Thema: Ich habe so furchtbare Angst vor dem zunehmen, was kann ich da machen?

Eröffnet am 23.07.2016 um 19:59 Uhr

N.Leah.M 23.07.2016 19:59

Guten Abend,

ich habe Vollgenes Problem. Ich bin Weiblich und 1.56 groß und habe in letzter Zeit einiges Zugenommen. Gerade geht es wieder langsam,in meinen Augen sehr langsam etwas runter (wiege derzeit ganze 56 Kilo)
Ich bin noch arg unzufrieden mit mir und dem Gewicht.
Aber das schlimmste ist einfach die Angst vor dem zunehmen, ich will nicht wieder zunehmen, dass wäre das schlimmste, was mir passieren könnte, ich weine ständig vor angst, sobald die Waage wieder mehr anzeigt oder etwa genauso viel steht, wie am Vortag. Da wird mir ganz komisch und mein ganzer Tag ist kaputt. Ich denke dann nur daran, wie ich diese Kilos weg bekomme. *Leer*
Zudem bin ich nun ganz frisch verliebt und ich glaube, dass sie genauso empfindet. Jedenfalls hat sie ein Liebesgedicht (laut ihr) geschrieben und gesagt : ,,for you,from me" Und am Ende steht :
denn ich habe es schon mal gesagt ...,,ich liebe dich"... Und das heißt ja wohl, dass da mehr läuft,als nur ,,beste Freunde" ...
Und wisst ihr wie verdammt schwer es ist, jemanden seine Gefühle zu offenbaren und dann noch meiner besten Freundin,also auch dem gleichen Geschlecht?
Mein Selbstvertrauen ist sowieso kaputt und der Selbsthass ist auch recht enorm. Und nun,wo ich weiß, dass sie ähnlich empfindet, will ich ihr noch besser gefallen. Sie ist so schön schlank,sieht super sportlich aus und ist einfach nur wow. Und ich, bei mir ist einfach alles voller Speck, ich bin ein langweiliger Typ...Nun bringt sie mich einfach um den Verstand und anstatt Sport zu machen, wandern zu gehen und darauf zu achten, nicht so viel zu essen, sehne ich mich eher danach mit ihr etwas zu unternehmen. Was zu folge hat, dass die Angst zuzunehmen und dass sie sich vor mich ekeln wird, steigt... Ich weiß, dass ich wohl kaum zunehmen werde, da ich noch recht viel in Bewegung bin, immer noch nicht soooo viel esse und viel trinke (ca 4 Liter) ...Und doch besteht die Angst und diese Angst ist fehl am Platz. Ich habe mir vorgenommen in den Ferien abzunehmen und ich werde abnehmen, aber diese Angst hemmt mich so arg, dass ich kaum noch zur Ruhe komme und sozusagen in der Nacht anfange Sport zu machen, obwohl ich da schlafen sollte.Noch dazu rutsche ich wieder in die Bulimie rein, sobald ich mehr esse als ich will und ich esse nicht einmal süßes,fettiges oder sonst wie was, dass als ungesund gilt, erbreche ich...Sobald die Ungewissheit kommt, wie viele Kalorien und Kohlenhydrate ich zu mir nahm, erbreche ich...Sobald ich etwas esse,mit zusätzlichen Zucker, faste ich den nächsten Tag... Ich weiß nicht wann es so extrem wurde, dass ich wirklich IMMER nur an mein Gewicht gedenke und an die Angst zuzunehmen. *Errötet*
Und wenn ich mal nicht konkret daran denke,was ich da gerade esse,wie viel ich schon zu mir nahm oder die Angst zuzunehmen,dann denke ich daran,ab wann sie Tschüss sagt. Oder ich bin wieder in ,,anderen Welten" unterwegs oder zerreiße mir, was nur in ,,guten Zeiten" vorkommt den Kopf mit irrelevanten Fragen. Ich weiß echt nicht mehr weiter, ich will so gerne abnehmen, schlank sein, dass die Angst mich verfolgt, zuzunehmen... Und diese Angst will ich los werden, wenigstens die Angst. Eventuell hört dann auch das Erbrechen wieder auf, was ich mir irgendwie schon erhoffe.... *Verwirrt*
Ich bin auch in Therapie, aber mit meiner Therapeutin spreche ich nicht darüber....Jemand, meine Lehrerin meinte ich sei Essgestört, weil ich anfing zu weinen und ihr dann erzählte, wie arge angst ich vor dem Essen habe, dass es mich anekelt und ich mich davor fürchte zuzunehmen. Aber ich sehe mich nicht als Essgestört an,also nicht als richtige. Nur das erbrechen ist in meinen Augen etwas Auffällig.Und selbst wenn ich essgestört bin, so sehe ich ja nicht danach aus...
Jedenfalls. Könnt ihr mir Helfen? *Weinend*

Liebe Grüße
N.Leah.M
Claus Teamer(-in) 28.07.2016 00:22

Hallo N.Leah.M,

habe gesehen dass dir noch niemand geschrieben hat.
Es wird sich in kürze ein Teamer bei dir melden.

Viele sind in der Sommerpause.

Liebe Grüße
Claus

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Claus
Teamer
Beratung4Kids
Herr gib mir die Kraft Dinge zu ändern, Dinge zu ertragen die nicht veränderbar sind hinzunehmen und die Weisheit beides voneinander zu unterscheiden.
Bernie Teamer(-in) 28.07.2016 13:15

Hallo N.Leah.M,

erstmal herzlich Willkommen im Forum. Ich finde es gut, dass du dich mit deinen Sorgen an uns wendest. Ich bin Bernie vom Beraterteam und stehe dir gerne zur Seite.
Ich möchte mich auch entschuldigen, dass du so lange auf eine Antwort warten musstest.

Ich würde gerne mal alles zusammenfassen und dir noch ein paar Fragen stellen, um sicherzugehen, dass ich alles richtig verstanden habe. Sollte etwas nicht passen, verbessere mich bitte.

Du machst dir im Moment sehr viele Gedanken um dein Gewicht, darüber, was du isst und du hast Angst davor, zuzunehmen und willst am liebsten wieder abnehmen. Du hast geschrieben, dass du vor kurzem in der Klinik warst.
Magst du mir beschreiben, wie es dir vor dem Klinikaufenthalt ging und wie danach im Vergleich zum jetzigen Zeitpunkt?
Du sagst auch, dass deine Lehrerin meint, dass du essgestört seist. Unternimmt sie da etwas, unterstützt sie dich? Wie würdest du das bei dir beschreiben, wenn du sagst, dass du keine Essstörung hast?

Zudem bist du in deine beste Freundin verliebt, die auch Gefühle für dich hat. Das ist ja eigentlich schön, oder? Du hast nur Angst, dass du ihr wegen deines Gewichts bald nicht mehr gefallen könntest. Sie hat sich aber ja ganz schön ins Zeug gelegt mit dem Gedicht. Sie muss dich sehr gern haben. Und wenn ihr beste Freundinnen seid, kennt ihr euch ja auch sehr gut, oder? Weiß sie von deinen Ängsten?

Du wiegst im Moment 56 Kilo bei einer Größe von 1,56m. Damit bist du im Normalbereich, was sehr gesund ist. Kennst du dich mit dem BMI aus? Wenn ja, was hälst du von diesen Vorgaben?

Du hast absolut Recht, dass das mit dem Erbrechen aufhören muss und es ist gut, dass du dir die Hilfe suchst.

Das sind jetzt eine ganze Menge Fragen, du musst natürlich nur beantworten, was du möchtest. Ich freue mich auf deine Antwort.

Liebe Grüße,

Bernie

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Bernie
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
N.Leah.M 02.08.2016 22:40

Guten Abend Bernie,

bitte entschuldige meine späte Nachricht,derzeit ist alles drunter und drüber in meinem Leben. *Errötet*

Also vor der Klinik war es jedenfalls nicht so,wie nun. Ich will schon seit ewigkeiten abnehmen. Im Sommer 2015, ein paar Monate bevor ich in die Klinik kam,wurde das erbrechen immer stärker,gerade als ich im ,,urlaub" war... Doch ich würde nicht behaupten das ich damals in eine Essstörung geraten bin,ich sah und sehe es eher als eine Art Phase an. Doch dann kam ich in die Klinik und die Klinik hat mich in vielerlei Hinsicht kaputt gemacht. Da waren so viele Magersüchtige,Leute mit Bulimie.Anfangs fand ich es erschreckend wie dünn diese Menschen waren,doch dann kam dieser Gedanke, wie fett ich in Gegensatz zu diesen bin und das ich wenigstens etwas abnehmen sollte. Ich habe auch schon einiges abgenommen,nur bis vor kurzem eben eher zu. Wobei dies nun auch vorbei zu sein scheint. *Pfeifend*
In der Klinik sah ich einfach, wie viel ich abnehmen kann und es hat mir gefallen,diese Kontrolle, ich hatte endlich mal kontrolle und nach der Klinik feilte ich noch ein wenig an meiner Technik, ich recherchierte viel über Ernährung und ich weiß auch einiges über eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Ich versuche es auch gesund und ausgewogen,jedoch habe ich schwierigkeiten damit, mehr zu essen und ich habe einen strickten Essplan. So darf ich zum Beispiel keine Zuckerzusätze zu mir nehmen,süßigkeiten sind verboten,außer wenn ich sie selber mache,ohne Zucker und kalorienarm. Sport ist ein muss bei mir und wenn es nur das spazieren gehen ist. Das wiegen ist mir auch sehr wichtig.Wobei ich sagen muss, dass ich mich in den letzten Tagen nicht gewogen habe, weil ich wirklich so gut wie nichts esse oder eben arge Mengen,aufgrund von starken Frust.... Ach und es gibt noch einen Unterschied von Vor und nach der Klinik. Vor der Klinik hatte ich immer nur wenige Notizen gemacht, nun habe ich einen richtig dicken Ordner,wo alles drinn steht. Da sind Tagebucheinträge,wie es mit dem Essen gelaufen ist.Wie lange ich gebraucht habe und ob ich danach erbrochen habe. Dann sind da noch Ess und Sportpläne,wo ich festhalte was und wie viel ich gegessen und verbraucht habe.Rezepte habe ich auch reichliche,Diäten,die aufgelistet werden.Vorbilder,die ich mir ansehe,wenn ich mal ,,schwach" werden zu drohe. Tipps und Tricks,wie ich es besser mache kann und und und. Die Klinik gab mir sozusagen einen kleinen Schub. Nun bin ich voll drin. Vor der Klinik dachte ich aber auch, dass es mir psychisch kaum schlechter gehen könnte, na ja.Schlimmer geht immer. Also ich kann schon sagen, dass es mir nun nach der Klinik schlechter geht,als vorher und dass dies mit dem Essen schon teilweise arg belastend ist.Und auch schlimmer als früher.
Meine Lehrerin unternimmt nichts, jedoch redet sie ganz offen mit mir und unterstützt mich,so weit es ihr möglich ist.
Ich würde es nicht als Essstörung bezeichnen, eventuell als ein wenig eigen,was die Beziehung mit dem Essen anbelangt. Eine Essstörung stelle ich mir schlimmer vor,zumal ich ja nicht einmal dünn bin.

Meine Freundin weiß nichts von meinen Ängsten,nein,ich wollte sie damit nicht belasten. Ich weiß das sie mich liebt,sie ist an meiner Seite,auch in schwierigen Zeiten und sie kennt mich wirklich sehr gut, jedoch ist es einfach so, dass sie so schlank ist.So schön,so perfekt. Sie hat kaum Probleme und es will nicht in meinem Kopf dass sie jemanden liebt, der psychisch nicht ganz dicht ist, äußerlich nicht anziehend ist und gewiss sehr langweilig ist,es geht nicht in meinem Kopf,dass sie mich liebt...Deshalb will ich alles tuen,um ihr zu gefallen, ich darf nicht zunehmen,weil sonst wird auch sie irgendwann merken, dass sie an mir nichts hat... Und dann habe ich niemanden mehr.

Von dem BMI halte ich eigentlich gar nichts,weil es eben nur ein Grober Wert ist, aber ich weiß,dass ich im Normalbereich bin, jedoch ist mir dies zu viel, ich sehe einfach nur so viel Fett,alles wackelt, ich habe das Gefühl nie genug Sport machen zu können..

Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend.
Mit Lieben Grüßen
N.Leah.M
Bernie Teamer(-in) 04.08.2016 15:46

Hallo N.Leah.M,

du beschreibst, dass die anderen Mädchen in der Klinik inspirierend waren, weil sie viel dünner waren als du. Dir hat die Kontrolle gefallen. Ist es allein die Kontrolle, wegen der du dünn sein willst oder gibt es noch andere Gründe für dich, wieso du unbedingt dünn sein musst?

Du sagst einerseits, dass dein Essverhalten belastend für dich ist und es dir psychisch nicht gut geht. Auf der anderen Seite sagst du, dass es keine Essstörung ist, sondern nur eine eigene Beziehung zum Essen. Wenn du diese beiden Gegenüberstellungen im Zusammenhang liest, klingt das für dich einleuchtend? Ich möchte dich in keine Essstörung drängen, ich möchte dir nur deutlich machen, dass du das nicht unterschätzen solltest. Man gerät schnell immer tiefer da rein. Das hast du ja nach dem Klinikaufenthalt gemerkt und es ist schwierig da dann wieder raus zu kommen. Es ist nicht nur ungesund für den Körper, der bestimmte Nährstoffe braucht, sondern auch für deine Psyche. Wie du sagtest, ist der Gedanke an das Essen und die damit verbundene Angst sehr belastend.

Wie ist es denn mit deiner Freundin jetzt? Habt ihr über eure Gefühle gesprochen? Sie liebt dich wie du bist, das ist doch das schönste Kompliment :)
In einer Beziehung, ob romantisch oder freundschaftlich, ist es wichtig, man selbst zu sein und sich nicht zu verstellen oder zu bemühen, um dem anderen besser zu gefallen. Man gefällt einander einfach. Wenn man sich immer bemüht, konzentriert man sich nicht richtig auf das, was ist und das, was man hat und das ist für die Beziehung belastend. Du hast einen Menschen, bei dem du sein kannst, wie du bist. Sie sieht dich so, wie du sie siehst. Genieße das :)

Liebe Grüße,

Bernie

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Bernie
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
N.Leah.M 11.08.2016 00:41

Hallo Bernie,

es ist nicht nur die Kontrolle, die mir so gefällt,nein.
Da gibt es so viele Gründe... Ich wollte zum Beispiel meiner Familie immer Beweisen,dass ich nicht die ,,fette" Kleine bin und dass ich auch etwas kann, dass ich anders als sie abnehmen kann.Auch wollte und will ich mir selber beweisen, dass ich meinen Horizont erweitern kann und mindestens so schön werden kann,wie die anderen.
Zudem hatte ich mir als Ziel gesetzt meiner derzeitigen Mobberin so zu zeigen,dass sie unrecht hat. Denn sie sagte mir mal, ich würde ja niemals dünn sein... Es niemals hinbekommen.

Ach weißt Du ich weiß derzeit gar nichts mehr ... Mein Leben gerät derzeit völlig außer Kontrolle, in allen Bereichen. Es kann sein, dass ich eine Essstörung entwickelt habe oder gerade dabei bin. Aber in den Momenten, wo es mal nicht belastend ist,zum Beispiel wenn die Waage weniger anzeigt oder etwa wenn ich so viel Sport getrieben habe,dass mein Asthma sich meldet und ich merke,dass ich noch Lebe... In diesen Momenten ist es,als wäre all dieses Leid nicht da.Als müsste ich für einen kurzen Moment nicht in der kalten Realität verweilen. Und wenn ich dann auch noch in den Spiegel schaue und merke, wie ich immer weniger meiner Mutter ähnle,da bin ich so zufrieden und auch wenn außenstehende mir Komplimente machen,was für eine schöne Figur ich doch habe. *Pfeifend*
Ich bin derzeit froh wenn ich überhaupt mal nette Worte zugesprochen bekomme.
Aber wenn ich mir nun eingestehe Essgestört zu sein, dann habe ich mich doch verraten oder etwa nicht? Dieses Abnehmen,diese Kontrolle,das erbrechen,all das ist dass einzige,was mich dazu verleitet noch weiter zu kämpfen...Ich denke derzeit an zwei Dinge, daran durch das Abnehmen wunderschön und anders zu werden und daran zu sterben. *Erstaunt*
Eigentlich hält mich diese ganze Kontrolle am Leben,ohne meinen Ablauf von Sport,Ernährungsplänen usw. bin ich nichts. Ich bin ein niemand.
Mein Leben ist ein Trümmerhaufen. Ich habe angst, dass ich ganz zusammenbreche und das darf ich nicht. Das würde einen erneuten Klinikaufenthalt bedeuten und dann kann meine Mutter mich ganz fertig machen. *Weinend*
Ich weiß nicht was ich machen soll. Manchmal, eher gesagt immer öfters sehe ich mein Essverhalten als gestört an,doch was soll ich sonst machen,was soll mein Lebenssinn werden und sein,wenn nicht etwa das Essen? (Diese Frage ist wirklich ernst gemeint)

Ich hatte in letzter Zeit keinen Kontakt zu meiner Freundin,da es mir derzeit echt nicht gut geht und ich einen Kampf austragen muss und da würde ich sie ungern mit reinziehen.
Aber wir werden nächste Woche Dienstag eine Fahrradtour zu einem Campingplatz machen, wo wir dann eine Nacht schlafen werden und am Tag darauf fahren wir wieder zurück und werden,wenn wir bei mir sind uns dann wahrscheinlich einen ruhigen Tag machen.Das heißt bei uns zusammen kochen oder backen und Arm in Arm Filme schauen. *Kichernd*
Ich verstelle mich ja nicht, ich kann mich gar nicht verstellen,weil ich niemand bin. *Erstaunt*
Okay,was heißt niemand. Ich habe schon einige Charakterzüge, ich bin sehr wissbegierig,schreibe sehr gerne und bin für vieles zu haben...Aber dieses Abnehmen und all das Beeinträchtigt das doch nicht,oder etwa doch?
Weil sie meinte sie hätte sich in meine Art verliebt und in meine Augen. *Gedreht*
Ich werde es auf jedenfall so gut es geht genießen!

Liebe Grüße

N.Leah.M
Bernie Teamer(-in) 12.08.2016 17:54

Hallo N.Leah.M,

magst du mir erzählen, wie dein Verhältnis zu deinen Eltern war und ist? Du schreibst, dass du ihnen etwas beweisen möchtest. Wieso? Ich lese auch heraus, dass es zwischen dir und deiner Mutter Schwierigkeiten gibt. Das musst du natürlich nur erzählen, wenn du möchtest.

Ich finde es toll, dass du am Ende deine Aussage, dass du ein Niemand bist, revidierst. Niemand ist ein Niemand. Jeder hat Charakterzüge, die ihn ausmachen. Im Moment nimmt dich das Essen und Abnehmen sehr ein, aber du hast auch andere Interessen, richtig? Wenn du wissbegierig und für vieles zu haben bist, muss da ja einiges sein. Magst du mir darüber erzählen, was du sonst so machst?

Dein Charakter bleibt dein Charakter und den kennt deine Freundin. Auch wenn du vielleicht durch die Belastung mal nicht in bester Stimmung bist oder nicht wie sonst, bleibt dein Charakter. Und da sie diesen Charakter liebt, wird sie dir auch helfen, dass es dir besser geht.

Kannst du dir vorstellen, dir einen Tag in der Woche auszusuchen, in dem du dir mal etwas zu essen gönnst, was du sonst nicht essen würdest, weil du davon zunehmen würdest? Und einen Tag, an dem du keinen Sport machst und deinen Körper sich erholen lässt? So könntest du dich langsam daran gewöhnen, eine Balance zu finden. Sich gesund zu ernähren und Sport zu machen und auf seine Figur achten ist in erster Linie ja nichts schlechtes. Es sollte nur nicht dein Leben bestimmen und zu extrem werden. Was hälst du davon?

Liebe Grüße,

Bernie

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Bernie
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
N.Leah.M 16.08.2016 17:52

Hallo Bernie,


wie das Verhältnis zu meinen Eltern und mir ist,bzw war?
Ach dazu kann ich so einiges schreiben. *Erstaunt*
Also, meine Mutter hasst mich und ich hasse sie, da bin ich ganz ehrlich, ich sehe in ihr keine Mutter mehr, für mich ist sie ein niemand,der von der Existenz anderer lebt. Mit meinem Vater ist es auch kritisch, er hat einfach keine Ahnung, was meine ,,Erkrankungen" anbelangt. Ich leide unter einem Trauma und habe mich lange Zeit geritzt und war Zeitweise auch Suizidgefährdet,aufgrund meines Leidens aber...Und er sieht mich als Psychisch Krank an,nur weil er keine Ahnung hat. Und wenn ich ihm an den Kopf werfe, dass doch diese Familie daran schuld ist,dass es mir so schlecht geht und sich deshalb keine Besserung einstellt, dann muss ich mir auch wieder einiges anhören... Ich habe das Gefühl,als würde er mir nie zuhören.Aber anders als meine Mutter hasse ich meinen Vater nicht, er ist einfach nicht so der Gefühlsmensch und er meint dass alles auch nicht böse.Hoffe ich jedenfalls....Ich wollte und will noch immer meinen Eltern beweisen,dass ich auch etwas kann. Wir waren eine Großfamilie und ich, ich hatte immer das Gefühl im Schatten der anderen zu verharren. Ich konnte es nie irgendwem recht machen,egal was ich auch vorzeigte.Egal wie viel Mühe ich mir gab.In mir kam das Gefühl auf ein niemand zu sein.Ich wollte ihnen beweisen, dass ich etwas kann... Und dieses Verlangen wurde größer,als der damalige Freund meiner Mutter plötzlich verstarb. Ich liebte ihn so sehr und er auch mich.Sein tot ließ mich abermals durch die Hölle gehen und da er der einzige war,der mich so nahm,wie ich war, wurde das alte ich sozusagen mit ihm bergraben. Ich hatte es mir als Ziel gemacht allen,einschließlich mir zu beweisen,dass ich wer bin und nicht so schnell aufgeben würde.
Ich glaube meine Mutter hat mich schon längst ,,aufgegeben", ich denke in ihren Augen werde ich bald meinem Leben ein Ende setzten.
Ach es ist alles so kompliziert. *Errötet* Und um ehrlich zu sein muss ich befürchten dass meine Mutter diese Seite und mich finden wird und wenn ich nun Detaillierter alles schildern würde, so hätte ich nur noch mehr Stress und müsste noch schlimmeres befürchten...

was ich sonst so mache. *Erstaunt*
Also meine Hobbys sind derzeit eher alles Sportliche,spazieren gehen,Fahrrad fahren,Inliner laufen,joggen usw. Irgendwie haben meine Hobbys sich auf diese Beschränkt.
Wobei ich noch immer sehr gerne Gedichte und Geschichten schreibe,früher schrieb ich sogar Täglich,doch nun,nun hat es sich auf höchstens zweimal die Woche beschrenkt. Ich male auch sehr gerne,wenn ich denn mal die Zeit dazu habe oder lese. Wobei das Lesen nun wieder des Öfteren ein Ventil für mich ist,da ich mich nicht mehr ritze. Aber dann sind es auch Bücher über Ernährung oder Biographien über Essgestörte.
sonst höre ich noch gerne Musik und früher liebte ich es,selbst Musik zu machen. Aber wo Du nun fragst,all diese Hobbys,wo ich mich nicht bewege oder sonst wie was mit Essen zu tun habe, sind eingeschlafen. Ach ich weiß nicht was mit mir los ist. Ich verstehe derzeit selber nichts mehr. *Unsicher*

Ne, dies geht leider nicht. Weil ,,sich mal etwas gönnen" heißen würde,dass ich auf die Schiene der gesunden Ernährung gänzlich rüber wandern würde... Ich bin ehrlich, ich kenne mich recht gut mit gesunder Ernährung aus, nur will ich mir nichts erlauben, ich will die Kontrolle haben. Wenigstens in diesem Bereich will ich die Kontrolle haben, über mich.
Weshalb die gesunde Ernährung nichts für mich wäre, denn dies würde heißen auf sich und seinen Körper zu hören und da tu ich mich recht schwer mit.
Ich will einfach nicht versagen. Ich bin völlig überfordert, mit allem... Ich befürchte,dass wenn ich die Kontrolle über mich nun los lasse, dass ich gänzlich zerbreche... *Traurig*

Liebe Grüße
N.Leah.M
Bernie Teamer(-in) 17.08.2016 17:39

Hallo N.Leah.M,

wie war denn die gemeinsame Zeit mit deiner Freundin?

Deine Eltern sind also getrennt und du lebst bei deiner Mutter? Gibt es einen neuen Mann in ihrem Leben? Du sagst, dass du immer im Schatten der anderen stehst. Geht es deinen Geschwistern besser als dir? Sind sie älter oder jünger?

Was mir bei deinen Hobbys auffällt ist auch, dass sie eher nicht dafür geeignet sind, etwas mit anderen zu unternehmen. Triffst du dich auch mal mit Freunden und unternimmst was Schönes, was dir Spaß macht? Hat sich dahingehend etwas in den letzten Jahren geändert?

Nachdem du mir jetzt schon einiges erzählt hast und wir schon viel thematisiert haben, würde ich gerne wissen, wie genau ich dir helfen kann/soll?

Liebe Grüße,

Bernie

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Bernie
Peer-Beraterin
Beratung4Kids
N.Leah.M 29.08.2016 19:56

Lieber Bernie,

die vergangene Zeit mit meiner Freundin war wundervoll. Danke der Nachfrage.
Jetzt wo die Schule wieder begonnen hat, sehen wir uns leider nicht mehr so oft,aber das kommt gewiss noch.

Ich weiß nicht, ich habe seit einem Jahr kaum Kontakt mehr zu meiner Mutter und seit vier Monaten gar nicht mehr. Mein neuster Stand war, dass sie eben angeblich noch ihren ,,alten" Freund hat.Aber eventuell ist dies auch veraltet.
Ich lebe seit nun über einen Jahr auch nicht mehr bei meiner Mutter.
Ja, ich kann schon sagen, dass es meinen Geschwistern besser geht,als mir.
Meine meisten Geschwister sind älter als ich, nur meine eine Schwester ist ein 1 1/2 Jahre jünger,als ich. Sie ist die Jüngste und hat auch diesen besonderen Status, bei meinem Vater zumindest,denn auch sie hat nun gar keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter.Was sie mir zu verdanken hat...Aber meine großen Geschwister sind ja ach so toll, sie können ja alle so viel und seien gewiss alle Hochintelligent. Zudem tuen sie ja keiner Fliege was zu leide, wobei ich ganz anderes erzählen könnte.
Wenn ich nur an meine Mutter und an meinen Bruder denke,ich könnte kotzen.
Und es ist traurig,dass meine Geschwister mir in den Rücken gefallen sind,so wie auch meine Mutter. Dies zeigt doch nur, wie wenig sie mich Wertschätzen.
Nicht zu vergessen,dass ich in den Augen meiner Mutter ja die ach so Kranke bin.Gegen meine anderen Geschwister würde meine Mutter auch nie etwas unternehmen... Es ist recht kompliziert.

Ich habe eben nicht sooo viele Freunde,als dass ich mit welchen etwas unternehmen könnte. Ich habe da meine (feste) Freundin und noch eine gute Bekannte,die aber älter als ich ist (34) und sonst sind es nur diese Oberflächenfreundschaften,die man in der Schule pflegt,wo alles ja gut läuft.... Zumal gleichaltrige immer und immer wieder in die Stadt wollen und ich habe angst vor großen Menschenmengen und vor der Enge der Läden. In den letzten Jahren wurde es eben nur noch schlimmer. Wobei ich nun schon Leute umarmen kann,doch da schalte ich jegliche Gefühle ab. So kann ich das ertragen.
Es gibt nur drei Ausnahmen,wo ich es wirklich mag,wenn sie mich umarmen...
Also, ich bin eher ein Einzelgänger und mache viel allein, zumal die Jugendlichen nicht so ein Fan von viel Aktivität sind. Das vergangene Wochenende war ich am Samstag auch 8 Stunden wandern und habe die steilsten Berge erklommen und Sonntag war ich an einem See schwimmen, ich kenne KEINEN Jugendlichen,der dies hätte mit mir machen wollen.

Ich weiß nicht genau,wie man mir helfen kann... Ich möchte einfach anfangen mich zu akzeptieren und keine Angst haben zuzunehmen..Zumal ich mich nun noch messe,aufgrund dessen dass ich eben so viel Sport mache... Ich weiß nicht wie ich diese Angst los werden kann und wie ich anfangen kann, mich zu akzeptieren. Weil derzeit bin ich wieder kurz davor,mich wieder zu ritzen... Ich weiß mir keinen Rat,wie ich mit dem ganzen umgehen soll.

Liebe Grüße
N.Leah.M
Bernie Teamer(-in) 02.09.2016 10:28

Hallo N.Leah.M,

schön, es freut mich zu hören, dass es da so gut läuft. :)

Deine familiäre Situation scheint ja großen Anteil daran zu haben, wie du dich jetzt fühlst. Du möchtest anderen etwas beweisen und zeigen, dass du etwas kannst und dass du Disziplin hast. Du hast dich deine ganze Kindheit darauf konzentriert, den anderen zu gefallen, vor allem deiner Familie. Das ist ganz normal, denn jedes Kind möchte Anerkennung haben. Ich kann verstehen, dass dich das Verhalten vor allem deiner Mutter frustriert und wütend macht.
Eine Mutter sollte alle ihre Kinder so lieben wie sie sind und ihnen Anerkennung zeigen. Darin scheint deine Mutter bei dir nicht so gut gewesen zu sein. Daran bist du aber nicht Schuld. Ich glaube, dass du dir unterbewusst immer noch die Schuld daran gibst, dass du denkst, du bist nicht gut genug für deine Mutter und das überträgt sich auch auf andere. Deshalb möchtest du deinen Eltern auch immer noch etwas beweisen. Stimmt das so? Wenn ich etwas falsch darstelle, dann verbessere mich bitte :)

An dieser Stelle können wir ansetzen. Der erste Schritt wäre, mit deiner Mutter abzuschließen. In gewisser Weise hast du das schon, weil ihr keinen Kontakt mehr habt, aber emotional hast du damit noch nicht abgeschlossen. Du musst deiner Mutter nichts mehr beweisen. Das ist auch leichter gesagt als getan. Mach dir bewusst, dass du niemandem gefallen musst, außer dir selbst.
Die Wahrheit ist eigentlich: wenn man sich selbst gefällt und so ist, wie man nun mal ist, akzeptieren die anderen einen viel mehr. Das ist uns meistens gar nicht so klar, weil unsere Selbstwahrnehmung sich von der Fremdwahrnehmung unterscheidet.

Es ist zum Beispiel super, dass du Dinge machst, die dir Spaß machen, auch wenn sie für andere in deinem Alter vielleicht nicht üblich sind. Es ist auch vollkommen in Ordnung, ein Einzelgänger zu sein und dass du gerne alleine bist. Deine Beziehung zu deiner Freundin zeigt ja, dass du trotzdem auch menschliche Bedürfnisse hast und die nicht verdrängst. Wandern gehen ist sehr befreiend und ich finde es toll, dass du so etwas machst, was dich ablenkt.

Es ist gut, sich Ziele im Leben zu setzen. Wenn man mit etwas unzufrieden ist, sollte man es ändern. Diese Ziele sollten aber DEINE Ziele sein, die du für DICH erreichst und nicht für andere. Wenn dir auffällt, dass du etwas tun möchtest (wie z.B. ritzen oder nicht essen etc.), dann denk darüber nach, wieso du das möchtest bzw. nicht möchtest. Stehst du dabei unter dem Einfluss anderer Menschen, deiner Erfahrungen in deiner Familie etc oder möchtest du das ganz alleine für dich? Vielleicht kannst du dann die Entscheidung fällen, die nur für dich gut ist. Verstehst du was ich meine?

Je mehr du wirklich du selbst bist, desto zufriedener wirst du mit dir selbst sein. Das kostet eine Menge Überwindung und dauert etwas, aber du kannst daran arbeiten.

Liebe Grüße,

Bernie

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Bernie
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