysann
Peer Beraterin
Beratung4Kids
Florentine* 17.02.2018 18:35

Liebe Lysann,

Ich habe mit Charlotte gesprochen. Sie denkt genau wie ich, dass sie besser mit den Sorgen der anderen umgehen kann, weil es sie weniger belastet. Ich denke, es ist für mich allgemein viel schwieriger mit negativen Gefühlen umzugehen. Aber mit jedem Tag, an dem ich mit solchen konfrontiert werde, werden sie mehr und mehr Teil meines Alltags. Ich kann immer besser damit umgehen.

Ja, meist sind die Probleme meiner Freunde schlimmer als meine eigenen.

Bevor ich mich mit jenen anfreundete, die heute meine Freunde sind, war ich beliebter. Ich hatte viele Freunde und war sehr glücklich. Mit jedem einzelnen meiner damaligen Freunde kam/komme ich super gut aus, aber wenn ich mit allen zusammen war, gehörte ich irgendwie nicht wirklich dazu. Nicht zu hundert Prozent. Ich habe immer mehr daneben gestanden und meine Meinung war nicht so viel Wert, als die der anderen. Ich denke nicht, dass sie es mit Absicht gemacht haben, aber es war eben so. In der Gruppe war ich irgendwie immer übrig. Das war aber nicht besonders schlimm, denn man hat mich trotzdem immer nett behandelt. Es waren immer noch meine Freunde und ich verstand mich trotzdem gut mit ihnen.
Dann ist unsere neue Mitschülerin in unsere Klasse gekommen und ich habe mich mit ihr angefreundet. Immer wenn ich etwas mit ihr gemacht hatte, kamen meine Freundinnen nicht mit, sondern blieben in ihrer Gruppe.

Du hast gefragt, ob ich mich schon mal gefragt habe, ob meine Freunde das selbe für mich tun würden. Was meinst du genau damit? Dass sie was tun würden?

Wenn würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?
Meine Schwester, Meine Familie und meine Freunde. Und Bücher ;)
Wenn es dir gut/schlecht geht, zu wem würdest du zu erst gehen?
Ich würde mich an meine Freunde wenden.
Von wem könntest du dir eine größere Geldsumme borgen?
Von meiner Freundin!
Wem würdest du Geld leihen und würdest du es auch zurück bekommen?
Meinen Freunden und meiner Familie.
Wen fragst du, wenn du eine wichtige Entscheidung treffen musst?
Das kommt ganz auf die Entscheidung an und wer mir da am Besten helfen kann. Aber allgemein würde ich mich an meine Eltern und an meine Freunde wenden!

VLG Florentine

Behandle jeden Menschen mit Höflichkeit und Freundlichkeit. Nicht, weil sie nett sind, sondern WEIL DU ES BIST!
Lysann Peer-Berater(-in) 18.02.2018 10:39

Guten Morgen Florentine *Glücklich* ,

wie schön, dass du dich mit Charlotte ausgetauscht hast! Daumen hoch

Mich würde sehr interessieren, was für dich negative Gefühle sind und bedeuten?
Wie könntest du am Besten mit den negativen Gefühlen der Anderen Bzw. mit negativen Gefühlen umgehen?
Hast du eine Idee?

Du schreibst, dass die Probleme deiner Freunde meist herausfordernder sind, als deine eigenen.
Um deinen Gedankengang noch besser verstehen zu können, möchte ich dich gerne fragen,
an welchem Maßstab du die Probleme deiner Freunde und deine Probleme festmachst.
Zur Verdeutlichung würde ich dich gerne bitten, mir die nachfolgende Frage zu beantworten:

Auf einer Skala von 1 bis 10, wie schwerwiegend sind deine Probleme?
Und wie schwerwiegend sind die deiner Freunde?
Wie würdest DU die aktuelle Situation einschätzen?
(1= niedrig, 10=hoch)

Du hast geschrieben, dass du beliebter warst und viele Freunde hattest, bevor du dich mit der neuen Mitschülerin anfreundest. Hast du noch Kontakt zu deinen damaligen Freunden?
Weiter hast du geschrieben, dass du in deiner alten Freundesgruppe nicht das Gefühl hattest, wirklich dazu zu gehören.
Ist das bei deiner neuen Freundesgruppe anderes? Hast du nun das Gefühl, du gehörst in deiner neuen Freundesgruppe dazu und kannst deine Meinung äußern? *Heuchlerisch*

Ich würde gerne noch auf den Punkt zurück kommen, dass du geschrieben hast, das du viele Freunde hattest und sehr glücklich warst.
In einer früheren Nachricht, hast du schon einen Wunsch formuliert, nämlich:
Ich würde mir wünschen, dass sich alle Probleme bald lösen und keine neuen mehr dazu kommen, sodass wir - wie alle anderen Schüler auch - glücklich sein könnten. Das würde bedeuten, dass das Mobbing aufhört und wir alle in der Klasse akzeptiert werden.


Was hat dich früher glücklich gemacht und was macht dich heute unglücklich?
Wenn ich es richtig verstanden habe, macht dich zum einen das Mobbing in der Klasse unglücklich, oder?

Zu deiner Frage, ich meinte mit dem "Würden deine Freunde dasselbe für dich tun?", ob Sie dir genauso mit Rat und Tat zur Seite stehen, wie du Ihnen. Oder ob Sie dir ebenso Geld leihen würden, wie du ihnen. Oder ob Sie dir, das geliehene Geld zurück geben würden. (...)

Das bedeutet ich wollte nachvollziehen, ob eure Freundschaft, auf Geben und Nehmen basiert.

Als letztes möchte ich noch kurz auf deine Antworten zurück kommen:
Du hast deine Familie, Eltern und Schwester, Freunde und eine Freundin genannt.
Daraus könnte ich schließen, dass du ein gutes Verhältnis zu deiner Familie hast?
Deine Schwester ist dir sehr wichtig und du könntest dir vorstellen, mit ihr auf einer einsamen Insel die Zeit tot zu schlagen?
Deine Eltern würdest du in wichtige Entscheidungen miteinbeziehen? Das finde ich sehr sehr gut! Daumen hoch
Und du könntest dich wenn es dir schlecht/gut geht, an deine Freunde wenden! Super Daumen hoch

Du hast eine große Zahl von Leuten die hinter und um dich stehen! Das ist toll! *Heuchlerisch*

Ich freue mich wieder von dir zu lesen *Glücklich*

Liebe Grüße
Lysann

PS: Was ließt du denn für Bücher gerne? *Lachend*

Lysann
Peer Beraterin
Beratung4Kids